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miRthkon

Vehicle

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Metal; RIO / Avant
Label: AltrOck
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Wally Scharold guitar, singing, speech, keyboards, percussion, miRthkon virtual orchestra, sound design, conceptual design, art direction
Rob Pumpelly guitar, clapping
Nat Hawkes bass, vocals
Carolyn Walters piccolo, flute, clarinet, bass clarinet, alto sax, tenor sax
Jamison Smeltz alto sax, baritone sax
Matt Guggemos drums (8,12-14)
Jarred McAdams conceptual design, text and literary adaption, speech, sound design, video

Gastmusiker

Dickie Ogden drums (2,3,4,5,6,7,9,11)
Dave Reminick alto sax (5,7,9,11)
Aram Shelton alto sax (2), e-clarinet (6)
Matt Lebofsky piano (6), rhodes (10)
Nick Peck hammond B3 organ (14)
Danny Shorago kleighroi vocals (8)
Robin Reynolds hive mind vocals (12)

Tracklist

Disc 1
1. Congratulations 1:09
2. Flashbulb of Orgasm 3:22
3. Banana 3:01
4. Automation 4:13
5. Zhagunk 6:23
6. Kharms Way 6:49
7. Daddylonglegz 5:17
8. Coven of Coyotes 4:46
9. Johnny Yen 4:36
10. Bappsciliophuaega 4:01
11. Trishna 3:55
12. Honey Key Jamboree 5:46
13. The Black Fruit 6:35
14. Camelopardalis 9:14
Gesamtlaufzeit69:07


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


„...Sollte die EP sich gut verkaufen, haben miRthkon angekündigt, dass auch zwei frühere in Kleinstauflagen privat produzierter Alben unter dem Namen miRthkon wieder aufgelegt werden sollen (allerdings handelte es sich dabei wohl im Wesentlichen um Soloprojekte Scharolds und nicht um Bandprodukte). Das würde ich mir wünschen. Noch mehr aber fast einen ausgewachsene LP der aktuellen Variante der Band, denn hier steckt aufregende Musik drin...“

Udos Wunsch wurde zumindest teilweise erfüllt. Mit „Vehicle“ legen miRthkon – das große „R“ ist wichtig! Warum? Lest das Booklet! - ein Full-Length-Album vor. Die Aufnahmen stammen von 2005 bis 2008, wurden aber alle 2008 durch Dan Rathbun in dessen Studio überarbeitet, gemixt, gemastert usw.. Der lange Zeitraum der Entstehung, der sich noch dazu mit dem Erscheinen, der oben im Zitat erwähnten EP überschneidet, dürfte darauf hindeuten, dass hier sowohl Aufnahmen der aktuellen wie älterer Bandbesetzungen vorliegen. Zu hören ist das nicht, die Aufnahmen klingen stilistisch wie aus einem Guss und Bandfeeling atmen sie alle.

„Vehicle“ ist ein tolles Album geworden, welches sich nahtlos in den Stall begeisternder Musik, die vom AltrOck-Label vertrieben wird, einfügt. Schroffe Gitarrenriffs brechen sich an fulminanten – leicht wirren - Bläsersätzen, verzwirbelte Zwischenspiele von Flöte und Klarinette beschwören kammermusikalisches Feeling, die permanent aktive Percussion sorgt für Feuer aus dem Untergrund und der Bass pumpt ohne Ende. Burleske Kirmesmusik kreuzt sich mit jazz-rockigen Attacken, zappaeske Soli und verzwickte Gitarrenäufe sorgen für Mathrock-Momente, die Musik kennt keine Ruhepausen und auch sonst kaum ein Halten. Das ist zwar schräg, aber in einer lässigen und verspielten Art und Weise, die den Hörer gut mitkommen lässt und daher niemanden schrecken muss. Metal-Math-Jazzrock-RIO/Avant für Proggerherzen.

Die Musik von miRthkon wirkt immer ein bisschen augenzwinkernd-verspielt. Und dass die Band ordentlich 'Spass inne Backen' hat, zeigt sich auch in der CD-Einleitung, in der der Hörer im Stil eines Werbe-Blocks zum Kauf des Album beglückwünscht wird oder im Comedy-Song „Bananas“. Und so ein paar kuriose Einlagen gibt’s noch mehr im Laufe des Albums, da verdrückt man schon mal die eine oder andere Lachträne.

So viel Spaß hat mir schon lange kein Album mehr gemacht und dass – wie gesagt – in vielerlei Hinsicht. Wer Vergleiche will: Panzerballett meets Akinetón Retard meets Gecko's Tear, das könnte einigermaßen hinkommen (das Vergleiche immer so ein hinkendes Moment haben, muss ich nicht extra betonen, aber hier kommt vielleicht noch 'ne Krücke dazu). Tipp!

P.S.: Das Booklet steht dem Album kaum nach, hier haben sich die beteiligten Musiker auch noch graphisch oder mit Worten ausgetobt. Sympathisch-verrückt...

Anspieltipp(s): Für einen ersten Eindruck: "Daddylonglegz", aber gilt hier mal wieder: Alles hören!
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text...
Veröffentlicht am: 8.8.2009
Letzte Änderung: 8.8.2009
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Sehr hübsch aufgemacht ist sie ja, die zweite, beim Mailänder AltrOck-Label erschienen CD-Produktion von miRthkon aus Oakland. Im reich bebilderten und umfangreichen Beiheft erfährt man z.B. etwas über die Geschichte des Buchstaben R und einiges über Außerirdische, die seit Jahrhunderten immer wieder gentechnisch erzeugte Menschenkopien auf die Erde entsenden. Selbst auf dem Einlegeblatt, hinter dem durchsichtigen Plastikteil auf das man die CD klemmt, ist ein umfangreicher Text zu finden. Allzu viel Sinnvolles ist dem dadaistisch-absurdistischen Ganzen zwar nicht zu entnehmen, doch hat sich da jemand Mühe gegeben, neben dem musikalischen Inhalt, auch noch etwas für das Auge anzubieten. Ein wenig erinnert das Ergebnis an die ähnlich aufwendig gestalteten (wenn auch stilistisch verschiedenen) Produktionen des Sleepytime Gorilla Museums. Und in der Tat hat deren Dan Rathbun den Grossteil der Stücke von "Vehicle" abgemischt.

Auch in musikalischer Hinsicht gibt es einige Parallelen, auch wenn die Musik von miRthkon doch um einiges zugänglicher ist als die des Museums. miRthkon mischen Metallisches mit Jazz, härteres, meist reichlich komplexes Rockgeriffe mit schrägem Holzbläserjazz mit Kammerrockflair. Hier ist also eine weitere Stilmischerformation zu Gange, die dabei aber ein ziemlich gelungenes Homogenat erzeugt. Allzu neu ist die Idee von miRthkon natürlich nicht, haben doch Bands wie z.B. Doctor Nerve, Naked City, Blast, X-Legged Sally, Blue Dog, Larval oder auch die Belgier von The Wrong Object ähnliche Ansätze mitunter schon vor ein bis zwei Jahrzehnten verfolgt.

Aber auch wenn Einiges auf "Vehicle" nicht furchtbar verschieden von diversen Produktionen der eben genannten Bands klingt, schaffen es die Amerikaner doch über weite Strecken ihrer Musik einen eigenen Charakter zu verleihen. Einige dadaistisch-bizarre, fast poppige Gesangseinlagen (so ein wenig à la Zappa), parodistische Pseudowerbesongs und diverse Einlagen mit elektronischem Zischen und Fiepen sind dafür verantwortlich. Ansonsten wird hier meist jazzig Gerockt, frei, schräg, funkig und ungezwungen, mitunter fast klassisch-jazzig-brav, mitunter ziemlich wüst, kollagenartig allerlei verschiedene Jazz-Rock-Metal-Avantgarde-Fragmente aneinander reihend und durch den Mixer drehend, aber immer gutgelaunt, sehr schwungvoll, fast aufgekratzt.

"Vehicle" ist eine ziemlich unterhaltsame Angelegenheit, die vor allem jene Progzeitgenossen ansprechen sollte, die eine oder mehrere der weiter oben schon erwähnten Bands schätzen (wobei denen allerdings nicht wirklich viel Neues geboten wird). miRthkon bleiben mit ihrem Metal-Jazzrock-Durcheinander im Vergleich zu diesen sogar noch ziemlich gut verdaulich. Etwas lang ist das Album allerdings ausgefallen, ist vor allem im Mittelteil eine gewisse Redundanz feststellbar, unterscheiden sich die eingesetzten kompositorischen Mittel von Stück zu Stück doch nur wenig. Ansonsten gibt es hier nicht viel zu meckern. Macht Spass!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.8.2009
Letzte Änderung: 13.7.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von miRthkon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 The Illusion of Joy 11.00 1

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