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Arjen Lucassen's GUILT MACHINE

On This Perfect Day

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: HardRock; Neoprog; New Artrock
Label: Mascot Records
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jasper Steverlinck Vocals
Lori Linstruth Lead Guitars
Chris Maitland Drums
Arjen Lucassen Electric & Acoustic Guitars, Mandolin, Bass, Keyboards and Vocals

Gastmusiker

Ben Mathot Violin
David Faber Cello

Tracklist

Disc 1
1. Twisted Coil 11:43
2. Leland Street 8:03
3. Green And Cream 10:32
4. Season of Denial 10:22
5. Over 6:11
6. Perfection? 10:46
Gesamtlaufzeit57:37


Rezensionen


Von: Wolfram Ehrhardt (Rezension 1 von 3)


Mit der CD “On This Perfect Day“ stellt uns der niederländische Rockmusiker und Komponist ARJEN ANTHONY LUCASSEN sein inzwischen fünftes Solo-Projekt vor. Im Gegensatz zu der sonstigen Flut an Sängern/Sängerinnen und Musikern auf seinen Werken bietet uns Lucassen auf der vorliegenden CD eine feste Besetzung mit vier Personen, wenn man von den gelegentlichen Violinen und Cellotönen zweier weiterer Musiker absieht.

Er präsentiert auf diesem Werk den unbekannten belgischen Sänger „Jasper Steverlinck“, der gefühlvoll und kräftig singen kann und mich zuweilen an einen variationsreicheren DAMIAN WILSON erinnert. Ansonsten ist er in der belgischen Independent-Rockband Arid tätig, wo er auch Gitarre spielt. An der Lead Gitarre vertraut er wieder der schwedisch-amerikanischen Gitarristin „Lori Linstruth“, die auch schon bei Stream of Passion mitgewirkt hatte und inzwischen seine Partnerin und Managerin ist. Die Felle und Becken bearbeitet der ehemalige Porcupine Tree und Kino Drummer „Chris Maitland“. Bis auf die Violinen- und Cellotöne ist Lucassen für die sonstigen Instrumente und Gesänge verantwortlich.

Musikalisch bietet uns der hünenhafte, in Hilversum geborene Musiker auf „On This Perfect Day“ mehr atmosphärische Töne, die zuweilen düster und melancholisch wirken. Metallische Klangreigen oder bombastischer Sinfonikprog sind hier eher Mangelware und dafür mehr leisere, gefühlvolle und getragene Melodien im Vordergrund zu finden. Natürlich gibt es auch die bekannten Rockrhythmen a la Lucassen sowie einige härtere Töne zu vernehmen, aber mehr im untergeordneten Sinne.

Der Grund hierfür liegt wohl im persönlichen Statement Lucassens, der eine sehr emotionale negative Phase hinter sich gebracht hat. Das Ende einer langjährigen Beziehung, der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn und die Vereinnahmung einer Depression sind der Background der neuen Scheibe.

Zu den musikalischen Tönen hat Arjen als besonderes Schmankerl vor allem zu Beginn der jeweiligen Tracks Sprachsamples eingefügt. Er bat seine Fans, Audiodateien über das Internet, per E-Mail oder übers Telefon zu den Themen Schuld, Wut, Angst oder andere starke Gefühle mitzuteilen, die in Muttersprache gesendet werden sollten.

Insgesamt ist „On This Perfect Day“ eine ausgefallene Scheibe im Vergleich zu den bisherigen Lucassen-Veröffentlichungen, die ihren Reiz hat und mich an eine eingängigere Variante der Porcupine Tree Musik erinnert. Das Werk wird vom Label „Mascot Records“ neben der regulären CD mit fast 58 Minuten Laufzeit auch als Special Edition mit CD und DVD im Digipack und als Limited Edition mit CD und DVD im Digibook veröffentlicht. Klangauszüge findet ihr bei MySpace.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Porcupine Tree, Ayreon
Veröffentlicht am: 22.8.2009
Letzte Änderung: 22.8.2009
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 3)


Man wünscht ja niemandem eine Lebenskrise, aber wenn das Ergebnis so aussieht wie im Falle von Arjen Lucassen, dann kommt man schon in Versuchung. Die Kollegen haben schon alles wesentliche gesagt. Lucassen erweitert die Band – also sich selbst – um Lori Linstruth, die mir schon auf dem letzten Ayreon-Werk positiv aufgefallen war, Ex-Porcupine Tree-Drummer Chris Maitland und den bisher eher unbekannten belgischen Sänger Jasper Steverlinck.

Heraus kommt in der Tat das New Artrock-Album des Arjen Lucassen. Da Lucassen aber sicherlich anders als beispielsweise Steven Wilson an seine Musik herangeht, ist auch die Grundstimmung eine andere. Lucassens New Artrock fußt deutlich auf Hard Rock und dem Sinfonik-Progmetal, den Lucassen so überdeutlich zu seinem Markenzeichen gemacht hat. Durch all die düsteren und ruhigen Stimmungen schimmert immer wieder deutlich der melodische Bombast von Ayreon wie auch die kompakte Härte von Star One durch. Aber diesmal kombiniert Lucassen das Beste aus allen Welten und so ist „On This Perfect Day“ subtiler als Ayreon, intelligenter als Star One und bodenständiger und erdiger als vieles, was sich sonst noch im New Artrock-Umfeld bewegt. Dazu mischt er noch ein paar elegante, beatleske Melodien unter (vor allem beim Refrain in „Twisted Coil“ möchte man immer wieder was von der Luzie im Himmel trällern).

Für mich bisher Lucassens bester Output. Was sicherlich auch an der herausragenden Gesangsleistung von Jasper Steverlinck liegt, der sowohl ruhigere, wie auch flottere, lautere und bombastischer Passagen beseelt mit Selbstsicherheit und Verve meistert. Wunderbar! Lori Lintruth glänzt mit einigen tollen Gitarrensoli und mit der Einspielung der Fan-Statements über Schuld, Leben, Tod und den ganzen Rest nähert sich Lucassen ja fast schon Gildenlöw'schen Dimensionen (vor allem der deutsche Beitrag "Wenn man lange genug in den Spiegel schaut, blickt man in die Augen des Teufels" jagt mir Schauer über den Rücken, wo lebt der denn?).

Also, wem Ayreon zuletzt zu „over the top“ war und zu sehr im eigenen Saft schmorte, der sollte diesen Befreiungsschlag von Arjen Lucassen antesten. Könnte sich lohnen!

Anspieltipp(s): eigentlich alles
Vergleichbar mit: also Porcupine Tree wäre nicht meine erste Assoziation, eher schon die Reality Dream-Trilogie von Riverside, aber das sind vielleicht nur graduelle Unterschiede...
Veröffentlicht am: 11.9.2009
Letzte Änderung: 11.9.2009
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


Der Holländer Arjen Lucassen ist sehr fleißig. So hat er neben seinem Hauptprojekt „Ayreon“, mit „Guilt Machine“ nun schon das vierte Nebenprojekt eröffnet. Und das ist absolut gelungen. Für die Komposition der Musik zeichnet sich alleinig Arjen Lucassen aus. Für die Umsetzung der Produktion konnte er dieses Mal Chris Maitland, den Ex-Drummer von Porcupine Tree gewinnen. Weiter beteiligt war Lori Linstruth, die sich für alle Texte verantwortlich zeigte. Dazu gesellte sich schließlich noch mit Jasper Steverlinck ein bisher völlig unbekannter belgischer Sänger, der seine Sache ausgezeichnet macht. Und wenn ich es nicht anders im Booklet nachlesen könnte, so wäre ich mir sicher, Freddie Mercury dort in einigen Passagen beim Singen zu hören. Unglaublich diese Ähnlichkeit.

Die Musik selbst besteht aus sechs Stücken, die durch die Bank weg überaus gelungen sind. Das klingt zum Teil nach progressivem Hardrock bis ArtRock. Dicht und düster kommen die sechs Stücke aus den Boxen, garniert wird das Ganze mit tollen Melodien, die immer wieder Überraschungen aufweisen. Weitere Adjektive zur Beschreibung des Albums wären „melancholisch“ und immer wieder auch „wunderschön progressiv“.

Als Gimmick hat sich Herr Lucassen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Im Booklet sind die Namen von Fans aufgereiht, die ihm in verschiedenen Sprachen ihre Gedanken zu den Themen „Schuld“, „Bedauern“, „Leben“, „Tod“ und der „menschlichen Natur“ als Audio zusandten. Gleich der zweite Beitrag ist dabei der Deutsche, quasi noch vor Beginn des ersten Liedes: „Wenn man lang genug in den Spiegel schaut, blickt man in die Augen des Teufels.“ Funktioniert bei mir aber Gott sei Dank nicht… 19 verschiedene Fan-Aussagen hat er auf diese Weise in sein Werk mit einfließen lassen.

Nun zur Musik. Die ist absolut dicht und weiß mitzureißen. Absolute Höhepunkte bei den Songs sind dabei „Season Of Denial“ und der letzte Track: „Perfection?“, was allerdings nicht heißen soll, dass die anderen Stücke dagegen groß abfallen. Wer welches Lied am besten findet, ist wieder mal absolute Geschmackssache, da sich hier wirklich keine schlechte Nummer auf das Album verirrt. Die beiden genannten Stücke sind meine persönlichen Höhepunkte, da sie in der ganzen Komplexität, dem Abwechslungsreichtum und auch der filigranen Musikalität noch mal eine Schippe drauflegen.

Fazit: Wer auf melodisch gemachte, zu Teil auch härtere und bombastische Rockmusik steht, die allerdings niemals seicht und mainstreammäßig daherkommt, kann hier nichts falsch machen. Eine tolle Platte von Guilt Machine beziehungsweise Arjen Lucassen, die allerdings nur sehr wenig mit Ayreon gemein hat.

Anspieltipp(s): Alle sechs Stücke
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.10.2011
Letzte Änderung: 6.10.2011
Wertung: 12/15
Für jedes Stück zwei Punkte...

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