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Exivious

Exivious

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; Funk; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Metal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tymon guitar
Michel Nienhuis guitar
Robin Zielhorst bass
Stef Broks drums

Gastmusiker

Manfred Dikkers percussion
Paul Masvidal guitar solo (8)

Tracklist

Disc 1
1. Ripple Of A Tear 7:30
2. Time And Its Changes 4:39
3. Asurim 5:31
4. All That Surrounds pt. 1 3:38
5. Waves Of Thought 6:24
6. The Path 5:45
7. All That Surrounds pt. 2 3:39
8. Embrace The Unknown 4:44
9. An Elusive Need 4:39
Gesamtlaufzeit46:29


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


50% von Cynic (zumindest, wenn man die Tourband zugrunde legt), 16,irgendwas% der Tech-Metaller Textures und noch ein Gitarrist... fertig ist die Fusionmetal-Combo, wie sich die vier Niederländer selbst nennen. Exivious bestehen aus Cynic-Mitglied Tymon an der Gitarre (und die meisten Titel hat er auch komponiert), Cynic-Tourbassist Robin Zielhorst (Sean Malone ist anscheinend nicht gerne unterwegs) sowie dem Schlagzeuger von Textures, Stef Broks, und Michel Niehuis als zweitem Gitarristen (der wohl auch eine Metal-Vergangenheit hat).

Nun, das lässt vermutlich schon einigen Verdacht bezüglich der Musik auf dem Debüt von Exivious aufkommen. Und richtig, hier wird gefrickelt bis der Arzt kommt, Stakkato-Riffing, pumpender Bass, wuselige-hyperaktive Percussion treiben die Songs voran. Aber übergangslos entlädt sich die Musik in ein nahezu hymnisches Gitarrensolo. Melodische Bassläufe umgarnen zweistimmiges Unisono-Riffing und das Schlagzeug trommelt unermüdlich in vertrackt-verqueren Rhythmen dazu. Kurze ambiente Verschnaufpausen lassen Band und Hörer Kraft sammeln für die nächste druckvolle Klangattacke. Exivious sind ihrem Ziel Fusionmetal, dieser Verbindung aus jazziger Improvisationskunst und metallisch-knackiger Rockmusik, so nahe wie nur irgendmöglich.

Näher vielleicht gar als ihre Vorbilder Cynic, denn Exivious haben deutlich mehr jazzig-verspielte Passagen und weniger heftige Passagen. Und gesungen wird hier schon gar nicht. Trotzdem ist natürlich der Einfluss von Cynic auf Gitarrist und Komponist Tymon spürbar. In Punkto Gitarrenvirtuosität steht ihm Seitenmann Nienhuis allerdings kaum nach und so entspinnt sich vor allem ein kreatives Gitarrengewitter mit wunderbaren Soli. Cynic-Chef Paul Masvidal gibt dann auch noch ein kurzes Gastspiel.

Cynic meets McGill / Manring / Stevens, um die Vergleichsecke auch noch abzuhandeln. Exivious gelingt die Verbindung von Jazz und Metal vollkommen organisch und elegant. Das Album sprüht vor Spielfreude und Feuer, das macht Spaß. So gelingt den Niederländern – trotz harter Konkurrenz – eines der besten (vielleicht sogar das beste) Instrumentalalbum des Jahres (mindestens das Beste aus dem härteren Rockbereich).

Hinweis für Jäger und Sammler: Das Album ist in einer auf 1000 Stück limitierten Sonderauflage erschienen - die allerdings nicht billig ist - und kommt dann in einer Klappschachtel mit einem für jede Ausgabe individuellem Poster und natürlich numeriert. Meine Ausgabe hat die Nummer 712 und ich habe vielleicht drei Wochen vor dieser Rezi bestellt. Es gibt also noch ein paar dieser schönen Teile, aber vielleicht nicht mehr so lange.

Anspieltipp(s): alles (am besten mal bei MySpace reinhören)
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text... Cynic minus Gesang meets McGill / Manring / Stevens
Veröffentlicht am: 2.9.2009
Letzte Änderung: 2.9.2009
Wertung: 12/15

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Von: Kai Lorenz Kruppa @ (Rezension 2 von 2)


Die neue Formation Exivious, die aus erfahrenen Musikern zu bestehen scheint, lässt aufhorchen. Der Hinweis auf gegenwärtige bzw. frühere Wirkungsbereiche der Bandmitglieder (Cynic!) erhöhte natürlich vorab die Erwartungen. Dahinter verbirgt sich freilich auch eine Gefahr, denn größere Erwartungen maximieren im gleichen Moment die Fallhöhe. Von Abstürzen und falschen Hoffnungen kann in Zusammenhang mit dieser CD allerdings keineswegs gesprochen werden. Die neun handwerklich sauber eingespielten Stücke des namenlosen Debutalbums, die sich auf eine dreiviertel Stunde verteilen, lassen die Liebhaber des instrumentalen Progressive Rock gewiss nicht im Regen stehen. Geschickt haben die Herren Tymon, Nienhuis, Zielhorst und Broks turbulente Achterbahnfahrten und klanglich deutlich abgespeckte Momente miteinander verwoben. Die Wortverbindung ›Fusionmetal‹ kommt den dargebotenen Kompositionen schon recht nahe.

Gleichwohl leidet das Album unter einer gewissen Eintönigkeit: Kennt man einen Titel, kennt man schon fast das gesamte Album. Außerdem hätte ein wenig Zurückhaltung auf Seiten des Schlagzeugers nicht geschadet. Wie ein Wirbelwind bearbeitet Stef Broks bei vielen günstigen Gelegenheiten mindestens sechs Becken und sieben Trommeln gleichzeitig. Man vermisst bei ihm ein wenig die Lässigkeit eines Virgil Donati oder auch die künstlerische Intensität eines Terry Bozzio. Die Broks'sche akustische Überfrachtung, die möglicherweise einem Zuviel an jugendlicher Spontaneität geschuldet ist, wird jedoch durch einen äußerst elegant agierenden Bassisten ausgeglichen, dessen Spielweise deutlich an den US-Kollegen Michael Manring erinnert. Robin Zielhorst verleiht dem Album durch sein angenehmes, souveränes Gezupfe zusätzliche Tiefe und Transparenz. Wie schön, dass er vor diesem Hintergrund nicht das gleiche Schicksal erleiden musste wie John Myung von Dream Theater. Überzeugende Arbeit leisten selbstverständlich auch die zwei (bzw. drei) Gitarristen, deren Fingerfertigkeit das gesamte Album jederzeit dominiert. Wer deshalb von einem reinen Gitarrenalbum spricht, tut dem niederländischen Quartett hingegen unrecht. Es gilt, wie bereits eingangs formuliert: Exivious lässt aufhorchen.

Anspieltipp(s): Asurim
Vergleichbar mit: McGill-Manring-Stevens, Cynic, Canvas Solaris
Veröffentlicht am: 8.11.2009
Letzte Änderung: 10.12.2009
Wertung: 10/15

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