Template For A Generation
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Sean Spear |
Bass |
| Declan Burke |
Guitar, vocals |
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| Mark Westworth |
Keyboards, vocals |
| Tim Churchman |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Illusion Is
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19:18
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| 2. |
Breath It In
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11:28
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| 3. |
Age of Broken Reason
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13:36
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| Gesamtlaufzeit | 44:22 |
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Rezensionen

Darwin?s Radio, eine Band, die sich aus (Ex-)Musikern von u.a. Grey Lady Down und einer Rush-Coverband zusammen setzt, präsentiert in Form einer recht professionellen Eigenproduktion ihr zweites Album ?Template For A Generation?.
Dabei gibt es in mehr oder weniger langweiligen 45 Minuten satte 3 Songs zwischen 11 und 19 Minuten auf die Proggeromme. Die angeblichen Einflüsse diverser gutklingender Bands, die im Promoinfo genannt werden, wird jeder halbwegs interessierte Progrockfan mit Ohren natürlich vergeblich im Sound der 4 Briten suchen. Das Zeug klingt weder nach Dream Theater, noch nach Porcupine Tree und schon gar nicht nach Opeth.
Vielmehr haben sich Darwin?s Radio in der Entstehungsphase von ?Template For A Generation? wohl mehr als oft alte Spock's Beard-Platten reingezogen, ja vielleicht sogar die ein oder andere Rush-Platte gehört. Der Gesang, bzw. die Gesangsmelodien erinnern unweigerlich an Neal Morse (betet zu Gott) und das Drumming klingt ? technisch natürlich kilometerweit entfernt - auch ansatzweise nach Neil Peart (ist Gott, aber das weiß Neal nicht).
Die Songs sind sehr opulent, druckvoll und annehmbar arrangiert, die Keyboards beschränken sich überwiegend auf Flächen und einzelne Pianofills. Nur im 19 minütigen Opener ?The Illusion Is Freedom? verbreiten vereinzelte Leads ein dezentes Neoprog-Flair, welches sich jedoch nicht zu sehr über das Album ausbreitet. Die Gitarre orientiert sich mehr an Riffs als an ellenlangen Soli, und würde ich einen Bass hören, könnte ich dazu auch was sagen.
Wirklich langweilig ist das, was die Jungs hier abliefern, nicht, allerdings fehlt mir doch ein wenig das Salz in der Suppe. Womöglich wäre es sinnvoller gewesen, statt drei überlange Songs, mehrere kürzere auf die Scheibe zu pressen. Das gewisse Etwas, was mich begeistern könnte, bzw. was mich dazu bringen könnte, diese Platte in regelmäßigen Abständen aus dem Regal zu kramen und aufzulegen, fehlt. Fans von Spock?s Beard sollten aber auf jeden Fall mal in das Album reinhören.
| Anspieltipp(s): |
The Illusion Is |
| Vergleichbar mit: |
Spock's Beard |
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| Veröffentlicht am: |
24.10.2009 |
| Letzte Änderung: |
24.10.2009 |
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Wenn eine Band, die auf ihrem Debüt vor allem kurze, exakt umzirkelte und ungemein griffige Songs präsentiert hat, jetzt ein Album mit drei Longtracks vorlegt, dann muss ich ihr schon deshalb mein Ohr leihen, damit ich miterleben kann, wie so ein Format-Wechsel möglich wird.
Darwin's Radio sind eine noch unbekannte (wenn auch nicht gerade junge) Band, von der ich schon beim Hören ihres ersten Albums etwas lernen konnte: da ihr Stil in gleichen Teilen geprägt ist vom klassischen Neoprog und vom gemäßigten Progmetal der Rush-Schule, könnte man ihre Musik mit einigem Recht als Mainstream-Prog bezeichnen. Soweit ist das erstmal nichts Neues, aber gelernt habe ich bei der Gelegenheit, dass Mainstream-Prog kein Schimpfwort sein muss. Die Kombination aus den erwähnten Stilrichtungen führt in Darwins Radio zu einer stimmigen Frequenz, wie man sie heutigen Bands nicht unbedingt gleich zutraut.
Der Aufbau des Albums verströmt ja fast schon einen klassischen Charme: mag es auch nur 44 Minuten enthalten, so verteilt es diese Zeit so geschickt auf drei kompakte Longtracks, dass sich eine Gliederung ergibt, wie wir sie von Yes' "Close to the Edge" oder "Relayer" kennen: der erste Longtrack hätte eine LP-Seite eingenommen und die beiden anderen hätten sich die zweite Seite teilen können. Mag also keiner denken, das sei hier so eine Art Mini-Album, geschweige denn eine Art EP: die Kompaktheit der Tracks lässt die Spielzeit jedes Mal länger erscheinen, als sie ist - somit ist "Template for a Generation" fast ein klassisches Progalbum mit moderneren Sounds. Um dem Rechnung zu tragen, spreche ich im Folgenden auch nicht mehr von "Tracks", sondern von "Sätzen", wie bei einer Symphonie - Ehre, wem sie gebührt!
Allein die Feinarbeit in der Komposition ist ein Genuss (wenn man das Album häufiger hört und sich Zeit lässt, das Gehörte zu verarbeiten): Der 'Erste Satz' beginnt mit einer kurzen Piano-Einleitung, die sich als Variation auch in der Einleitung zum dritten Satz und als Vokalmelodie im zweiten Satz wieder findet. Und das ist erst der Anfang des Grund-Gerüsts: ich müsste das Album wohl zigmal hören um alle Variationen und heimlichen Reprisen zu entdecken - ständig, bei jedem Hördurchgang, werde ich von sekundenschnellen Déjà-Vu's heimgesucht, immer kommt mir etwas kurz und eilig bekannt vor, aber dann entwickelt sich daraus ebenso schnell eine neue Überraschung.
Genial ist m.E. zum Beispiel, wie der lange Opener gegliedert ist: die erwähnte Piano-Einleitung leitet weiter zu einer bombastischen Ouvertüre mit kurzen Frickel-Einlagen, auf die ein liedhafter, etwas langsamerer Teil folgt - das ist das von Michael erwähnte Spock's Beard-Element, also der Morse-Songwriting-Stil, aber dabei bleibt es nicht, denn der liedhafte Teil findet erstaunlich schnell den Weg in eine Bombast-Coda, die nach üblicher Erwartung eigentlich den Song abschließen könnte, aber das wäre ja so, als wenn im Krimi der Täter in den ersten Minuten geschnappt würde. Also stürzt die angedeutete Coda nochmal in einen tiefen Sound-Abgrund, aus dem sich wieder eine liedhafte Struktur erhebt, die zu einem noch glanzvolleren Abschluss aufsteigt.
Der zweite Satz führt vor, wie eine hymnische Lied-Struktur und ein hartes Gitarren-Riff-System eine symbiotische Beziehung eingehen können: dieser Track ist zwar sehr mainstreamig, aber nicht weniger faszinierend, denn er zieht seine Spannung aus den ungewöhnlichen Kontrasten seiner Teile, die aber unzweifelhaft einen Sinn ergeben (der sich vor allem in einer instrumentalen 'Durchführung' zeigt, in der die Themen wie in einer Sound-Waschtrommel verquirlt werden, bis jeder Hörer verstehen kann, dass sie trotz aller Kontraste zusammen gehören (das ist eine Kompositionsstruktur, die wir im Prinzip schon lange von Transatlantic kennen). Einziger Eintrag für die Meckerecke: der Satz wird zum Schluss ausgeblendet, das hat er kaum verdient?
Der dritte Satz knüpft - wie erwähnt - an den ersten an, und an den zweiten auch, denn wenn er auch seine Themen dem ersten Satz verdankt, so kombiniert er Härte und Hymnik wie der zweite, aber in Steigerung zu diesem drängt er noch heftiger zum Bombast, zugleich aber auch zum fetzigen Gitarrenrock (schon der Anfang des dritten Satzes weist in die Richtung: man hört, wie die Nadel eines Plattenspielers aufsetzt und zu einer sehr retromäßigen Melodie dahinschrappt, bis plötzlich das variierte Thema des ersten Satzes hervorbricht - während der Tonabnehmer scheinbar radikal über die LP-Rillen gezogen wird). So witzig der Beginn, so ehrwürdig ergibt sich sein Ende, in dem alle strukturellen Linien in eine grandiose Schluss-Hymne zusammenlaufen: das genaue Zuhören hat sich gelohnt (bzw. es war der einzige mögliche Zugang zu diesem Werk - nebenbei laufen lassen ist zwecklos)!
Darwin's Radio haben Humor und Songriter-Einfühlsamkeit zugleich, haben Ahnung von Komposition bis hin zu klassischen Strukturen, sie beherrschen ihre Instrumente, sie sprühen vor Ideen ? auf ihrem zweiten Album noch mehr als auf ihrem ersten -, sie vermischen verschiedenste Einflüsse, bis sie dem Mainstream-Prog ein Antlitz mit Niveau verpassen - und sie fragen sich wahrscheinlich die ganze Zeit, warum sie nicht längst so bekannt sind wie IQ (zumal es da mit Mark Westworth sogar personelle Überschneidungen gibt).
Tja, wieso ist das so? Vielleicht ist die Antwort erstaunlich einfach: guter Prog kleidet sich längst wieder in ein so klassizistisches Gewand, dass er nicht mehr als 'neu' auffällt und deshalb kaum ernst genommen wird. Das hatten wir doch alles schon mal vor Jahrzehnten?!
| Anspieltipp(s): |
Egal, welchen Track man auswählt: man sollte wenigstens fünf Minuten dran bleiben? |
| Vergleichbar mit: |
Ich finde, ein bisschen berührt sich der Sound mit Nemo. Spock?s Beard taugen aber auch als Vergleich, ebenso alles andere, was komplex und unterhaltsam zugleich ist, wie Sonic Circus oder vielleicht The Reasoning. |
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| Veröffentlicht am: |
3.11.2009 |
| Letzte Änderung: |
18.4.2012 |
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Trotz der Zusatzengagements von Mark Westworth bei IQ oder Declan Burke bei Frost und Jupiter Society, veröffentlichen Darwinïs Radio rechtzeitig ihr zweites Studioalbum. Zwar enthält das neue Album gerade mal drei Stücke mit einer Gesamtlaufzeit von 44 Minuten, doch kann der aufkommende Verdacht einer Schnellschussaufnahme definitiv ausgeschlossen werden. Denn "Template for a generation" hinterlässt einen angenehm abgeklärten sowie unaufgeregten Eindruck, es scheint, als sei das Album mit viel Geduld gewachsen.
Die vier Musiker bieten einen schnörkellosen Prog-Rock britischer Prägung, der wie eine Mischung aus neueren IQ und älteren Spockïs Beard klingt. Ob perlende Pianoklänge, Retro-Orgelsound, modernere Keyboardpassagen mit kleinen elektronischen Gimmicks, hämmernde oder singende E-Gitarren. Alles ist fein dosiert und raffiniert in ein harmonisches Feingewebe eingestrickt, so dass die übliche Eingewöhnungsphase beim Anhören solcher Scheiben entfällt. Dies kann natürlich auch negativ ausgelegt werden, denn als Mutprobe kann man die Stücke wirklich nicht bezeichnen. An manchen Stellen schreien die langen Kompositionen regelrecht nach atonalen Attacken und dissonanten Zerrklängen. Es fehlt einfach das emotional wild Brodelnde in der Musik von Darwin's Radio. Leider haut auch der Sologesang in die gleiche Kerbe, zu weich, zart und eintönig ist Declan Burkes Stimmlage. Zudem vermitteln auch die Mehrspurgesangsaufnahmen wenig Durchschlagskraft.> Somit ist "Template for a generation" ein gut geplantes sowie handwerklich gekonnt umgesetztes Prog-Album, das allerdings etwas zu geschliffen und rund daherkommt.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
9.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
10.7.2012 |
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