SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
4.2.2012
Cirrha Niva - For moments never done
Nazca - En Vivo
guess that mess! - dis-/order (a mind in mess)
Toundra - II
Cowboys From Hell - Monster Rodeo
Electric Light Orchestra - Balance of power
Obscura (Dt.) - Omnivium
Banco del mutuo soccorso - Canto di Primavera
3.2.2012
Aavikko - Derek!
Electric Light Orchestra - On the Third Day
Hawkwind - In Search of Space
Gerard - Irony of fate
Banco del mutuo soccorso - Banco del mutuo soccorso
Marillion - Recital Of The Script (DVD)
Secret Society of Starfish - Dark Reflections from the Waters Edge
Dead Heroes Club - A Time Of Shadow
Greylevel - Hypostatic Union
2.2.2012
Magical Power Mako - Jump
ARCHIV
STATISTIK
17424 Rezensionen zu 11859 Alben von 4426 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Troissoeur

troissoeur

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Folk; Postrock; sonstiges
Label: Zoku / EMI
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Pieter Thys Guitars
Joris Vanvinckenroye Bass, Vocals
Reinout Vanvinckenroye Piano, Accordion, Vocals
Edwin Vanvinckenroye Vocals, Violin

Gastmusiker

Daniel B. Drums, Percussion, Loops, Soundscapes

Tracklist

Disc 1
1. Little Dole 5:17
2. Curoon 5:02
3. Kjilmé 9:21
4. Sano m´ame 7:33
5. Higher motions 8:00
6. Trays 5:33
7. No one amo 4:38
8. Paving 17:03
9. Levina 4:58
Gesamtlaufzeit67:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Vier Jahre nach ihrem Debüt legten die Gebrüder Vanvinckenroye und Gitarrist Pieter Thys im Jahre 2004 ein zweites Album vor. Auch dieser, einfach nur "troissoeur" betitelte Tonträger wurde, trotz der darauf zu findenden eher unkommerziellen Klänge, vom belgischen Zweig der EMI veröffentlicht. Kann man also die offenbar in jenem kleinen Land im Nordwesten Europas offenbar bestehende Neigung zu eher unkonventionellen Musikproduktionen auch auf die dortigen Plattenlabels übertragen? Eigentlich nicht, denn "troissoeur" war schon die letzte Veröffentlichung der drei Brüder für die EMI. Weiteres schon eingespieltes Material wurde nicht mehr veröffentlicht (ist aber inzwischen posthum auf CD erschienen).

"troissoeur" unterscheidet sich deutlich vom Erstling. Schon die Aufmachung ist sehr verschieden. Statt des antik-düsteren, zum dort zu findenden folkig-medievalen Kammerprog passenden Cover von "Trah Njim" gibt es nun ein eher technisch wirkendes Weiß, vier Fotos von Schrauben und Muttern auf einem Tisch und ein modernes Bandlogo. Auch musikalisch hat sich einiges verändert. Zwar werden die vier Hauptprotagonisten mit denselben Instrumenten aufgeführt, doch ist zudem ein gewisser Daniel B. in den Credits als Gastmusiker zu finden (der heisst vollständig Daniel Bressanutti und ist einer der Köpfe von Front 242), der nicht nur für Perkussives, Loops und Soundscapes zuständig war, sondern das Album auch abgemischt und produziert hat. Sehr elektronisch wirkt "troissoeur" daher, es gibt einige längere Abschnitte voller ambientartiger Tongeflechte, es wird nicht mehr so viel gesungen und alles in allem ist die akustische Atmosphäre des Debüts nicht mehr klangprägend.

Das ist aber nicht weiter schlimm. Im Gegenteil! Es wäre ja langweilig gewesen, wenn die Band noch einmal dasselbe Album eingespielt hätte. Einen recht fremdartigen, elektro-akustischen Postrock gibt es auf "troissoeur" zu hören, der eine gewisse Verwandtschaft zu britischen Produktionen aus der Talk-Talk- bzw. Bark-Psychosis-Schule, oder zu den Klangwelten der Post-Japan-Produktionen aufweißt, aber doch einen sehr eigenen, elegisch-kristallinen Charakter entwickelt. Streichinstrumente (Violine und Kontrabass), Piano, Akustikgitarre und Akkordeon sorgen für das verbliebene, aus der Klangwelt von "Trah Njim" stammende Kammerrockelement. Dieses wird allerdings von diversen elektronischen Klangflächen, hallenden Soundscapes und einer stark verfremdenden studiotechnischen Nachbearbeitung überdeckt und umhüllt. Die Gesangseinlagen sind - wie schon angemerkt - im Vergleich zu "Trah Nijm" etwas reduziert worden. Der flämische Chorgesang der drei Brüder ist seltener zu hören, dafür arbeitet sich Edwin V. solistisch deutlicher in den Vordergrund, wobei er sich nun häufig des Englischen bedient. Umfangreiche Abschnitte des Albums, insbesondere im langen "Paving", bestehen aus freieren Klangkollagen, voluminösem Ambientschweben, monotonalem Streichergewaber und auf- und abwallendem Elektronikdröhnen. Anderes zeichnet sich dagegen, trotz des eigenartigen Elektronikgewispers in das es eingebettet ist, durch eine fast poppige Eingänglichkeit aus (man höre z.B. "Curoon"). Lauter, fast schräg wird es schließlich auch noch ab und zu (im abschließenden "Levina" z.B.).

"troissoeur" ist ein ausgesprochen beeindruckendes, den Hörer gefangen nehmendes Album mit unkonventionellen Klängen aus Belgien, dass jedem Post- und Kammerrockliebhaber, der keine Aversionen gegen Soundscapes und atmosphärische Elektronik hat, sehr zu empfehlen ist. Leider ist das Album zurzeit offenbar restlos vergriffen (die Auflage war wohl doch eher klein - vielleicht musste die EMI auch nur einen bestehenden Vertrag erfüllen). Interessenten aus der oben definierten Zielgruppe sollten daher den Gebraucht- und Raritätenmarkt nach der Scheibe abgrasen! Wer dort nicht fündig wird, kann auch Edwin Vanvinckenroye kontaktieren, der offenbar noch über einige Exemplare des Albums verfügt (siehe http://www.thetribesite.com und dort die Abteilung "contact"!).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.11.2009
Letzte Änderung: 5.11.2009
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


In der Tat wirkt das Album Troissoeur vollkommen anders als das Debut. Herrschte dort eine tribale, folkloristische Stimmung vor, die noch am ehesten mit dem Label Weltmusik undefinierbarer Herkunft zu versehen war, geht es hier deutlich westlich-moderner zu. Es finden sich nach wie vor folkloristische Elemente und leicht kammermusikalische Ansätze, vermischt aber mit moderner Looptechnik und Ambient-Feeling. Die Musik strahlt in der Verbindung von Bodenständigkeit und Moderne eine irritierende, verschrobene Wärme wie nicht von dieser Welt aus.

Parallel zu Troissoeur entwickelten die Brüder eigene Projekte, die anscheinend viel Raum im Schaffen der Musiker einnehmen. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle das aktivste der Projekte. Die The Tribe Band des Troissoeur-Sängers und Violinisten Edwin Vanvinckenroye entwickelt den Stil von Troissoeur stärker akustisch orientiert weiter in Richtung atmosphärisch ungewöhnlich dichtem, melancholischem Avant-Folk. Reinhören: http://www.thetribesite.com/ Eins meiner Lieblings-Non-Prog-Alben 2009! Ich erwarte mir von den Vanvinckenroye-Brüdern noch einiges.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.11.2009
Letzte Änderung: 19.11.2009
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Troissoeur

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Trah Njim 12.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2011; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum