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Project Creation

Dawn on Pyther

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg
Label: Progrock Records
Durchschnittswertung: 5/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hugo Flores Vocals, electric and acoustic guitars, bass guitars, synthesizers and samples, additional drum arrangements, sitar and 12 string emulation
Zara Quiroga Vocals
Tiago "Linx" Vocals
Alda Reis Vocals
Paulo Pacheco Vocals
Vasco Patrício (ptRocker) Additional guitars and solos
Paulo Chagas Saxophone, flutes
Davis Raborn Acoustic drums
Fred Lessing Miscellaneous baroque recorders, ethnic flute, 12 string guitar, classical guitar, angklung, percussion, chimes, bells
Shawn Gordon Synth Solos on "The Voice of Cheops" and "Dragonfly Garden"
Carlos Mateus Additional lyrics on "Dawn on Pyther"

Tracklist

Disc 1
1. The Dawn on Pyther 9:58
2. Flying Thoughts 9:27
3. I Am (The Restless One) 7:15
4. Dragonfly Garden 6:44
5. The Voice of Cheops 9:51
6. Intermission 1:57
7. Sons of the Stars 6:11
8. Growing Feeling 8:54
9. Voyage of the Dragonfly

1. Seeking the Unknown
2. Visions of a Past Future
3. Sardax - The Ocean's Flying Freckles

9:46
10. The Dusk on Pyther 6:05
Gesamtlaufzeit76:08


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @


Wir Progger sind schon ein komisches Völkchen. Einerseits legen wir meist unheimlich viel Wert darauf, einen höheren Anspruch an die konsumierte Musik zu stellen und uns nicht mit dem x-fachen Aufwärmen längst bekannter Muster zufrieden zu geben. Andererseits: Hat sich jemand mal die Mühe gemacht nachzuschauen, welche Progveröffentlichungen der letzten Jahre in der Breite der Szene am meisten Anklang gefunden haben? Eben. Entsprechend ist es fast schon als Wunder bezeichnen, dass Arjen Anthony Lucassen alias Ayreon das Feld der progressiven – meinetwegen auch prog-angehauchten – Rockoper trotz mehr als respektablem Erfolg lange Jahre fast alleine beackern durfte (über Clive Nolans desaströse Seitenprojekte mit dem Erben des glitzernden Capes und Caamora breiten wir lieber den schwarzen Ledermantel des Schweigens).

"Diese Schweinerei muss eine andere werden" dachte sich wohl der Portugiese Hugo Flores, anscheinend mit seinem anderen Projekt Sonic Pulsar (dem sich inzwischen noch die Factory Of Dreams zugesellt hat) noch nicht ausgelastet, und startete sein Project Creation. 2005 erschien das Debüt "Floating World", dessen Nachfolger "Dawn on Pyther" ist. Schon der Vorgänger beschäftigte sich mit progtypischem Understatement mit den gewöhnlichen Lebensnöten des Menschen von nebenan: Eine Sonne stirbt, ein Archenschiff wird gestartet, um die Zivilisation zu retten und eine neue Sonne und eine neue Heimat zu erschaffen. Wie schön. Fehlen eigentlich nur die rosafarbenen aufblasbaren Plastikdinosaurier. Die gibt es auch auf "Dawn on Pyther" nicht, aber dafür natürlich eine Fortsetzung der Geschichte des Vorgängers, die dem geneigten Hörer mitteilt, wie es den Kolonisten auf ihrer neuen Heimat Pyther so ergeht. So weit, so Klischee, so Stargate für Arme (schließlich müssen mit Cheops und Co. auch die obligatorischen Verweise auf unsere Welt vorhanden sein).

Gewinnt also bereits die Geschichte keinen Innovationspreis, so passt sich die Musik dem leider an. Denn wie macht man so eine richtig schöne Progoper? Genau. Erstmal schön viel symphonischen Bombast nehmen und immer wieder Keyboardgebirge auftürmen. Das mögen dann schon mal die Neoprogger. Und dann natürlich von allem mehr: Mehr Sänger - ruhig auch mit portugiesischem Akzent. Mehr Gesangslinien - auch wenn mal vollkommen uninspiriert. Mehr gen Metal schielende Gitarren – auch wenn die soviel Eier haben wie James LaBrie, der auf dem Herrenfahrrad vom Pedal gerutscht ist. Mehr Instrumente – wenn man genug Flöte, Saxophon und merkwürdige Percussion hat, wird schon keiner merken, dass die gerade unmotiviert in die Komposition gepfriemelt wurden. Mehr Musik – dann vergisst der Hörer vielleicht am Ende vor lauter mehr, dass es eher weniger einen roten Faden im gesamten Album gibt.

Denn: Mehr ist mehr, wie Panzerballetts Jan Zehrfeld zu sagen pflegt. Nur, selbst wenn man dieser Aussage allgemein zustimmen sollte, so wäre Project Creation die berühmte Ausnahme. Denn hier gibt es definitiv mehr. Und heraus kommt: Weniger.

Nicht, dass es wirklich schlimm wäre, was Hugo Flores und seine Freunde hier abliefern, aber auch die groß angelegte Geschichte und ambitioniert-ausladende Instrumentierung können nicht darüber hinwegtauschen, dass die meisten musikalischen Ideen bestenfalls lauwarm und dann nicht einmal vernünftig auskomponiert – geschweige denn schlüssig miteinander kombiniert - wurden. Sicher ist das auch besser als Erik Norlanders jüngste Arschbombe "Terra Incognita", aber eben auch weit weg von dem Niveau, dass man bei einem gewissen baumlangen Holländer bekommt, wenn es denn mal wieder eine Progoper sein soll. Und – mal ganz ehrlich – wer braucht davon mehr als eine alle zwei, drei Jahre?

Anspieltipp(s): Der Titeltrack sollte es tun
Vergleichbar mit: Ayreon in neoproggiger
Veröffentlicht am: 5.11.2009
Letzte Änderung: 5.11.2009
Wertung: 5/15

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