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Dante

The Inner Circle

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Progmetal; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Markus Berger Guitar/Bass
Markus Maichel Keyboard/Piano
Alexander Göhs Vocals
Christian Eichlinger Drums

Tracklist

Disc 1
1. Faded 10:46
2. Ghost From The Past 8:38
3. For I Am 3:24
4. Not Like Myself 9:08
5. More Or Less A Man 9:00
6. The Giving 4:22
7. The Taking 18:23
Gesamtlaufzeit63:41


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @


Wenn eine Band ihr Debüt nach nur zwei Jahren Existenz veröffentlicht, v.a. wenn alle beteiligten Musiker völlig unbeschriebene Blätter sind, dann ist bei mir immer Skepsis angesagt. Zu sehr erinnere ich mich an grausige Klangverbrechen im heimatlichen Jugendzentrum, zu vertraut ist mir, welch unausgereiftes Album z.B. Genesis mit "From Genesis to Revelation" ebenfalls zwei Jahre nach Gründung veröffentlicht haben. Lese ich dann noch, dass die Dante-Gründer Markus Maichel und Markus Berger sich auf einem Konzert von Dream Theater entschlossen, gemeinsam eine Band zu starten, weicht die Skepsis langsam echten Befürchtungen – zu viele Klone der New Yorker spuken in den Progmetalweiten herum.

Doch – Gott sei Dank – kommt es manchmal anders, als man denkt. Sicher sind Dream Theater eine durchaus große Inspiration für Dante gewesen und von den Großen des Progs eindeutig die Band, deren Einfluss am größten war, – man beachte z.B. den Beginn von "Ghost From The Past" - aber der bayerisch-schwäbische Vierer versteht es durchaus, eine eigene Note zu entwickeln. Dante spielen modernen, frischen, manchmal vielleicht auch naiven Progmetal, der sich bemüht, Einflüsse aus anderen Progbereichen zu integrieren. Gerade Markus Maichel an den Tasten betätigt sich nicht nur als Jordan-Rudess-Epigone, sondern lässt immer wieder durchblitzen, dass die Namen Emerson, Banks und Kelly für ihn wohl auch nicht gänzlich unbeschriebene Blätter sind. Das ist – wie sollte es bei den Genannten auch anders sein – nicht immer geschmackssicher, wie z.B. in den ersten Sekunden des Openers "Faded", die einen schon irrwitzig unrepräsentativ schlechten Einstieg in "The Inner Circle" vermitteln. Fast kommen einem Vergleiche zu "Welcome to the Cage" auf Arenas "Pride" in den Sinn – dort aber ist das gesamte Stück Sondermüll, hier nur der Beginn. En gros aber versteht es Maichel durchaus, die übelsten Schleim- und Quietschklippen zwar nicht gänzlich zu umschiffen, aber doch mehr oder weniger unbeschadet zu überstehen.

Zusammen mit den Keys dominiert Co-Gründer Markus Berger eindeutig die Musik – und schafft es ebenso, sich nicht sklavisch an einem Vorbild zu orientieren, auch wenn der bereits erwähnte Beginn von "Ghost From The Past" anderes vermuten ließe. Da auch immer mal wieder durchaus phantasievoll soliert und gerifft wird, wäre auch in der Hinsicht alles im grünen Bereich. Wenn, ja wenn Dante nicht ab und an dem "Threshold-Syndrom" verfallen würden. Wie? Kennt ihr nicht? Nun, die Vergleiche in Bezug auf die Tastenarbeit legten ja bereits einen Vergleich mit den Briten nahe, schließlich fabrizieren auch diese etwas, was man am ehesten als Neoprog-Metal (oder Neo-Progmetal?) titulieren könnte.

Entwarnung für alle Threshold-Hasser: Dante klingen ganz und gar nicht nach Threshold, auch wenn sie ebenso wie diese zumeist mit "For I Am" und "The Giving" zwei gar nicht mal schlecht gelungene Pflichtballaden am Start haben. Warnung für alle, die die Produktion von Threshold-Alben hassen: Dante haben in gewissem Maße dasselbe Problem, dass die ersten Threshold-Alben haben (eigentlich die allermeisten Neoprog-Alben, bei denen fällt es mangels markanten Riffings aber seltener auf): Die Riffs von Markus Berger braten selbst dann nicht richtig, wenn sie es sollen, und werden häufig Schlagzeug und Keys quasi begraben. Manchmal klingt das etwas wie durch ein Kissen aufgenommen und das ist etwas, was zwar nicht wahnsinnig stört (weil es zwar hörbar, aber nicht furchtbar auffällig ist), aber für ein Metalalbum – ja, Progmetal ist Metal, sollte es zumindest sein – eigentlich unverzeihlich ist. Da Dante aber das gesamte Album in Eigenregie aufgenommen und produziert haben, ist dies ein Manko, dass man eventuell mit größerer Erfahrung wird abstellen können.

Trotz der angesprochenen Kritikpunkte ist der Gesamteindruck immer noch positiv. "The Inner Circle" ist ein Debüt, dass trotz vergleichsweise kurzer Vorlaufzeit bereits erfreulich eigenständig ist, in immer wieder neuen Details den betriebenen Aufwand erkennen lässt und v.a. ein deutliches Verbesserungspotential verspricht. Genrefans dürften somit die – allerdings auch immer noch reichlich vorhandenen – Ungereimtheiten und nicht gänzlich gelungen verbundene bzw. komponierte Passagen tolerieren können und ihren Spaß an "The Inner Circle" haben, zudem Dante mit Alexander Göhs einen Sänger am Start haben, der zwar nicht zu den variabelsten seiner Zunft gehört, aber dafür weiß, was er singen kann und was nicht. Alle anderen warten besser auf den bereits angekündigten Nachfolger, der das hier gegebene Versprechen evtl. einzulösen versteht.

Anspieltipp(s): Faded, More Or Less A Man
Vergleichbar mit: am ehesten Dream Theater, am besten aber die Rezi lesen
Veröffentlicht am: 8.11.2009
Letzte Änderung: 9.11.2009
Wertung: 8/15
sympathisch und vielversprechend, aber noch unausgereift

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