Scambot 1
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Exowax |
| Durchschnittswertung: |
13/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Mike Keneally |
Guitars, Bass, Keys, Piano, Voices, Percussion |
| Evan Francis |
Saxophone, Clarinets, Flutes |
| Co de Kloet |
Voice |
| Marco Minnemann |
Drums |
| Bryan Beller |
Bass |
| Herman van Haaren |
Electric Violin |
| Marc Scholten |
Alto Sax |
| Leo Jansen |
Tenor Sax |
| Ruud Breuls |
Trumpet |
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| Bart van Lier |
Trombone |
| Peter Tiehuis |
Guitar |
| Hans Vrooman |
Acoustic and electric Piano |
| Murk Jiskoot |
Percussion |
| Arno van Nieuwenhuizen |
Drums |
| Jesse Keneally |
Vocals |
| Rick Musallam |
Guitar |
| Joe Travers |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Big Screen Boboli
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1.02
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| 2. |
Ophunji's Theme
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1.13
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| 3. |
Hallmark
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4.44
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| 4. |
Chee
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4.44
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| 5. |
Tomorrow
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1.58
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| 6. |
Cat Bran Sammich Pt. 1
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3.10
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| 7. |
You Named Me
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2.49
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| 8. |
Cat Bran Sammich Pt. 2
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2.10
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| 9. |
Saturate
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2.36
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| 10. |
M
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0.52
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| 11. |
Cold Hands
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2.49
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| 12. |
We Are The Quiet Children
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8.24
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| 13. |
Foam
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1.42
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| 14. |
The Brink
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0.54
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| 15. |
Life's Too Small
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6.44
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| 16. |
Behind The Door
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4.19
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| 17. |
Gita
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12.10
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| 18. |
DaDunDa
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4.30
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| Gesamtlaufzeit | 66:50 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Intro
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0:10
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| 2. |
Ahmmm... Ms. Loring...
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6:41
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| 3. |
Tiny Red Bug
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3:30
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| 4. |
Tomorrow (Karaoke Mix)
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3:05
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| 5. |
It Begins
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4:22
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| 6. |
Hallmark Fantasia
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1:56
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| 7. |
Broken Chair
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3:45
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| 8. |
Twinge
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6:51
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| 9. |
Saturate (Demo)
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3:13
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| 10. |
Some Crazy Mishap
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1:25
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| 11. |
The 3rd Eye
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11:03
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| 12. |
Hallmark (2006 Mix)
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4:20
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| 13. |
Credits
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6:09
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| Gesamtlaufzeit | 56:30 |
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Rezensionen

Trilogien sind in! Im Kino, im Fernsehen, auf dem Buchmarkt - und natürlich auch die CD-Trilogien schießen wie Pilze aus dem Boden! Und natürlich sind alle ganz toll und wir brauchen sie auch alle!
Auch Mike Keneally lässt sich nicht lumpen und arbeitet derzeit an einer Konzept-Album-Trilogie, namens "Scambot". Allerdings durfte man bei einem Mann wie Keneally damit rechnen, dass es sich dabei weder um pathetisches Gesülze, noch um eine um 40 Jahre verspätete Apotheose des Hippietums oder um eine intellektualistische Selbstreflexion des Proggers handeln würde, ums mehr, als er uns vor ziemlich genau einem Jahr mit dem spinnerten "Scambot Holiday Special" einen Vorgeschmack auf das zu Erwartende zum Download angeboten hatte. Es ist - bei einem Mann wie Keneally - allerdings auch wenig überraschend, dass dieser Teaser mit dem nun vorgelegten Album "Scambot 1" rein gar nichts zu tun hat.
Anders als in der absurden Rittergeschichte von vor einem Jahr geht es in "Scambot" um eine skurrile Mischung aus Wirtschaftskritik, Medienkritik, Selbstreflexion eines Musikers, Manipulationen des individuellen Bewusstseins, Ausbeutung des Künstlers, regieren mittels implementierter Angst und das (vermutlich ebenfalls implementierte) Gefühl der Machtlosigkeit - kurz: um die intellektuelle Möblierung eines jeden denkenden Menschen unter der Herrschaft des Neoliberalismus.
Scambot ist dabei ein Musiker und Komponist, der von dem Industriellen Ophunji in einer nur diesem bekannten Abhängigkeit gehalten wird. Ophunji kontrolliert mittels einer ausgeklügelten Überwachung jeden seiner Schritte und beobachtet Scambot wie dermaleinst Christof seinen Truman Burbank. Allerdings nicht in einer Hochglanzwelt, sondern im Dreck und im Schmutz unseres Alltags - und dabei ist das Internet, in dem der durchaus kritisch denkende Scambot seine Freiheit zu finden vermeint, nicht außen vor. An dieses Ausgangszenario knüpfen sich nun absurde Handlungsstränge, die sprechende Katzen ebenso einschließen wie Bands mit Bowlingkugelköpfen, Verfolgungsjagden, Gehirnwäschen und schwule Machtphantasien.
Die Musik, in die Keneally seine auf 21 Seiten ausgebreitete Geschichte kleidet, ist wie immer bei ihm breit aufgestellt. Es dominieren hier neben den bekannten Zappa-Einflüssen Jazz, Canterbury und Avantgarde in der Tradition von Henry Cow. Und was soll ich sagen: "Scambot 1" ist durch diese Schwerpunktsetzung und die Vermeidung allzu poppiger Zwischenspiele das reifste, gelungenste und, nach meinem Empfinden, beste Album geworden, das Keneally bislang auf die Prog-Gemeinde losgelassen hat. Mühelos schlägt er die Brücken vom klassischen Jazz zum Jazzrock ("Chee"), und weiter zum oft sehr bläserbetonten Canterbury ("Hallmark"). An solchen Stellen brilliert dann oft Evan Francis am Saxophon oder anderen Blasinstrumenten. Selbstverständlich gibt es daneben auch Planet-X-getränkte Gitarren-Freakouts ("We are the Quiet Children") und die für Keneally typischen abgedrehten Popsongs, "Cat Bran Sammich" etwa oder "Cold Hands", den Hit der Band Quiet Children, der Scambot auf seiner Flucht begegnet und die sich als viel bedeutender entpuppt, als es ihr Status als One-Hit-Wonder vermuten lässt. Auch stille Songs zu Akustikgitarre fehlen nicht, "DaDunDa" etwa dürfte "Wooden Smoke"-Liebhabern sehr gefallen. Doch diese Songs fallen keineswegs aus dem Rahmen, sondern fügen sich wunderbar in das thematische und musikalische Konzept ein (ein Verdienst auch Marco Minnemanns, der sich hier allein mit der schieren Bandbreite seines musikalischen Vokabulars als ein Glücksfall für Keneally entpuppt). Der Höhepunkt des Albums ist aber die 12minütige Avantgarde-Extravaganz "Gita", das Stück, bei dem die Henry-Cow-Bezüge am deutlichsten hervortreten.
Meiner Version von "Scambot 1" liegt eine zweite CD mit Demos und Outtakes bei, "Songs & Stories inspired by Scambot 1". Diese Scheibe steht mehr als das eigentliche Album in der Tradition der typischen Mike-Keneally-Sammelsuriumsalben. Keneally improvisiert viel, experimentiert mit Verzerrungen und Effekten und präsentiert Songmaterial in anderem Gewand oder Stücke, die es nicht aufs Album geschafft haben. Insofern ist der Irrsinnsfaktor hier noch etwas höher als auf dem im Vergleich fast schon gepflegt klingenden "Scambot 1". Höhepunkt ist sicherlich "Credits", ein Stück, bei dem er Informationen zur Besetzung und zu den Aufnahmen der Bonustracks auf Band gesprochen hat, um hinterher Sprachrhythmus und -Melodie auf Keyboards zu imitieren und diese als musikalische Begleitung dem gesprochenen Text zu hinterlegen. Für derartige Spielereien, deren Aufwand ihren Sinn um Längen übersteigt, wird Keneally von seinen Fans geliebt, die Bonus-CD steht dem Hauptwerk in ihrem - hm - Begeisterungspotenzial also kaum nach. Die hier versammelten Improvisationen und Experimente sind herausragende Dokumente von Keneallys Kreativität - aber sie lassen auch seine spontane und assoziative Arbeitsweise erkennen: Für Keneallyfans also eine unverzichtbare Ergänzung der "Scambot"-Reihe.
Während man in den letzten Jahren lange auf ein Album warten musste, das auf Augenhöhe mit "Boil the Dust Speck", "Nonkertompf" oder "Sluggo!" war, hat Keneally sich nun selbst übertroffen: In meinen Augen ist "Scambot 1" das Beste, was er bislang gemacht hat.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
16.11.2009 |
| Letzte Änderung: |
12.1.2010 |
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