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Odin's Court

Deathanity

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Metal; Progmetal
Label: ProgRock Records
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Matt Brookins Vocals & Guitar
John Abella Drums & Percussion
Savino Palumbo Keyboards
Craig Jackson Bass Guitar
Rick Pierpont Guitar

Gastmusiker

Tom Englund Vocals on "Mammonific"
Tony Kakko Vocals on "Crownet"
Bill Green Tenor Sax
Nicki Brookins Backing Vocals
Elena Hall Backing Vocals
Suzanne Warner Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Terracide 4:44
2. Volatilestial 7:30
3. Manifest Destiny 5:15
4. Oceanica Toxica 5:56
5. Mammonific 5:15
6. Animaulic 7:50
7. Esoterica 6:06
8. Crownet 5:01
9. Obesite 6:19
10. Ode to Joy 3:46
11. Cosmosera 6:12
12. Vastificant 2:47
Gesamtlaufzeit66:41


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @


(Mutmaßlich) Das Internet macht's möglich, dass inzwischen auch nur Insidern bekannte Bands aus der zweiten und dritten Reihe des Progmetals die Gelegenheit haben, mit prominenten Gastmusikern etwas Aufmerksamkeit auf ihr Tun zu lenken. So lassen sich auch Odin's Court aus Maryland auf ihrem dritten Tonträger (warum ProgRock Records auf ihrer Seite etwas von einem "5th Release" schreiben erschließt sich mir nach Quellenlage nicht) nicht lumpen und haben mit Tom Englund von Evergrey und Tony Kakko von Sonata Arctica zwei Namen am Start, die in Metalkreisen durchaus einen gewissen Klang besitzen. Mit "Deathanity" erfüllen die US-Amerikaner zudem die alte Proggerpflicht, ein Konzeptalbum zu machen. Ihr wisst schon, das ist wie bei Männern und Haus bauen, Baum pflanzen und so. Thematisch dreht sich es dabei um das in unseren Kreisen immer wieder gern genommene Thema, was wir Menschen unserer armen Mutter Erde so alles antun.

Nachdem diesbezüglich im Reich der Dream-Theater-Epigonen häufig Arges zu befürchten ist und der gewählte Hintergrund auch keinen Innovationspreis gewinnen dürfte, kommt naturgemäß Argwohn auf, dass es hier zum x-ten Mal Aufgewärmtes aus der Progmetal-Mikrowelle zu hören gibt. Immerhin in dieser Hinsicht kann aber Entwarnung gegeben werden. Das Quintett um Bandgründer und -chef Matt Brookins, der Gitarre und Stimmbänder bedient, spielt trotz der immer wieder vorkommenden Einflechtung sattsam bekannter Einflüsse insgesamt eine erfreulich eigene Version progmetallischer Klänge. Deutlich ruppiger und rotziger als bei den meisten Genrekollegen rumpelt es aus den Boxen, wozu gerade Brookins mit rifforientiertem Gitarrenspiel mittlerer bis gesunder Härte und seinem deutlich eher in Shoutertradition als in Linie typischen himmelhochjauchzenden Gejodels liegendem Gesang einen gewichtigen Teil beisteuert. In diesem Sinne sind Odin's Court Verwandte im Geiste des zweiten Albums "Reconceive" ihrer Landsleute The Quiet Room, wobei Brookins im Vergleich dann doch der schwächere Sänger ist. Da neben dem genreobligaotrischen Komplex-Gerödel auch immer mal wieder ruhigere und symphonische Passagen – Keyboarder Savino Palumbo versteigt sich bisweilen gar in jazzige Läufe – geboten werden, geht in punkto Eigenständigkeit der Daumen durchaus nach oben. Man hört sogar den Bass. Im Progmetal. Wahnsinn!

Dass es dennoch nicht wirklich zu einer uneingeschränkten Empfehlung reicht, liegt dann auch weniger an einem mißlungenen Ansatz oder fehlendem Potential, sondern daran, dass man ebendieses über Albumdistanz gesehen nicht ausschöpfen kann. Zu viele unausgegorene, nicht zwingende, fahrige Passagen, an die man sich bereits nach fünf Minuten bestenfalls noch fragmentarisch erinnern kann, haben sich über Albendistanz eingeschlichen. Auch die Produktion ist alles andere als ideal, bisweilen geht die größtenteils gar nicht mal undifferenzierte Musik in einem leichten Soundbrei unter, der den Hörgenuss doch stellenweise deutlich mindert. Zudem bestätigen die Mannen aus Maryland mit ihrer Version von Beethovens "Ode an die Freude" den üblen Ruch, den Klassikadaption im Metal haben, aufs Eindrucksvollste. Nicht, weil's unappetitliches Griffbrettgewichse der Marke Yngwie Malmsteen wäre, sondern weil man sich bestenfalls noch als gewollte Totaldemolierung vorstellen kann.

Lassen Odin's Court demnächst solche ambitionierten Arschbomben, besorgen sich einen ordentlichen Mann für die Regler und schrauben etwas weiter an ihren durchaus vorhandenen Ideen, so könnte das durchaus mal richtig gut werden. Immerhin haben sie bei aller Bekanntheit einzelner Zutaten einen relativ eigenen Ansatz, was gerade in ihrer Musiksparte immer wieder ein Problem ist. Progmetal-Fans können (und sollten) reinhören, z.B. auf der unter den Bandinformationen verlinkten Myspace-Seite der Band.

Anspieltipp(s): Volatilestial, Obesite
Vergleichbar mit: ziemlich eigener Progmetal
Veröffentlicht am: 17.11.2009
Letzte Änderung: 17.11.2009
Wertung: 7/15
1-2 Punkte Abzug für die Beethoven-Verhunzung und die Produktion

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