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Turning Point

Creatures of the Night

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 2009, Vocalion)
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion
Label: Gull
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jeff Clyne Bass
Pepi Lemer Voice
Brian Miller E-Piano, Piano, Keyboards, Synthesizer
Dave Tidball Sax
Paul Robinson Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. My Lady C 5:26
2. The journey 4:29
3. Vanishing dream 1:13
4. Creatures of the night 6:01
5. Princess aura 8:26
6. Rain dance 7:27
7. Better days 7:23
Gesamtlaufzeit40:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Das ist schon seltsam. Da schreibt man abends eine Rezension mit der Absicht dieselbe am nächsten Tag zu veröffentlichen, um dann am nächsten Morgen eine Nachricht in der Mailbox vorzufinden die mitteilt, dass der Hauptprotagonist der betreffenden Band gerade verstorben ist. So gerät diese Rezension, nach einigen Erweiterungen, leider zu einem kleinen Nachruf auf Jeff Clyne.

Turning Point war ein Projekt des Bassisten Jeff Clyne, eines der prägenden Figuren der britischen Jazz- und Jazzrockszene, der auch für den Canterbury-Prog eine wichtige Rolle gespielt hat, war er doch u.a. Mitglied bei Nucleus, Isotope und Gilgamesh. 1976, nach seinem Ausstieg bei Gilgamesh, tat er sich mit der Sängerin Pepi Lemer, mit dem ehemaligen Isotope-Keyboarder Brian Miller, dem Saxophonisten Dave Tidball und dem Schlagzeuger Paul Robinson zusammen und hob Turning Point aus der Taufe. Ein Jahr später erschien auf dem Gull-Label das erste Album der Gruppe. "Creatures of the Night" wurde erst 2009 von Vocalion, zusammen mit dem zweiten und letzten Album der Band - dem 1978 erschienen "Silent Promise" - auf einer Doppel-CD wieder veröffentlicht.

Obwohl Turning Point mit Pepi Lemer (damals übrigens - vielleicht auch heute noch - Ehefrau des In-Cahoots-Keyboarders Pete Lemer) eine Sängerin hatten, hatte die Musik der Band instrumentalen Charakter. Frau Lemer bereichert die jazzigen Klänge auf "Creatures of the Night" nämlich textlos und fügt ihre Stimme als weiteres "Instrument" in das dichte verzahnte Klangeschehen ein.

Ein recht typisch spätcanterburesker Jazzrock ist auf "Creatures of the Night" zu finden. Locker und federleicht, ohne aber seicht und belanglos zu werden, strömen hier die Klänge aus den Boxen, bilden klangvolle, farbige Tongemälde, die von den fünf Protagonisten recht gleichberechtigt, ohne längere Soloeinlagen vorgetragen werden. Clynes warmer, satter und leicht dominanter Bass schafft das Grundgerüst, auf dem sich die farbigen Kompositionen erheben. Allerlei flächige Tastensounds, die Stimme der Lemer und Tidballs Saxophon sorgen für klangliche Fülle, in der Bass, Sax und E-Piano kurze lockere Soli einstreuen. Das Ergebnis ist ein symphonischer, immer etwas geheimnisvoll und unirdisch-etherisch klingender Jazzrock, der leidlich abwechslungsreich voran schreitet.

Wirklich Neues wurde da von Turning Point im Jahre 1977 dem Canterbury-Jazzrock-Genre natürlich nicht hinzugefügt. Trotzdem ist "Creatures of the Night" eine sehr angenehme, durchaus spannende und erfreulich lockere, aber trotzdem anspruchsvolle Scheibe, die jedem Liebhaber des eben erwähnten Genres zusagen sollte. Die eingangs erwähnte Doppel-CD ist daher eine interessante Möglichkeit um eine heute fast vergessene Formation aus der Spätphase des klassischen Canterbury-Progs kennen zu lernen und zudem die Basskünste des am 16. November 2009 verstorbenen Jeff Clyne zu würdigen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2009
Letzte Änderung: 17.12.2009
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Turning Point

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 Silent Promise 10.00 1

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