Letters from Utopia
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
SMH |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Ton Scherpenzeel |
keyboards, backing vocals |
| Pim Koopman |
drums, backing vocals, guitars, keyboards |
| Edward Reekers |
vocals, keyboards |
| Cindy Oudshoorn |
vocals |
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| Rob Vunderink |
vocals, guitars |
| Joost Vergoossen |
guitars, backing vocals |
| Jan van Olffen |
bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Rhea
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4:42
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| 2. |
Because I...
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3:14
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| 3. |
Turbulence
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3:52
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| 4. |
Before the angels fell
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8:40
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| 5. |
Breaking the news
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3:54
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| 6. |
For all the wrong reasons
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4:13
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| 7. |
Under the Radar
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2:45
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| 8. |
Hard work
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3:46
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| 9. |
Nobody wins
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4:57
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| Gesamtlaufzeit | 40:03 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Circles in the sand
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3:48
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| 2. |
Never was
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4:42
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| 3. |
Glass bottom boat
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3:57
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| 4. |
Horror in action
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4:37
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| 5. |
A whisper
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4:02
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| 6. |
Parallel Universe
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4:08
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| 7. |
Let the record show
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4:03
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| 8. |
Brothers in rhyme
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4:41
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| 9. |
When the love has gone
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4:11
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| 10. |
Letters from Utopia
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4:24
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| Gesamtlaufzeit | 42:33 |
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Rezensionen

Dass die altgedienten Bands der 70er ihre Comebacks feiern, ist ja mittlerweile schon normal geworden, aber normalerweise würden wir den Plural „Comebacks“ auf „Bands“ im Plural anwenden und davon ausgehen, dass jede Band nur ihr singuläres Comeback hat. Im Falle der niederländischen Band Kayak ist das etwas anders, denn ich finde, die haben eigentlich schon zwei Comebacks erlebt, von denen das erste (zwischen 2000 und 2001) mit den Alben „Close to the fire“, „Night Vision“ sowie einem Livealbum („Chance for a Livetime“) noch nicht ganz so erfolgreich ausgefallen war; die Rezensionen klangen damals auch eher verhalten, um es mal positiv zu formulieren. Dabei war die Musik kaum anders als in den späten 70ern auch schon, nur vielleicht hier und da noch süßlicher (oder besser gesagt: mit noch süßlicherem Zuckerguss überzogen, denn der Kern der Songs hatte kaum weniger Niveau als früher, was aber nicht heißen soll, früher sei das Niveau immer so enorm hoch gewesen).
Plötzlich, im Verlauf des Jahres 2003, wurde das nächste Comeback eingeleitet, diesmal mit einem erweiterten Remake des „Merlin“-Albums, und auf einmal bekam der Kayak-Rahmen Wake-manische Ausmaße. Zugleich wurde der Altersdurchschnitt in der Band drastisch gesenkt – durch den Beitritt der attrak-taffen Sängerin Cindy Oudshoorn. Jetzt wurden auch die Kritiken wieder besser, aber ob das nun eher an den opulenten Konzepten lag – kurz nach dem runderneuerten „Merlin“ folgte „Nostradamus“ – oder sogar an der neuen optischen Attraktivität, ist die Frage; es mag eine Mischung aus Beidem gewesen sein, aber auch ich muss zugeben, dass ich zwei Kayak-DVDs nur wegen Frau Oudshoorn und ihren tollen Kleidern besitze.
Die Opulenz allein war es sicher nicht, was Erfolg brachte, denn schon das „Nostradamus“-Konzept war nur konzeptionell eine Art Prog-Oper gewesen: die zahlreichen Überleitungen zwischen den Songs und eingestreuten Erzählerstimmen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Songs eben nur Songs waren, die sich auch hätten „versingeln“ lassen. Deshalb folgte denn auch mit „Coming up for air“ ein reines Songalbum, das gar nicht erst den Eindruck erwecken wollte, etwas anderes zu sein. Und wieder hagelte es gute Kritiken (sogar hier bei uns ;-)), denn die Songs gingen auf.
Das ist der historische Hintergrund, vor dem man ein Album wie das vorliegende „Letters from Utopia“ verstehen muss: bevor man ein Album hören kann, muss man es ja erstmal anschauen, und da finden wir uns in einer Fantasy-Coverlandschaft wieder, in der Wasserfälle von hohen Bergen tosen und spitze Türme in den Himmel posen. Natürlich muss solch optische Imposanz auch auf inhaltliche Entsprechung stoßen – und so finden sich denn auch gleich 2 CDs in dem Super-Jewelcase. Aber ein überraschter Blick auf die Tracklist zeigt die andere Seite des neuen Kayak-Konzepts: der musikalische Inhalt bietet uns wohl kaum eine Art „Journey to the centre of Middle-Earth“, sondern er bietet uns – Songs. Songs über Songs, 19 an der Zahl, und nur ein einziger davon erreicht 8 Minuten; alle anderen liegen um die 4 Minuten, etliche noch darunter. Aber in Erinnerung an „Coming up for air“ hofft der Fan darauf, dass die Songs wieder ebenso gut abgehen.
Und nun die Überraschung für alle: Sie tun es wirklich! Sie tun es so überzeugend, dass ich mich anfänglich gefragt habe, wieso Kayak so viele davon auf einmal rausbringen. Zwar sind die beiden CDs alles andere als randvoll (ein Song weniger, und alles hätte auf eine Scheibe gepasst), und es gibt auch kein Inhalts-Konzept, das eine Verteilung auf 2 CDs verlangt hätte, da wäre es doch ein Leichtes gewesen, wenn die Band erstmal nur eine Scheibe veröffentlicht und sich heimlich gefreut hätte, dass der Vorrat noch für eine weitere reicht.
Also müssen hier wohl andere Absichten eine Rolle gespielt haben, und eine mögliche kann ich mir denken: die wollten ein Album im Stil von ELO’s „Out of the Blue“ machen! Dafür spricht die strahlende Aufmachung genauso wie die Menge möglicher Smash-Hits. Außerdem hat es ja auch so ein Album, das (trotz eines gewissen Niveaus) die Massen ansprechen könnte, lange nicht mehr gegeben.
Ob natürlich die „Letters from Utopia“ so ein Hitalbum wird, ist ziemlich fraglich, denn so bekannt sind Kayak ja doch wieder nicht. Und ob die Songs gefallen? Ich schätze die Lage so ein: Wer „Coming up for air“ nicht mochte, muss hier gar nicht erst reinhören. Und wer den Vorgänger mochte, sollte damit rechnen, dass der Nachfolger ihm wieder alles Denkbare aus der Kayak-Welt – wirklich alles – in die Ohren stopft: Hier finden sich nebeneinander Rock-Stampfer („Turbulence“; „Hard Work“), sensible Balladen („For all the wrong reasons“; „Never was“), Jubel-Paraden („Before the angels fell“), folkig angehauchte Schmusesongs („A whisper“; „Breaking the News“), altbewährte Kayak-Rhythmen wie aus den 70ern („Under the Radar“) und sogar richtige Prog-Songs („Before the angels fell“ und „Brothers in Rhyme“), und nicht selten stehen die genannten Elemente sogar innerhalb eines Songs nebeneinander – z.B. verbindet „Brothers in Rhyme“ gekonnt einen Prog-typisch spannenden Mittelteil mit einer faszinierend Musical-tauglichen Melodie im Rahmenbereich, und „Because I…“ entpuppte sich für mich als Song, der mir irgendwie bekannt vorkam – weil ich kurz vorher zufällig ein neues Lied von Udo Jürgens im Radio gehört hatte, das melodisch genauso unter die Haut ging (um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: wir befinden uns hier zwar vorübergehend im Diskursuniversum des Schlagers, aber auf dieser Ebene ist der Song großartig).
Noch ist es Prog, wenigstens manchmal ansatzweise und vor allem in den oft unerwartet hervorbrechenden Gitarren-Soli, die manchmal mitten in einen Song reinbratzen. Aber wenn Kayak wollten, könnten sie auch mühelos den nächsten niederländischen Beitrag zum Eurovisons-Contest beisteuern. Wahrscheinlich würden sie gewinnen – meine Stimme hätten sie jedenfalls…;-)
| Anspieltipp(s): |
„Because I…“ – Der Song entfaltet sich am besten, wenn man beim Hören im Bademantel an einem weißen Flügel sitzt. |
| Vergleichbar mit: |
Das mit ELO – „Out of the Blue“ war eher ein Witz; passender wäre ein Vergleich mit Musical-orientiertem Prog, z.B. Parsons/Woolfson. Was den Unterhaltungswert betrifft, käme Supertramp als Vergleich infrage. |
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| Veröffentlicht am: |
18.11.2009 |
| Letzte Änderung: |
18.11.2009 |
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