SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Fragile as a Song (28.9.2016)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
30.9.2016
Leon Alvarado - The Future left behind
Cafeïne - Nouveaux Mondes
29.9.2016
Glass Hammer - Valkyrie
Beat Circus - Ringleader's Revolt
Van der Graaf (Generator) - Do Not Disturb
Pink Floyd - Meddle
Nerissa Schwarz - Playgrounds Lost
Kansas - The Prelude Implicit
Synchronic - Hybrid
28.9.2016
Judge Smith - The Climber
Monkey3 - Astra Symmetry
King Crimson - Radical Action To Unseat The Hold Of Monkey Mind
Dasch2 - Schleudergang
27.9.2016
Stick Men - Midori
Marillion - F*** Everyone And Run (F E A R)
26.9.2016
Greenslade - The Birthday Album - Live in Switzerland 1974
Seeking Raven - The Ending Collage
ARCHIV
STATISTIK
22718 Rezensionen zu 15539 Alben von 6032 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

King Of Agogik

The Rhythmic Drawing Room

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental
Label: Saustark Records
Durchschnittswertung: 10.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Hans Jörg Schmitz drums,cymbals and sounds,keyboards,guitar,bass
Dirk Wilms guitar,mandolin and bass

Gastmusiker

Volker Cornet bass
Michael Elzer Chapman stick
Mathias Borbonus bass
Michael Schmoigl bass
Phillip Schmitz keyboard
Enno Nilson keyboard
Erik Vaxjö keyboard

Tracklist

Disc 1
1. The Last Guru 11.22
2. Ed Gate 6.12
3. Stick, Trick and Track 4.48
4. The disgusting life of Lupus W. 13.38
5. Ostia 7.08
6. 66 Scary Seconds 1.06
7. Sunset on Chinese Wall 3.48
8. T.Parade 2.22
9. The old backyard 8.15
10. Prog 'n' Roll 2.51
11. Moonlit window 2.51
12. Too much butter 1.52
13. ...there is more to come... 0.45
Gesamtlaufzeit66:58
Disc 2
1. Leave 14.14
2. Welcome to the butchery 5.47
3. Moonlit night 1.29
4. The Crimson Drawing Room (Part 1 + 2) 23.55
5. Bob food 7.00
6. Under the ark 10.19
7. Eos 1.30
8. Withdrawal 3.16
Gesamtlaufzeit67:30


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


Es ist doch erstaunlich feststellen zu müssen, dass sich Hans Jörg "King of Agogik" Schmitz nach dem ziemlich gelungenen "Aleatorik System" mit seinem Doppelalbum "The rhythmic drawing room" doch noch steigern konnte.

Der Titel könnte vielleicht glücklicher gewählt werden, denn die nach rastloser Drum-Werkstatt klingende Bezeichnung "The rhythmic drawing room" hätte viel besser zum leicht unausgegoreren Erstling "Membranophonic Experience" gepasst.

Auf "The rhythmic drawing room" gibt der virtuose Schlagzeuger Schmitz nicht mehr so uneingeschränkt seinem Drang nach, alle gefühlten 3 bis 5 Minuten solieren zu müssen. (Die Drum-Freaks unter uns müssen aber nicht verzweifeln: Herr Schmitz soliert immer noch hin und wieder).

Die überwiegend zwischen Retroprog und Progressive Metal wechselnden Kompositionen wirken insgesamt entspannter und melodiöser. Schmitz ordnet sein Können den vielseitigen Stücken unter, die nunmehr überraschenderweise sehr viel Atmosphäre besitzen, solange sie sich im Bereich des symphonischen Retroprog und der Elektronik bewegen. Die früher sehr zahlreichen Samples werden bis auf wenige Ausnahmen sparsam eingesetzt.

Darüberhinaus erwarten den Hörer auf diesem über 2-stündigen und dennoch kurzweiligen Trip leicht bombastische chorale Passagen, stark elektronisch ausgerichtete Sequenzen, orientalische Themen und Anflüge von Jazz-Rock/Fusion. Ein ganz hervorragendes Beispiel für frischen und abwechslungsreichen Retroprog ist für mich "The crimson drawing room", selbst wenn ich keinerlei Bezüge zu King Crimson entdecken kann. Dafür erinnern die Schleifen in "Bob Food" an Soundcapes von Robert Fripp. "Under the Ark" setzt verstärkt auf elektronischen Bombast, der Fans von Vangelis gefallen dürfte. Das rituelle Getrommel lässt einen an frühere Aufnahmen von Mike Oldfield denken.

Und auch Humoriges gibt es zu vermelden. In dem rockenden "Prog'n'roll" träumt der Künstler von einem Rockstar-Dasein, wovon die gesampelten enthusiastischen Reaktionen des Publikums zeugen. Das komödiantische "Too much butter" wird von einem John Cleese-Sample eröffnet und mit Zitaten aus Muppet Show angereichert. In "Welcome to the butchery" wird robuster Humor mit Tiersamples betrieben.

Hoffentlich wird dem neuesten Werk von Hans Jörg "King of Agogik" Schmitz die Aufmerksamkeit zuteil, die es verdient.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.11.2009
Letzte Änderung: 21.11.2009
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 4)


Hans Jörg Schmitz alias der King of Agogik scheint am Stolt-Syndrom zu leiden: nachdem er bereits 2006 und 2008 jeweils eine randvolle CD herausgebracht hatte, gibt es 2009 eine Doppel-CD mit satten 130 Minuten Laufzeit. Im Gegensatz zu Herrn Stolt scheint sich der King musikalisch aber weiterzuentwickeln. Wurde das Debüt noch als "Drum-Workshop" bezeichnet, so würde ich bei diesem dritten Werk auf das erste Hinhören nicht unbedingt vermuten, dass hier ein Schlagzeuger seine Fantasien austobt. So gibt es nur sehr, sehr wenige Drum-Soli, stattdessen viel Gitarren- und Keyboardarbeit. Und jede Menge Samples, angefangen beim schon erwähnten John Cleese, Fanjubel, Schweine, Hunde, Trompetensignale, Züge etc. pp.

Dass Hans Jörg Schmitz ein versierter Drummer ist, zeigt er fortwährend. So sind die Songs häufig eine einzige Hatz durch möglichst viele und komplizierte Takte und Rhythmen; 6/8, 7/8, 9/8, 11/8, 3/4, 5/4 usw. Leider wirkt das häufig zusammengeschustert, da bei diesen Wechseln sich auch immer die Begleitmusik ändert. Das ist dann zwar wunderbar abwechslungsreich, aber die Musik hat keinen Fluss mehr. Für mich ist es echt anstrengend, mich durch die kompletten 130 Minuten hindurchzuhören, ständig muss man sich auf etwas neues einstellen. Dabei sind die einzelnen Teile durchaus hörenswert, mal im Retroprog verankert (sogar mit Mellotron-Begleitung), dann eher in der hardrockigen Ecke, auch etwas Fusion kann man heraushören. Neben diesem übertriebenen Abwechslungsreichtum in der Rhythmik gibt es in der Dynamik leider wenig Variation. Die meiste Zeit haut er auf seine Snare-Drum ein, so dass mir irgendwann gehörig das Trommelfell scheppert. Hier hätte ich mir zwischendrin gerne ein paar elegischere, ruhigere Momente gewünscht, in denen man sich wieder etwas hätte sammeln können.

Der King of Agogik würde gerne mit Frank Zappa verglichen werden. Zum einen natürlich in der Virtuosität und Abwechslungsreichtum der Musik (wobei ihm Zappa da aber noch einiges voraus ist). Zum anderen liebt es der King, vor allem die kürzeren Stücke mit Humor zu würzen, angefangen bei den bereits oben erwähnten Sprachsamples. Daneben werden auch immer wieder musikalische Minizitate aufgenommen: "Flipper" habe ich erkannt, das Muppets-Thema, "Old MacDonald had a farm" und bestimmt noch einiges mehr, was mir nicht so direkt aufgefallen ist, getreu dem zappaschen Motto: "Does humor belong in music?"

Ein Fazit zu ziehen fällt mir schwer. So restlos begeistert wie Siggy bin ich nicht, dafür ist noch zu vieles Stückwerk, müsste auf der kompositorischen Ebene nachgebessert werden. Verteufeln, wie dies in Rezensionen zu früheren Werken der Fall war, kann ich es auch nicht, dafür sind Virtuosität und Einfallsreichtum zu hoch. Und so entscheide ich mich für eine Note in der Mitte mit dem deutlichen Hinweis, sofern möglich vor dem Kauf erst einmal ausgiebig Probe zu hören.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2009
Letzte Änderung: 5.12.2009
Wertung: 8/15

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 3 von 4)


Da hatte sich ja bei Hans Jörg Schmitz alias der King of Agogik einiges angestaut. Das dritte Album in knapp vier Jahren und dann wieder mehr als zwei Stunden Musik. Es gibt ja so Gattungen, da wird die musikalische Qualität in beats per minute gemessen... schneller, höher, weiter. Nun, für ein Drummer-Soloalbum wäre das ja vielleicht gar kein so ein unpassender Maßstab, aber auf "The Rhythmic Drawing Room" geht es dann doch mehr um Ideen / Wendungen / Abwechslung pro Minute... und das finde doch viel spannender.

Obwohl... entspannend kann man das nicht nennen, was Schmitz mit seinen Partnern hier auf den Hörer los lässt. Wenn man die Rezensionen der Kollegen liest, dann bekommt schon einen Eindruck davon. Rhythmische Anomalien und Wendungen allerorten, dazu kraftvolle, oftmals im sinfonischen schwelgende Musik und eine Hülle und Fülle an Samples. Und gerade die Samples sind geschickt in den musikalischen Fluss eingebaut, so dass man fast von einer Komposition derselben sprechen möchte. Das ganze Album an Stück genossen, erschlägt den Hörer ob dieser Fülle an Ideen schon etwas. Aber es macht auch glücklich, weil es ungemein anregend und spannend ist, dem Geschehen zu folgen. Es ist natürlich hilfreich dominante, laute Drummer zu mögen. Darüberhinaus scheint Schmitz aber auch an seinen Fähigkeiten als Keyboarder und als Gitarrist – als besonderes Beispiel mögen die frippigen Gitarrenlinien in "Bob Food" dienen – gearbeitet zu haben. Gut, dass auch seine Mitstreiter allesamt eine gute Figur an ihren Instrumenten machen.

Schmitz dreht auf "The Rhythmic Drawing Room" den Spieß gegenüber "The Aleatorik System" einfach um: abwechslungsreich komponierte sinfonische Rockmusik mit gelegentlichen härteren Einschlägen wird mit technisch eindrucksvoller Schlagzeug-Pyrotechnik unterlegt, ja befeuert. Und das macht den Unterschied, denn nicht die Musik ist dazu da einen Rahmen für das Schlagwerk zu schaffen, sondern umgekehrt wertet die ungewöhnliche Schlagzeugarbeit die Musik, die sonst immerhin noch ein unterhaltsames Retroprog-Album geworden wäre, auf.

So macht natürlich die technische Finesse von Schmitz – gepaart mit unterhaltsamer und gelegentlich auch fordernder Musik – richtig Spaß. "The Rhythmic Drawing Room" ist eine positive Überraschung, wenn auch nicht immer eine ganz einfach zu genießende, und sollte eigentlich für jeden Fan sinfonischen Retroprogs mit dem gewissen Extra interessant sein.

Anspieltipp(s): zuvieles
Vergleichbar mit: so richtig mit nix und das ist vielleicht das Beste...
Veröffentlicht am: 11.4.2010
Letzte Änderung: 6.10.2013
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 4)


Hans Jörg Schmitz ist der King! Er ist der King der Agogik!

Nun ist Agogik nicht einfach irgend ein Käsewort, dass seine Majestät aus Wörtern wie "Pädagogik" destilliert hat, vielmehr handelt es sich um ein Fachwort aus der Musik, wo es die Tempoveränderung im Rahmen einer Performance bezeichnet. Der eine oder die andere hat sicher schon mal die Ausdrücke "accelerando" ('schneller werdend') oder "ritardando" ('langsamer werdend') gehört.

Keine Frage, Schmitz beherrscht genau das. Hier ist ein höchst versierter Schlagzeuger am Werk, der genau weiß, was er tut und wie man das tut. Und ich rede bewusst vom Schlagzeuger, denn diese Musik ist vom Schlagzeug her gedacht und für das Schlagzeug geschrieben. Das ist etwas, das ich sehr mag, weswegen ich auch sehr auf Bands wie Magma, Koenjihyakkei oder Ruins stehe. Allerdings besteht hier ein wesentlicher Unterschied: Der King hat sein Album nicht umsonst "The rhythmic drawing room" genannt, und das hört man auch: Es hat tatsächlich etwas Reißbretthaftes. Klar bewegt sich die Musik im Bereich des symphonischen Retroprog, des Hardrock, der Fusion, aber all die anderen Bestandteile der Musik, Melodien, Harmonien werden hier letztlich als bloße Beigabe behandelt, als Begleitmusik zu einem großen Schlagzeugfilm – und das macht das Album unausgewogen. Das kann man der Scheibe nun schlecht vorwerfen, "The rhythmic drawing room" ist eben genau das, was es zu sein behauptet: Ein rhythmic drawing room. Und als das, als Schlagzeugalbum, als Visitenkarte des Kings of Agogik, funktioniert es wunderbar. Aber ein bisschen Musik würde man schon auch hören wollen.

Schmitz' Performance kann der Schnipselstil seiner Kompositionen allerdings nicht schmälern. Der versierte Drummer schlägt sich mit eindrucksvoller Präzision durch 130 Minuten Stil- und Rhythmuswechsel, wie man das selten zu hören kriegt. Man wünscht sich – ihm – drei Dinge: Songs, eine Band, die mit ihm mithalten kann, und vor allem Songs. Denn beim Hören dieser beiden Scheiben kann ich einen Gedanken nicht loswerden: Was könnte der Mann alles leisten, wenn man ihm einen Songwriter von, sagen wir, dem Können eines Keith Emerson zur Seite stellen würde! Und als Getränk empfehle ich Big Red Vanilla Float.

Anspieltipp(s): Einfach irgendwo reinzappen
Vergleichbar mit: Hmmm. Ist wohl am ehesten was für Hörer von ELP-verwandten Bands.
Veröffentlicht am: 17.6.2010
Letzte Änderung: 6.10.2013
Wertung: 11/15
Hail to the King!

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Of Agogik

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Membranophonic Experience 6.00 3
2008 Aleatorik System 7.75 4
2011 From A to A 11.00 3
2014 Exlex Beats 12.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2016; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum