SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
17.12.2014
Premiata Forneria Marconi - Un'Isola
Pink Floyd - The Endless River
16.12.2014
Kalle Vilpuu - Silver Lining
15.12.2014
Barracuda Triangle - Electro Shock Therapy
14.12.2014
Modest Midget - Crysis
Vezhlivy Otkaz - Go to it!..
Ruinzhatova - Ruinzhatova
Annie Haslam - Live Under Brazilian Skies
Annie Haslam - Snowball
Mist Season - Mist Season
13.12.2014
Rhys Marsh - Sentiment
Andy Jackson - Signal To Noise
Secret Chiefs 3 - Perichoresis
Jimmy, Yoko & Shin - Sei Shonagon
11.12.2014
Brand X - Nuclear Burn
The Enid - First Light
10.12.2014
Bernard Szajner - Visions of Dune
Rishloo - Living as Ghosts with Buildings as Teeth
ARCHIV
STATISTIK
20883 Rezensionen zu 14208 Alben von 5456 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Osada Vida

Uninvited Dreams

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; New Artrock; Progmetal
Label: Metal Mind Productions
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lukasz Lisiak bass guitar, vocal
Bartek Bereska guitars
Rafal "R6" Paluszek keyboards
Adam Podzimski drums

Gastmusiker

Natalia Krakowiak vocal

Tracklist

Disc 1
1. Uninvited Dreams 8:14
2. My Nightmare Is Scared Of Me 10:24
3. Childmare (A Goodnight Story) 10:17
4. Lack Of Dreams 13:02
5. Is The Devil From Spain? 2:12
6. Is That Devil From Spain Too? 9:35
7. Neverending Dream 11:16
8. S.L.E.E.P.   (bonus track digipak edition) 3:16
9. 2304   (bonus track digipak edition) 6:14
10. Uninvited Dreams (Chlebow Edit)   (bonus track digipak edition) 4:25
Gesamtlaufzeit78:55


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 2)


Manchmal ist es ganz interessant, wenn man bei der ersten Begegnung mit einer Band vor der eigenen Rezension einmal die Eindrücke der Kollegen zu Rate zieht, kann es doch sowohl einen gewissen Vergleich mit anderen Alben ermöglichen als auch neue Blickweisen auf die Musik aufzeigen. So habe ich das auch im Falle der Polen von Osada Vida gehandhabt, die mir vor ?Uninvited Dreams? allenfalls durch das eine oder andere in der [progrock-dt]-Show gespielte Stück geläufig waren.

Interessant finde ich in diesem Fall die Aussage von Kollege Thomas in seiner Rezension zum direkten Vorgänger ?The Body Parts Party?, dass sich Sänger und Bassist Łukasz Lisiak in gesanglicher Hinsicht deutlich verbessert habe. Gehe ich einmal davon aus, dass er hier keinen Schritt zurück gemacht hat, so kommt bei mir vor allem eine Frage: Wie ? mit Verlaub ? beschissen hat der Mann vorher gesungen? Lisiak bewegt sich im Grunde in drei Stimmfarben. Da wäre zum einen die lakonische, die insbesondere im eröffnenden ?Uninvited Dreams? und im abschließenden ?Neverending Dream? eingesetzt wird und eindeutig die schlimmste ist: Unsicher, ohne jeden Ausdruck und zielsicher an jedem Ton vorbeisingend wie ein Parkinson-Patient beim altbekannten Moorhuhn-Spiel.

Etwas besser ist es, wenn es zwar immer noch ruhig, aber eher lässig zugehen soll. Immer noch alles andere als gut, aber immerhin in der Stimmfarbe ansatzweise vergleichbar mit Eric Wagner (ehemals bei den Doomstern Trouble am Start) mit einer richtig dicken Grippe (siehe z.B. ?Lack Of Dreams?). Am wenigsten nervt es, wenn er etwas mehr den Metalshouter raushängen lässt, denn dafür muss man nicht unbedingt im klassischen Sinne herausragend singen können. Andererseits wäre es auch in diesem Fall kein Fehler, wenn man zumindest etwas Volumen, geschweige denn die Fähigkeit nicht jeden zweiten Ton zu versägen, hätte. Deutlicher wird diese Schwäche noch an den Stellen, an denen Gastsängerin Natalia Krakowiak ihre Einsätze hat ? wenn der Hintergrundgesang mindestens drei Klassen besser als der im Vordergrund ist, kommt man schon ins Grübeln.

Kurzum: Der Gesang ist eine Katastrophe und der restlichen Musik nicht im geringsten würdig. Dass dem so ist, ist allerdings am allerwenigsten der Verdienst von Keyboarder Rafał ?R6? Paluszek. Dabei ist es großenteils nicht einmal schlecht und passagenweise (v.a., wenn er Moog- oder Hammond-Sounds auspackt) gar richtig gut, was an den Tasten serviert wird, aber Paluszek ist einer dieser gewissen Tastenmagier, wegen denen der Begriff Käseboards erfunden wurde. So kommt es in unregelmäßigen, aber leider auch nicht wirklich außerordentlich langen Abständen zu Exzessen, in den Quietsch- und Käsesounds, die sich die wenigsten Neoprog-Bands so trauen würden, den Hörer überfallen. Interpretiert man diese Momente allerdings als Nachtmahre in den Träumen, um die sich das Album dreht, so ist das schon fast wieder wieder passend in seiner Abstoßendheit.

Immerhin, meistens bleiben die Keyboards trotz dieses Mankos brav flächig (und das ist dann auch großenteils gut gemacht) und wie bereits erwähnt können durchaus einige Solospots gefallen. Ein echtes Positivum wird Paluszek ? abgesehen von seiner Verantwortlichkeit für das unspektakuläre, aber gelungene Artwork ? so zwar auch noch nicht, aber ein Negativum stellt er andererseits auch nicht dar. In die gleiche Kerbe schlagen auch das Bassspiel von Lisiak und Drummer Adam Podzimski, die songdienlich und ohne groß auffällig zu werden ein solides und gekonntes Rhythmusfundament legen. Letzterer ist dabei sogar einer der Punkte, die Osada Vida ihren Landsleuten und offensichtlichen Vorbildern Riverside voraushaben.

Das, was Osada Vida ganz alleine von klar unterdurchschnittlichem auf immerhin dann doch durchschnittliches Niveau hochzieht, ist allerdings Gitarrist Bartek Bereska. Sein Spiel ist auf beeindruckende Weise in allen Bereichen kompetent. Ob hart oder groovig, ob lässig oder melodisch, ob elegisch solierend (das Solo in ?Lack Of Dreams? sticht in dieser Disziplin hervor) oder funkig oder gar in Latino-Akustik wie im passend betitelten ?Is The Devil From Spain?? - Bereska beherrscht alle diese Facetten in vollkommen überzeugender Manier und muss sich ganz sicher nicht hinter seinem Pendant Piotr Grudzinski verstecken. Richtig, richtig gut.

Damit wären wir auch nochmal bei den Vergleichen: Ausgehend von dem, was ich von Osada Vida vorher kannte, und den Rezensionen würde ich behaupten, dass sich im Grundsatz nicht viel geändert hat. Die Polen versuchen sich immer noch als härtere Variante von Riverside und mischen dementsprechende new-artrockige und floydige Einflüsse mit knackiger, metallischer Härte. Ab und zu darf es auch einmal grooven, fusionesk rumjazzen oder spacerockig daherwabern. Das ist alles sicher nicht besonders spektakulär oder wahnsinnig einfallsreich, aber en gros schon atmosphärisch gelungen - das zugrundeliegende Traumthema liegt natürlich bei dieser Musik nahe und wird auch passend umgesetzt ? und abwechslungsreich komponiert.

Prinzipiell wäre also, gerade durch das weit über Durchschnitt liegende, Klampfenspiel trotz eingeschränkter Innovativität eine eindeutige Empfehlung an alle Genrefreunde drin. Wenn, ja wenn da nicht die immer mal wieder auftretenden fünf Minuten von Keyboarder Paluszek und der nahezu völlig indiskutable Gesang wären. Es ist fast schon zum Heulen, wenn man sieht, wie man sich so gelungene instrumentale Passagen mit dem Hintern wieder einreißt. Mein Tipp: Die Quietschsounds des Käseboards löschen und Instrumentalband werden oder z.B. Frau Krakowiak als reguläre Sängerin anheuern. Dann könnte man hier richtig Spaß haben.

Anspieltipp(s): Childmare, Lack Of Dreams
Vergleichbar mit: Riverside, in zweiter Linie villeicht auch mal Dream Theater oder Pink Floyd
Veröffentlicht am: 11.12.2009
Letzte Änderung: 11.12.2009
Wertung: 7/15
liegt v.a. am Sänger oder am Gitarristen, je nachdem, was der Ausgangswert sein soll

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 2)


Ehrlichgesagt frustriert mich dieses Album ein bisschen, denn Kollege Egbers hat mit seiner Analyse (teils leider) ganz recht. Irgendwie mag ich Osada Vida nämlich, ich könnte gar nicht genau sagen, warum. Aber ich finde die Polen finden bei aller Nähe zu ihren Landsleuten Riverside einen respektablen Weg durch den New Artrock-Dschungel. Die Musik umhüllt den Hörer mit düsteren, schweren Klängen, groovt und rockt aber dennoch ungemein. Durchaus heftige Passagen mit hartem Riffing lösen sich in hymnische Ausbrüche auf. Gerade Gitarrist Bereska weiß mit variablem Spiel und mitreißenden Soli zu überzeugen, die Rhythmusgruppe agiert dicht und kraftvoll. Gut, die Eskapaden von Keyboarder 'r6' Paluszek schießen zuweilen über's Ziel hinaus, aber - hey! - wir sind im Prog unterwegs. Mich stören solche Auswüchse nicht wirklich, zumal Paluszek auch oft mit Hammond-Sounds und flirrenden Moog-Soli glänzt. Osada Vida finden einen gelungenen Weg zwischen angenehmer Härte, Melodie (da schauen immer mal wieder beatleske Momente um die Ecke) und nicht zuletzt kleinen vertrackten Einlagen (da wird es schon mal jazz-rockig). Die ungebetenen Träume werden so adäquat illustriert.

Eigentlich also alles richtig gemacht, bis Bassist Lisiak zu singen anfängt. Das ist ein kleines Drama. Ich finde den Gesang zwar sicherlich nicht ganz so störend wie Kollege Egbers, aber ich muss schon zugeben, irgendwie scheint es wieder schlechter geworden zu sein. Noch auf "The Body Parts Party", dem Vorgängeralbum, meinte ich einen Trend zur Besserung zu erkennen, das ist leider wie weggeblasen. So kann ich mich in diesem Punkt dem Kollegen nur anschließen: Bitte einen Sänger besorgen oder eben Gastsängerin Natalia Krakowiak als Frontfrau etablieren (immerhin hatten Osada Vida ja anscheinend früher schon mal eine Sängerin) oder ganz zur Instrumentalband mutieren (was mir vielleicht am liebsten wäre, man höre sich nur die beiden "Devil from Spain"-Instrumentals an).

Aber wer über Lisiaks wenig überzeugende Gesangseinlagen - die glücklicherweise auch nicht so häufig sind - hinweghören kann, der wird - siehe oben - mit einem gutklassigen Genre-Album bedient. Die Digipak-Ausgabe, die im übrigen sehr hübsch gemacht ist und mit schickem Art Work glänzt, kommt mit drei zusätzlichen Tracks daher, die das Album aufwerten, insbesondere das ruhige, hypnotische "S.L.E.E.P.", sogar mit einem gelungenen Duett von Lisiak und Krakowiak (manchmal klappt's dann anscheinend doch).

Anspieltipp(s): Lack Of Dreams
Vergleichbar mit: Riverside und ähnlichen New Artrock-Combos mit leicht erhöhtem Härtegrad
Veröffentlicht am: 29.12.2009
Letzte Änderung: 24.11.2014
Wertung: 9/15
Musik ohne Gesang... mindestens 11

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Osada Vida

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Three Seats Behind A Triangle 6.00 2
2008 The Body Parts Party 9.00 2
2012 Where The Devils Live (DVD) 7.00 1
2013 Particles 10.00 2
2014 The After-Effect 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2014; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum