Krautrock from Hell
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Dirk Bittner |
Gitarren, Stimme, Percussion, Tapes |
| Dirk Jan Müller |
Orgel, Synthesizer, Klavier, Mellotron, Tapes |
| Tom Rückwald |
Bass |
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| Georg Monheim |
Schlagzeug, Percussion |
| Josef Ahns |
Gitarren, Flöten |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
bandwurm
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5:42
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| 2. |
sundos
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4:59
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| 3. |
chorg (cpt. gyrok's)
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10:50
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| 4. |
hers
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9:37
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| 5. |
kunstkopf
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6:28
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| 6. |
neuronomicon
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25:01
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| 7. |
wurmloch
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15:38
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| Gesamtlaufzeit | 78:15 |
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Rezensionen

Das neue Jahr fängt gut an. Am 5.1. erscheint von ELECTRIC ORANGE die neue CD "Krautrock from Hell" auf dem Markt, die ich direkt via Homepage bestellt und erhalten habe (manchmal lohnt es sich, persönliche Kontakte zu Musikern zu unterhalten :-).
Allerdings ist das neue Jahr auch eine Zäsur für die Band, da Gitarrist Josef Ahns die Band verlassen hat. Dafür ist mit Georg Monheim (der schon beim Bonustrack auf "fleischwerk" mitspielte) ein neuer Schlagzeuger dabei.
Musikalisch hat die Band die CD in zwei doch unterschiedliche Abschnitte gegliedert, was sie mittels Ansagen kenntlich machen. Der erste Abschnitt umfasst die Titel 1 - 5, der zweite die restlichen beiden.
Die ersten fünf Titel bewegen sich im Rahmen dessen, was sie schon auf den beiden vorangegangen CDs "Fleischwerk" und "Morbus" geboten hatten. Es gibt wieder das metronomhafte, sehr in den Vordergrund gemixte Schlagzeug der heftigeren Sorte, dazu einen kraftvollen Bass und als Sahnehäubchen die diversen Hammond- und Gitarrenspuren, Sprachsamples, Ethnodrums, Flöten und viel Hall.
Erster Höhepunkt ist für mich das knapp zehnminütige "chorg". In der ersten Hälfte darf die Gitarre über fließende Keyboardsounds in bester Spacerockmanier aufspielen (wunderschön verzerrt), in der zweiten wird der Hallraum geöffnet und ein Synthie übernimmt die Leadstimme (Minimoog?) Eine "Neuerung" gibt es im folgenden, zweigeteilten Stück "hers". Nach einer knapp dreiminütigen Einleitung (eine wie aus weiter Ferne ertönende E-Gitarre mit ein paar Effekten) und einem Sprachsample ertönt plötzlich ein richtiger Ohrwurm mit Gesang. So habe ich die Band noch nicht gehört. Das könnte fast schon als Singleauskopplung durchgehen - prima. "Kunstkopf" erinnert an krautige Improvisationen oder PINK FLOYD-Titel der frühen 70er und beendet mit seinem hypnotischen Rhythmus und den Hammondsounds den ersten Abschnitt der CD und bietet einen Ausblick auf die kommenden beiden Titel der "2. Seite".
Mit akustischer Gitarre beginnt der Longtrack "neuronomicon". Allerdings dauert dies nur eine knappe Minute, dann beginnt ein lang anhaltender Trip quer durch beste Krautrock/Psychedeliczeiten. Es dröhnt die Orgel, die Gitarre schwebt, es gibt allerlei Effekte, und zusammengehalten wird das alles vom Schlagzeug und Bass, die dem langen Stück ein solides, kraftvolles Fundament geben. Noch krautig-elektronischer ist der abschließende Titel "wurmloch". Hier huldigt die Band der frühen deutschen Elektronik, wie sie z.B. Tangerine Dream zu Zeiten von Alpha Centauri oder Atem gespielt haben.
Zusammenfassend gilt: die Band hat es geschafft, das hohe Niveau von MORBUS zu halten und einige neue Zutaten hinzuzufügen. Ich bin gespannt, wie sie in Zukunft klingen werden.
| Anspieltipp(s): |
hers, neuronomicon |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
30.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
30.12.2009 |
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Krautrock from Hell ist meine erste Begegnung mit Electric Orange, die mir aber keinen besonderen Spaß gemacht hat. Wie auf so vielen psychedelisch-spacig-krautig inspirierten Platten der letzten Jahre klingt die Musik der Band in meinen Ohren eher gemütlich als spannend. Zumindest wird wohl niemand ernsthaft behaupten wollen, dass in den teilweise endlos langen Stücken dieses Albums große musikalische Herausforderungen stecken. Es handelt sich um eine alt vertraute Klangtapete, die meines Erachtens auch noch ziemlich gemächlich an die Wand geklebt wird.
Um atmosphärische Werte kann man sich natürlich schlecht streiten. Wem das Muster dieser Klangtapete gefällt, der wird sich damit wohlfühlen, und dagegen gibt es auch keine Argumente. Ich stelle überdies nicht in Abrede, dass die Band ihr Klangkonzept professionell beherrscht und es vermutlich genauso umsetzt, wie sie es möchte. Mir fehlt nur die Ambition, die Sache auch mal gegen den Strich zu bürsten, stärker auf die Tube zu drücken und mehr Brechungen einzufügen, um einem sonst allzu vorhersehbaren „Krautrock“-Ritual zu entgehen.
Es gibt keinen Grund, musikalische Stile nur deshalb außer Dienst zu stellen, weil sie schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Es stört mich aber, wenn Krautrock im Gestus von „Schönes bleibt“ dargeboten wird, bei dem man befürchten muss, dass die ganze Sache kurz vor der WDR-4-Fähigkeit steht, weil Nostalgie dabei alles ist. Ein paar schärfere Kanten dürften schon sein. Oder die CD müsste mir einfach besser gefallen, worauf es ja zuletzt immer hinausläuft. Aber dazu ist sie mir einfach zu ereignislos.
P.S.: Natürlich hat mich der Albumtitel "Krautrock from Hell" an die CD Electric Cartoon Music from Hell von "Electrocution 250" erinnert. Das ist auch gleichzeitig ein hervorragendes Beispiel für ein musikalisches Zulangen, von dem Electric Orange für mich so gar nichts haben. In der Hölle kann jedenfalls auch mehr los sein.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.2.2010 |
| Letzte Änderung: |
18.2.2010 |
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Dies ist das fünfte Electric Orange-Album, das ich gehört habe und das vierte, das ich bespreche. Gerade die letzten Veröffentlichungen hatten mir sehr gefallen. Wie wird es diesmal sein?
Die erste Hälfte des Albums unterscheidet sich nicht zu sehr vom dynamischen Vorgängeralbum Morbus, gerade auch hinsichtlich der hypnotischen Wirkung der Musik in bester psychedelischer Krautrocktradition. Auffällig ist hierbei wieder einmal das Schlagwerk, das sich schön auf Uhrwerk reimt. Denn obwohl der Schlagzeuger gewechselt hat, bearbeitet auch Georg Monheim sein Instrument mit dieser liebezeitmäßigen Präzision wie sie für Electric Orange typisch ist. Dazu röhrt wieder die Orgel und zerrt die Gitarre. Manchmal schmeichelt sie auch. Hinzu kommen auch wieder collagierend diese Geräusche und Sprecheinlagen von alten Tonbandgeräten.
Das gestaltet sich insgesamt zwar wenig überraschend, wärmt aber doch über eine solide LP-Länge hinweg das Herz des Krautrockliebhabers. Und man merkt deutlich: die Jungs verstehen einfach ihr Handwerk.
Es folgen aber noch zwei weitere Stücke ebenfalls in LP-Länge, die andere Akzente setzen. Neuronomicon – man denkt vielleicht an eine neurologische Variante des legendären Necronomicon – setzt mehr auf spacige und mystische Klänge und wirkt deutlich freier in der Form als die eher konzentrierten Stücke der ersten Hälfte. Hier nutzt die Band ausgiebig die Gelegenheit zu gemächlich fortschreitender Improvisation. Wer kann, schließt die Augen und nutzt die Chance zu einer Reise in seinen Inner Space. Wer das nicht kann, für den könnte es sich allerdings etwas ziehen.
Und mit Wurmloch wird es dann noch inniger. Da schwebt und geheimnist es mit ungeheuer dichter Atmosphäre elektronisch-percussiv nur so vor sich hin. Ungemein beeindruckend ist das, aber auch schwierig.
Krautrock from Hell ist anders als Morbus kein in sich konsistentes Album geworden, sondern vereinigt quasi zwei sehr unterschiedliche Alben in einem. Der erste Teil bietet Anschlussfähiges an den musikalischen Meilenstein Morbus, der zweite hingegen ausufernde Meditationen. Verfechter langer Spielzeit dürfen frohlocken, da kaum ein Quäntchen Platz auf der CD „verschwendet“ worden ist. Aber eigentlich sollte man die beiden Hälften separiert voneinander hören, also auf zwei CDs bzw. LPs verteilt.
Krautrock from Hell stellt für mich einen facettenreichen Zwischenschritt im Schaffen von Electric Orange dar. Muss man nicht haben, sollte man aber vielleicht doch besser.
| Anspieltipp(s): |
Bandwurm, Wurmloch |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.2.2010 |
| Letzte Änderung: |
18.2.2010 |
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