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Black Bonzo

Guillotine Drama

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Blues; HardRock; Psychedelic; RetroProg
Label: B & B Records
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Israel drums, percussion
Magnus Lindgren lead vocals
Nicklas Ahlund keyboards
Joakim Karlsson guitar, bouzouki, flute
Anthon Johansson bass

Gastmusiker

Stefan Tjorngren sax (3,7,9)
Emma Nyberg trumpet (3,7,8)
Cia Hedmark violin, cello (4,6)
Magnus Lindberg tambourine (3), shakers (3,8)

Tracklist

Disc 1
1. Guillotine Drama 5:30
2. Because I Love You 6:01
3. Zephyr 4:55
4. Sudden Changer 4:29
5. War Machine 4:11
6. How Do You Feel? 8:05
7. Tell Me The Truth 3:51
8. Nest Of Vipers 4:28
9. Supersonic Man 8:10
Gesamtlaufzeit49:40


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Die Retro-Schweden Black Bonzo melden sich mit einem neuen Album zu Wort. Wobei ?neu?... das Album ?Guillotine Drama? klingt natürlich wieder alles andere als ?neu?. Wenn das möglich sein sollte, gehen die Schweden gegenüber ihrem Zweitling ?Sound of the Apocalypse? noch einen Schritt weiter zurück und tauchen noch tiefer in die rockigen Zeiten der 70er Jahre ein.

Dabei ist das neue Album phasenweise etwas härter ausgefallen. Die Gitarre dominiert eindeutig und die Tastenklänge sind deutlich in den Hintergrund gedrängt. Eigentlich sind nur noch gelegentliche Hammond-Soli wirklich im Vordergrund wahrnehmbar. Dabei sind auch irgendwie die 'queenigen' (die Gitarre klingt mehr wie Blackmore) und die 'tulligen' Momente auf der Strecke geblieben. Die Rhythmus-Fraktion rockt erdig, kraftvoll vor sich hin. Es hat auch bis zum letzten Song ?Supersonic Man? gedauert, bis mir aufgefallen ist, was mich die ganze Zeit beschäftigt hat: Die Songs sind auch irgendwie direkter, weniger komplex, eben mehr erdig rockend ausgefallen. Das wird dann eben besonders deutlich, wenn das epische ?Supersonic Man? zum Abschluss die instrumentale Seite der Band mehr von der Leine lässt. Fast ein bisschen schade das, vor allem weil so natürlich weniger Stoff für Proggies hier drinsteckt. Und das trotz der durchaus variantenreichen Instrumentierung, gerade durch die Gastmusiker. Aber leider gehen die Beiträge im Mix irgendwie ein bisschen unter.

Widersinnigerweise wirkt ?Guillotine Drama? aber eigenständiger, vermutlich weil kaum eine Passage mehr direkt ?geklont? wirkt. Diesmal destillieren Black Bonzo aus der Inspiration schon mehr und mehr ihre eigene Musik heraus. Aber wie gesagt, ?modern? ist hier nichts und erfunden wird natürlich auch nichts neu.

Einen Sonder-Bonus-Punkt bekommt der variable, warme, einfach wunderschöne Gesang von Magnus Lindgren, der das Album wirklich trägt.

Zum gepflegten Abrocken zu alten Klängen ist ?Guillotine Drama? allemal bestens geeignet. Black Bonzo sind bei weitem noch nicht so mainstreamig wie meinetwegen Wolfmother (um mal einen zeitgenössischen Vergleich zu nennen), gehen aber irgendwie entspannter und angenehmer zu Werke wie Bigelf (wohl die ähnlichste Combo in dem Genre, mit denen ich allerdings irgendwie nicht richtig warm werde).

P.S.: Das Album kommt als hübsches Digipak. Im Booklet gibt es neben den Texten auch eine kleine Bau- und Bedienungsanleitung für die namensgebende Guillotine. Falls jemand in politisch unruhigen Zeiten auf bewährte Werkzeuge setzen will (so, auch eine Portion schwarzen Humor untergebracht).

Anspieltipp(s): Gulliotine Drama, Zephyr, Supersonic Man
Vergleichbar mit: Retro-Rock a la Bigelf, Black Mountain & Co.
Veröffentlicht am: 4.1.2010
Letzte Änderung: 4.1.2010
Wertung: 9/15
gemäß Phideaux: "...to rock for prog!"

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Retro ist nicht gleich Retro. Mit ihren ersten beiden Alben kultivierten Black Bonzo in jeglicher Hinsicht einen Stil, der komplett auf die 70er abzielte. Sound, Struktur, Arrangements und Instrumentarium, wie auch Outfit und Look der Band waren komplett in den 70ern zu Hause, dazu vermengte man, mal durchaus geschickt, mal gekonnt kopiert, die Helden der Vergangenheit aus dem Hard & Progressive Rock. Ihr drittes Album setzt diese Richtung fort, jedoch mit einigen, nicht unwesentlichen Korrekturen, die letztendlich für eine dosierte Neuorientierung sorgen.

Um es simpel auf den Punkt zu bringen, könnten man sagen: weg vom Prog, hin zum Rock. Black Bonzo verabschieden sich nahezu komplett von verschachtelten Arrangements, dominanten Keyboards und gelegentlichem Bombast. Vielmehr geht es hin zu gitarrenlastigem Groove, erdigen Rhythmen bzw. fetten Orgelsounds, sowie melodiöser, hard-rockender Geradlinigkeit. Natürlich ist der Prog-Einfluss nicht komplett abhanden gekommen, doch scheint man auf einen massenkompatibleren, schnörkellosen Retro Sound zu setzen. Das ist selbstverständlich immer noch gut und souverän gemacht, trotzdem verlieren Black Bonzo damit inhaltlich einiges von ihrer Magie, vom gekonnten Überraschungsmoment, der gerade die letzten beiden Alben prägte.

Natürlich muss eine Rückkehr zu einfachen, groovigen Mitteln kein schlechter Schritt sein, doch wenn man sie z.B. mit einer ähnlich gelagerten Band wie Bigelf vergleicht, wird offensichtlich, dass Black Bonzo eben nicht mit deren Klasse mithalten können und in der großen Konkurrenz der unzähligen Retro Rock Combos es sicherlich schwer haben werden. So verkaufen sich die Skandinavier selbstverschuldet einfach unter Wert. Was in ihnen immer noch steckt, das beweist das Album abschließende „Supersonic man“, in der endlich die Instrumentalisten mehr Freiheit bekommen und man es kernig abgehen lässt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.6.2012
Letzte Änderung: 17.6.2012
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Black Bonzo

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Black Bonzo 11.00 1
2007 Sound of the Apocalypse 11.67 3

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