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Jean Michel Jarre

Metamorphoses

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Ambient; Elektronische Musik
Label: Disques Dreyfus / Epic
Durchschnittswertung: 7.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jean Michael Jarre Synthesizer, Vocals
Christopher Papendieck Keyboards, Bass
Francis Rimbert Keyboards

Gastmusiker

Laurie Anderson Sprache auf "Je me souviens"
Natacha Atlas Gesang auf "C’est la vie"
Sharon Corr Violine auf "Rendez-vous á Paris"
Dieirdre Dubois Gesang auf "Miss Moon"
Lisa Jacobs Gesang auf "Millions of stars"
Veronique Bossa Gesang auf "Give me a sign" and "Millions of stars"
Olivier Constantin, Olivier Swell, Frank Noél Gesang auf "Tout est bleu"
Ozlem Cetim Gesang auf "Silhouette"

Tracklist

Disc 1
1. Je me souviens 4:25
2. C’est la vie 7:11
3. Rendez-vous à Paris 4:19
4. Hey Gagarin 6:20
5. Millions of stars 5:41
6. Tout est bleu 6:01
7. Love Love Love 4:26
8. Bells 3:49
9. Miss Moon 6:08
10. Give me a sign 3:49
11. Gloria, lonely boy 5:31
12. Silhouette 2:29
Gesamtlaufzeit60:09


Rezensionen


Von: Jörg Graf @ (Rezension 1 von 2)


Spätestens mit Oxygene 7-13 hatte ich den Entschluss gefasst, Jarre keine weitere Beachtung mehr zu schenken. Ein Fehler, wie ich eingestehen muss.

Aus der Presse nahm ich zwar noch die Information mit, er habe es auf "Metamorphoses" mal mit "Chansons" vesucht, was ich dann aber noch weniger erst nehmen konnte. So habe ich erst knappe 10 Jahre später bei sich bietender Gelegenheit ein Ohr riskiert (was dann tatsächlich zur Folge hatte, dass ich mir alle späteren Outputs von ihm auch noch besorgen musste).

"Chansons" ist natürlich nicht wirklich treffend. Aber die Fülle an Gastsängern in den Credits deutet ja schonmal darauf hin, dass Gesang auf diesem Album einen weitaus höheren Stellenwert einnimmt als jemals zuvor. Auf Zoolook hatte Jarre sich Melodien größtenteils aus Samplefetzen zusammengebaut und auf Revolutions hat dann sogar ein echter Frauenchor gesungen.

Jetzt experimentiert Jarre jedoch auf vielfältige Weise mit Gesang und Stimme. Häufig wird tatsächlich Textuelles übermittelt, sei es über einen Vocoder, als Sample oder als eingesprochener Text. Bemerkenswert ist sogar, dass Jarre es schafft, lediglich aus ein paar gesprochenen Wörtern den Song so etwas wie eine Geschichte erzählen zu lassen (Je me souviens). Als Gegensatz fungiert der tatsächliche menschliche Gesang hauptsächlich als Instrument ohne eine textuelle Botschaft zu übermitteln (C'est la vie, Silhouette, Miss Moon). Nur an wenigen Stellen wird echter Gesang auch mit echtem Text kombiniert.

Im Grundsatz ist das Album sehr ambient-artig geraten. Interessanterweise ist die technische Ausstattung dafür sehr minimal angelegt. Jarre benutzt tatsächlich nur ein paar wenige digitale Synthesizer. Aber er schafft es, den meisten Stücken einen sehr ruhigen, melancholischen Grundton mitzugeben. Verfeinert und gesteigert wird das ganze dann durch die vokalen Einlagen, Streicherarrangements oder einer Rhythmusfraktion. Letztere mündet leider in einigen Fällen in doch zu poppigen Gefilden. So können Stücke wie "Tout est bleu", "Give me a sign" oder auch "Bells" (soll das eine Hommage an Mike Oldfield sein?) nicht überzeugen.

Besonders hervorheben möchte ich:
"Je me souviens", das uns einen Mini-Krimi erzählt
"C'est la vie", das sich herrlich in arabisch angehauchten Gesang hineinsteigert
"Rendez-vous a Paris" mit seinen psychedelischen Momenten und wunderschönem Zusammenspiel von Harfe und Violine
"Hey Gagarin" mit energischer Streichereinlage
Das träumerische "Millions of stars", das am Ende in liebliche Melancholie zerfließt
"Miss Moon", bombastisch, düster, psychedelisch und ethnisch.

Gut gemacht, Jean. Werde ich weiterempfehlen.

Anspieltipp(s): C'est la vie, Miss Moon
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.2.2010
Letzte Änderung: 27.5.2011
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Wer in der Schule Latein hatte, der kennt die "Metamorphosen" des Ovid. Dabei handelt es sich um kurze, aus der Sagenwelt stammende, mythologische Geschichten, die in Versform von der Verwandlung eines Menschen in ein Tier oder eine Pflanze erzählen. Sehr empfohlen.

Jean-Michel Jarre hat insofern eine Wandlung durchgemacht, als dass er erstmal ein Album mit Songs aufgenommen hat. Wer jetzt allerdings erwartet, dass hier wirklich vornehmlich gesungen wird, der irrt. Meist handelt es sich um elektronisch verfremdete kurze Gesangslinien, Gesprochenes oder Chor im Hintergrund und wirkt der "Gesang" wie ein zusätzlicher Effekt, ein weiteres elektronisches Element im Gesamtklangbild.

Zentrales Element der Musik sind immer noch die von Jarre mit einem Arsenal an Synthesizern erzeugten elektronischen Klangwolken, Sounds und Effekte. Die Musik ist modern und bewegt sich stilistisch im Kraftfeld von Techno Pop, Ambient und Elektro-Pop. Jarre ist spätesten hier nicht mehr als das zu erkennen, was er mal war. Hat er sich bisher immer wieder selbst zitiert und waren gewisse Sounds immer als typisch Jarre zu erkennen, so trifft das hier gerade mal auf "Millions of Stars" zu. Der Rest ist "neu".

Ich teile die Begeisterung meines Vorredners nicht. Kompositorisch ist mir das hier gebotene zu gewöhnlich, sind die "Vocals" kein Element, welches das Gesamtbild wirklich aufwertet und den Künstlern und Künstlerinnen gerecht würde.

Mag sein, dass das Gebotene im Kosmos der oben erwähnten Stilrichtungen Klasse hat; ich finde es schnell langweilig und belanglos.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.3.2011
Letzte Änderung: 31.3.2011
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jean Michel Jarre

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Oxygene 10.00 2
1978 Equinoxe 11.50 2
1981 Magnetic Fields 10.50 2
1982 The concerts in China 8.50 2
1984 Zoolook 7.67 3
1986 Rendez-Vous 8.00 2
1987 In Concert Houston-Lyon 7.00 2
1988 Revolutions 7.50 2
1989 live 7.00 2
1990 Waiting for Cousteau 7.00 2
1991 Images - The Best of Jean Michel Jarre - 1
1993 Chronologie 3.00 2
1994 Hong Kong 7.00 1
1997 Oxygene 7-13 3.00 1
1998 Paris Live "Electronic Night" - 1
2002 Sessions 2000 4.00 2
2003 Geometry of Love 6.50 2
2004 Aero 6.00 1

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