Mr. Gone
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Columbia |
| Durchschnittswertung: |
7/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Joe Zawinul |
Keyboards, Percussion, Stimme |
| Wayne Shorter |
Saxofon |
|
| Jaco Pastorius |
Bass, Percussion, Stimme |
|
Gastmusiker
| Peter Erskine |
Schlagzeug |
| Steve Gadd |
Schlagzeug |
| Tony Williams |
Schlagzeug |
| Manolo Bandrena |
Gesang (1) |
|
| Joe Lucien |
Gesang (1) |
| Deniece Williams |
Gesang (8) |
| Maurice White |
Gesang (8) |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Pursuit of the Woman with the Feathered Hat
|
5:00
|
| 2. |
River People
|
4:49
|
| 3. |
Young and Fine
|
6:54
|
| 4. |
The Elders
|
4:20
|
| 5. |
Mr. Gone
|
5:20
|
| 6. |
Punk Jazz
|
5:07
|
| 7. |
Pinocchio
|
2:25
|
| 8. |
And Then
|
3:20
|
| Gesamtlaufzeit | 37:15 |
|
|
Rezensionen

Im renommierten amerikanischen Jazzmagazin "Down Beat" hatten Weather Report zunächst quasi ein Abonnement auf Höchstbewertungen, vom Debüt bis zu Heavy Weather waren vier oder fünf Sterne (von fünf möglichen) Usus für jedes neue Album. Als am 11. Januar 1979 ebendort eine Rezension zum damals neu erschienen Mr. Gone veröffentlicht wurde, gab es nur einen Stern. Was war geschehen?
Zunächst mal hatte sich, wie nach fast jedem Album, nach Heavy Weather wieder mal die Besetzung geändert. Dabei war Weather Report für Mr. Gone faktisch auf das Trio Zawinul-Shorter-Pastorius geschrumpft, am Schlagzeug wechselten sich Tony Williams, Steve Gadd und Peter Erskine ab; letzterer wurde später als fester Drummer übernommen. Auf einen extra Perkussionisten wurde verzichtet, dafür wurden auf zwei Stücken Sänger eingesetzt.
Musikalisch wird der Stil von Heavy Weather fortgesetzt, locker-leichte Fusion-Musik, gewohnt virtuos dargebracht, aber verglichen mit den experimentellen Alben aus der Frühzeit der Band eher unspannend. Zumal sich in einigen Stücken ein deutlicher Einfluss der damals grassierenden Discowelle zeigt; River People beispielsweise ist schon eher Disco-Jazz als Jazzrock. Es gibt aber durchaus auch Lichtblicke auf diesem Album, neben Wayne Shorters The Elders, einem als Trio ohne Schlagzeug aufgenommenen Stück von impressionistischer Stimmung und mit gemäßigt avantgardistischem Einschlag ist noch Jaco Pastorius' Punk Jazz hervorzuheben, und auch der afrikanisch beeinflusste Ethno-Jazrock von The Pursuit of the Woman with the Feathered Hat ist durchaus nett anzuhören.
Am auffälligsten an diesem Album ist die Verschiebung der musikalischen Gewichte hin zu Joe Zawinul; der dominiert hier alles mit seinen Keyboards, kleistert die Musik bisweilen soweit zu, dass insbesondere von Wayne Shorter praktisch nichts mehr zu hören ist. Diese übermäßige Keyboard-Orchestrierung wurde, neben den Disco-Anleihen, besonders kritisiert. Nun, mich stört das nicht so.
Auch kompositorisch tritt Shorter gegenüber früheren Alben in den Hintergrund, nur zwei Stücke stammen von ihm, während Zawinul für vier verantwortlich zeichnet (die beiden anderen stammen von Pastorius). Dies ließ manche Kritiker den Albumtitel als eine Anspielung auf Shorter interpretieren. Tatsächlich hat Zawinul in einem späteren Interview Mr. Gone als "Soloalbum mit Weather Report" bezeichnet.
Insgesamt finde ich Mr. Gone durchaus besser als seinen Ruf, auch wenn es nicht an frühere Großtaten der Band heranreicht. Es ist vielleicht stilistisch etwas zerrissen, die gelegentlichen Disco-Anleihen sind auch nicht gerade mein Fall, aber ein kompletter Verriss ist sicherlich nicht gerechtfertigt. Essentiell ist es allerdings nicht!
| Anspieltipp(s): |
The Pursuit of the Woman with the Feathered Hat, River People, The Elders (um mal drei sehr unterschiedliche zu nennen) |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
5.3.2010 |
| Letzte Änderung: |
5.3.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Weather Report
Zum Seitenanfang
|