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Autechre

Confield

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: Warp Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Rob Brown Sean Booth

Tracklist

Disc 1
1. VI scose poise 6:57
2. Cfern 6:41
3. Pen expers 7:08
4. Sim Gishel 7:14
5. Parhelic triangle 6:03
6. Bine 4:41
7. Eidetic casein 6:12
8. Uviol 8:35
9. Lentic catachresis 8:29
Gesamtlaufzeit62:00


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


So Elektronikzeug ist ja gar nicht mein Geschmack. Ich steh' ja ehrlich gesagt mehr so auf das chtonische Zeug, echte Instrumente, die Gitarre als Verlängerung des männlichen Testosteronspiegels, so in der Art. Autechre ist das wurscht, jedenfalls klingt ihre - ähm - Musik so, und das wärmt wiederum mir das Herz. Auch wenn ihre - ähm - Musik nicht gerade dazu angetan ist, irgendwem irgendwas zu wärmen.

"Unsere Musik funktioniert nach Formeln. Wir bauen Stücke, die die physikalischen Formeln von Gas oder Wasser simulieren" sagt Sean Booth, und nicht alle Künstler verfügen über eine derart ausgeprägte Fähigkeit, ihre - ähm - Musik so treffend zu beschreiben wie der Sean. "Die Welt ist Klang" hat Joachim Ernst Behrend mal gesagt - naja, eigentlich hat er gesagt "die Welt ist Klank" - und das trifft auf diese Scheibe voll zu. Tatsächlich sprechen wir hier nämlich von manipulierten Geräuschen. Elektronischen Geräuschen. Schön ist hier nix, wenngleich ästhetisch, Musik ist hier kaum zu hören, aber dafür ordentlich Klank - von gelegentlich von den Musikern als unververmeidlich hingestellten Soundscapes mal abgesehen. Das meiste hier ist tatsächlich Geräusch, und zwar im eigentlichen Sinne, in dem "Geräusch" nämlich von "rauschen" kommt. Ganze Stücke haben Booth und Brown aus verschiedenen Arten und Formen des Rauschens zusammengesetzt: Rauschen als Rhythmus, Rauschen als Melodie, Rauschen als Atmo.

Solche Klänke wären was für ne Lounge, aber nur was für ne extrem coole. Kewle. Ohne Heizung sozusagen. Und ohne Besucher. Oder jedenfalls ohne solche, für die sich die Musik auch nur im entferntesten interessieren würde. Keine Instrumente werden hier simuliert, auch die Rhythmen scheinen lediglich Illusionen zu sein, von gelegentlichen (und reichlich störenden) 4/4-Takten mal abgesehen. Hier ist jeder Klank künstlich. Rock? Eindeutig nicht. Prog? Dieses Stigma würden die Herren Booth und Brown vermutlich weit von sich weisen. Ihre Stärken haben Autechre wirklich auf Gebieten, wo sie die elektronischen Pendants von physikalischen Gas- und Wasserformeln in 13/7-Takte hineinmanipulieren, die in ihrer Sperrigkeit den Hörer derart ausschließen, dass man sich stellenweise ("Pen Expers", "Lentic Catachresis") fragt, ob man selbst noch einer ist.

Anspieltipp(s): Pen Expers, Lentic Catachresis
Vergleichbar mit: Jega, Arovane, Gridlock, Bitcrush und 'ner künstlichen Lunge
Veröffentlicht am: 12.3.2010
Letzte Änderung: 1.4.2010
Wertung: 10/15
Hier ist die Welt tatsächlich Klank

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