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Ahora Mazda

Ahora Mazda

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970 (CD-Reissue 1999, Pseudonym Records)
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; sonstiges
Label: Catfish
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Peter Abbink Vocals, Guitars, Piano, Yewsharp, Cup Muted Trumpet, Organ
Ron van Wageningen Flutes, Vocals, Sax, Percussion, Whistle, Kalimba
Tony Schreuder Bass, Percusison
Winky Abbink Drums

Gastmusiker

Rjk Lina Tabla

Tracklist

Disc 1
1. Spacy Tracy 8:28
2. Timeless Dream 3:32
3. Oranje Vrijstaat 7:30
4. Fallen Tree 9:13
5. Power 6:48
6. Fantasio 5:20
7. Vybral Stroll   (7-11 Bonustracks CD-Reissue) 1:58
8. Nosy Noise 3:06
9. Huppo Jaw 1:54
10. Pushy 4:41
11. Try To Forget 2:59
Gesamtlaufzeit55:29


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ahura Mazda ist der Name des Lichtgottes aus dem persischen Zend-Avesta (das heilige Buch des Zoroastrismus), des Schöpfers und Erhalters der Welt und der Menschheit, des Gottes der Fruchtbarkeit und der Lebewesen. Diesen Namen, leicht modifiziert, wählten Rob von Wageningen, Tony Schreuder und die Gebrüder Abbink 1968 als Bandnamen, als ihre Gruppe für das Amsterdamer Fantasio verpflichtet wurde, einer Lokalität, die sich selbst als "cosmic psychedelic centre" bezeichnete und sogar heutzutage noch existiert. Wageningen und die Abbinks hatten da schon zwei Jahre gemeinsamen Musizierens hinter sich, Schreuder hatte sich dem Trio Anfang 1968 angeschlossen. Erst Anfang 1970, nachdem sie zu einer Art von "Underground"-Attraktion geworden waren, spielten die vier ihr Debütalbum ein. "Ahora Mazda", das einzige Album der Band, erschien im Mai 1970.

Bei Konzerten, z.B. im berühmt-berüchtigten Paradiso, spielte die Band Ende der 60er Jahre ausgedehnte Stücke, lange Improvisationen, jazzig, freiformatig und psychedelisch, unterstützt von einer entsprechenden Lightshow, so dass die Zuschauer, vor allem wenn sie durch die Einnahme bestimmter bewusstseinserweiternder Substanzen im richtigen geistigen und körperlichen Zustand waren, das wirkliche Erscheinen des Lichtgottes erlebten. Für ihr Album beschloss die Gruppe aber kürzere, durchkomponiertere Nummern einzuspielen. Jazzig, psychedelisch und ab und zu auch freiformatig ist das Gebotene allerdings immer noch.

Flöte, E-Gitarre, Bass und Schlagzeug rocken hier angjazzt, locker, eher getragen und gelöst, eben psychedelisch, voran, mitunter ergänzt um Piano- und Orgelklänge, ein Tenorsax, Perkussives und immer mal wieder eine Kalimba. Dazu erklingt recht angenehmer, ansonsten eher unspektakulärer Gesang. Die meist längeren Nummern bieten oft ausgiebiges, wie gesagt mitunter recht freiformatiges Gejamme (man höre z.B. "Oranje Vrijstaat" oder das abschließende "Fantasio"), meist von der Flöte bestimmt, das immer wieder von damals zeittypischen Songabschnitten unterbrochen, bzw. ein- und ausgeleitet werden. Einige bluesig-wüste E-Gitarrenausbrüche, jazzige Saxophonsoli, Tonband- und Effektspielereien und natürlich Peter Abbinks Einlage an der "cup muted trumpet" im wirren "Fantasio" sorgen zudem für klangliche Abwechslung.

Fünf Bonusnummern sind auf dem CD-Reissue zu finden. Dabei handelt es sich um ein paar Monate vorher entstandene Demoaufnahmen von durchaus guter Klangqualität. Durch ein- und ausblenden getrennt, stellen die Nummern offenbar Fragmente eines (oder mehrerer) langer Studiojams dar. Schade, dass hier keine vollständigen Stücke zu hören sind. Trotzdem geben die Nummern einen ganz guten Eindruck davon, wie Ahora Mazda vielleicht live geklungen haben.

"Ahora Mazda" ist, auch ohne zu den weiter oben erwähnten Substanzen zu greifen, eine sehr unterhaltsame Scheibe mit stellenweise reichlich durchgeknallter Psychedelik, die allen, die experimentelleren Krautrock, klassische Spätsechzigerpsychedelik und eine Art von "Free-Protoprog" schätzen, sehr zusagen sollte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2010
Letzte Änderung: 12.3.2010
Wertung: 10/15

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