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Jackie-O Motherfucker

Flags of the Sacred Harp

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Folk; Krautrock; Psychedelic
Label: ATP Recordings
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Themba Lewis Kontrabass
Stevie DePaola Cello
Josh Stevenson Gitarre, Synthesizer
Adam Forkner Gitarre
Lewi Longmire Pedal Steel
Hoeny Owens Gitarre, Gesang, Keyboard
Theo Angell Gesang
Jessie Carrot Percussion
Nester Bucket Gesang, Blasinstrumente
Danny Sasaki Percussion
Warren Lee Keyboard
Tara Jane O'Neil Gitarre
Tom Greenwood Gesang, Gitarre, Effekte

Tracklist

Disc 1
1. Nice One 10:15
2. Rockaway 4:22
3. Hey! Mr. Sky 6:43
4. Spirits 16:11
5. Good Morning Kaptain 5:52
6. Loud and Mighty 10:21
7. The Louder Roared the Sea 16:07
Gesamtlaufzeit69:51


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Auf Flags of the Sacred Harp lässt sich die Band um Tom Greenwood stark von folkloristischen Klängen inspirieren, vier der sieben Stücke beruhen auf traditionellem Material. Lediglich die Stücke Nr. 3 bis 5 sind Eigenkompositionen. Die Besetzungsliste liest sich wieder sehr umfangreich, allerdings sind wohl kaum alle aufgeführten Musiker durchweg in Aktion. Genauere Angaben fehlen zwar, aber die Musik klingt eher so, als wäre auf jedem Stück nur eine kleine Besetzung am Werk gewesen.

Stilistisch lassen sich die Stücke auf Flags of the Sacred Harp in zwei Gruppen einteilen: zum einen solche, die auf eher schlichten, folkigen Melodien beruhen, die mit allerlei psychedelischen Effekten aufgepeppt werden; zum anderen weitgehend freie Klangcollagen ohne jede Struktur. Nun könnte man meinen, dass die erwähnten traditionellen Songs in die erste Kategorie fallen, während die zweite Kategorie die Eigenkompositionen umfasst; das ist aber nur teilweise der Fall.

Zu den schlichten Songs gehören Rockaway, bei dem es sich dem Text nach zu urteilen wohl um einen Spiritual handelt, sowie die Eigenkompositionen Hey! Mr. Sky und Good Morning Kaptain. Die recht einfachen Melodien, von Akustik-Gitarre getragen, und der etwas müde bis gelangweilt klingende Gesang werden mit heftigst psychedelisierender E-Gitarren geschmückt. Da könnte man ohne weiteres an irgendeine Band aus der "Acid Folk"-Bewegung der späten 60er denken.

Auch das einleitende Nice One, das auf einem traditionellen Gesang der Navajo beruht, gehört in diese Kategorie, ist aber von etwas anderer Art und klingt eher wie die Musik zu einem schamanistischen Ritual.

Bei dem instrumentalen Spirits wird es dann richtig extrem. Nicht in dem Sinn, dass es schräg oder laut würde, aber es ist hier überhaupt keine Struktur mehr erkennbar. Gitarren plingen, Streicher knarzen, ab und zu bedient jemand ein Schlaginstrument, auch Geräusche wie ein fahrendes Auto sind gelegentlich zu hören. Ganz allmählich steigert sich das Ganze zu einer recht beeindruckenden Klangmasse. Hier haben eindeutig die krautigen Klangexperimente der frühen 70er ihre Spuren hinterlassen, und das ein oder andere bewusstseinserweiternde Mittelchen könnte auch im Spiel gewesen sein.

In diesem Stil sind auch die als traditionell bezeichneten Loud and Mighty und The Louder Roared the Sea gehalten. Loud and Mighty wirkt auf Grund des Gesang allerdings etwas strukturierter, dafür ist es aber auch gleichförmiger. The Louder Roared the Sea ist dann wirklich nur noch eine freie Klangcollage, lediglich im Mittelteil ertönt zu den ganzen Geräuschen eine schlichte Melodie mit Gesang - das dürfte wohl der dem Stück zu Grunde liegende Folksong sein. Eigentlich ist dieses Stück übrigens nur 10 Minuten lang, nach ein paar Minuten Pause folgt dann noch etwas Gitarrengeschrammel mit Kindergesang.

Insgesamt finde ich Flags of the Sacred Harp etwas durchwachsen. Manche Stücke sind mir etwas zu schlicht, und die wenig variierte Dynamik lässt die 70 Minuten doch sehr lang werden. Andererseits sind die freien Klangcollagen, vor allem Spirits, wirklich faszinierend. Wer diese Band kennen lernen möchte, sollte lieber woanders anfangen, als Ergänzung für den Sammler ist es schon OK.

Anspieltipp(s): Nice One, Spirit
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.3.2010
Letzte Änderung: 10.3.2010
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jackie-O Motherfucker

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 America Mystica 9.00 1
2007 Valley of Fire 10.00 1
2008 Freedom Land 11.00 1
2008 The Blood of Life 7.00 1
2009 Ballads of the Revolution 10.00 1

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