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Karnivool

Sound Awake

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (internationale Veröffentlichung; in Australien bereits 2009 veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock; Progmetal; Psychedelic
Label: Sony (Australia)
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Drew Goddard guitar
Ian Kenny vocals
Jon Stockman bass
Mark Hosking guitar
Steve Judd drums

Gastmusiker

Louise Conray percussion (1,11)
Grant McCulloch vocals (10)
Jason Bunn viola (5)
Sam Tilot Kickett didgeridoo (11)
Vox Minor Boys choir (2)

Tracklist

Disc 1
1. Simple Boy 5:47
2. Goliath 4:38
3. New Day 8:21
4. Set Fire To The Hive 4:28
5. Umbra 7:51
6. All I Know 4:54
7. The Medicine Wears Off 1:50
8. The Caudal Lure 6:16
9. Illumine 5:13
10. Deadman 12:04
11. Change 10:47
Gesamtlaufzeit72:09


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


Karnivool aus Australien legen mit „Sound Awake“ schon ihr drittes Album vor, waren mir bislang allerdings unbekannt. Euch vielleicht auch, aber das dürfte sich schnell ändern. Im großen weltweiten Netz stößt man allerorten auf die Jungs, auf einigen Review-Seiten kann man schon 'was lesen und nicht zuletzt haben Karnivool auch kommerziellen Erfolg. In ihrem Heimatland ist das Album schon letztes Jahr erhältlich gewesen und da sind sie im Juni 2009 gleich von null auf zwei in die Charts eingestiegen. Trotzdem hat es wohl bis Anfang 2010 gedauert, bis „Sound Awake“ auch international veröffentlicht wurde.

Unverständlich eigentlich, denn Karnivool zeigen mit „Sound Awake“ ein Potential auf, wie es in der prognahen Szene so vielleicht nur noch Porcupine Tree bisher haben (oder vielleicht noch Oceansize), sprich Erfolg nicht nur im Gralsbereich des Progressive Rock, sondern auch in den weiteren Gefilden des Metal, des Alternative, des "normalen" Rockpublikums. Die Australier mischen rauhen Alternative Rock mit verspielten Progressive Rock-Passagen, durchaus heftigen ProgMetal-Essenzen, ein bisschen elektronisch angehauchter Psychedelic und einem guten Schuss subtiler Melodienseligkeit. Im Ergebnis macht das Musik, die eben für viele Zielgruppen interessant und hörbar ist und zum Teil sogar radiotauglich wäre (wenn die Formatradios etwas mehr Mut hätten). Neben den bereits genannten Acts werden oft Tool als Vergleichsband herangezogen, was ich – wobei ich allerdings alles andere als ein großer Tool-Kenner bin – nur bedingt nachvollziehen kann. Vielleicht liegt die Wahrheit dieses Vergleichs eher in der Atmosphäre, die Karnivool verbreiten, diese völlige Abwesenheit eines Rückbezugs zu traditionellem (Hard)Rock oder gar Blues, noch nicht einmal zu historischen Prog-Rock-Vorbildern (außer vielleicht einem Schuss Floyd, der hin und wieder mal durchspitzt). Und Karnivool treten dem Hörer schon auch gerne mal kompromisslos mit schrägen Rhythmen und knalligem Bass in die Eingeweide.

Die Australier lassen die verzerrten Gitarren krachen, pflegen einen monströsen Donnerbass und vitales Schlagzeugspiel, das die Songs ordentlich vorantreibt. Allerlei elektronische Effekte flirren immer wieder durchs Klangbild, aber es gibt keinerlei traditionelle Keys-Sounds. Karnivool spielen immer wieder geschickt mit einer Art postrock-inspirierten Laut- / Leise-Schema. Gewaltige Klanggebirge, emotionale Täler, aggressive Ausbrüche und Ruhephasen gehen nahtlos ineinander über. „Sound Awake“ glänzt mit atmospärischen ProgMetal und Melodien, die sich durchaus in den Gehörgängen festsetzen, aber sich nicht abnutzen und nicht nerven. Durchdachte, aber nicht überfrachtete Kompositionen sind ein Markenzeichen von „Sound Awake“. Dazu singt Sänger Kenny zwar in relativ hoher Stimmlage, aber prägnant und variabel.

Dazu verfügt „Sound Awake“ über einen klasse Spannungsbogen. Zu Beginn ist mit „Simple Boy“ ein flotter, durchaus sehr eingängiger, Rocker platziert, doch schon auf Position 3 folgt mit „New Day“ ein atmosphärisches New Artrock-Monster, welches zum Besten dieses Genres bislang gehört. „Set Fire To The Hive“ packt dann den Alternative Rock-Hammer aus. Und gegen Ende beweisen die Australier mit zwei wunderbar vertrackten, farbigen, abgefahrenen Longtracks, dass sie noch zu ganz anderen höheren Weihen befähigt sind.

Anspieltipp(s): New Day, Set Fire To The Hive. Illumine
Vergleichbar mit: einem Konglomerat aus Tool, Porcupine Tree, Oceansize, teils späten Fates Warning, Chroma Key
Veröffentlicht am: 21.3.2010
Letzte Änderung: 21.3.2010
Wertung: 12/15

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