Agilok & Blubbo
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Holger Czukay |
Bass |
| Irmin Schmidt |
Vocals, Flute, Guitar |
| Jaki Liebezeit |
Drums |
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| Rosy Rosy |
Vocals |
| David Johnson |
Engineer |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Agilok and Blubbo
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3:46
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| 2. |
Es zieht herauf
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4:37
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| 3. |
Dialog zwischen Birken
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1:47
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| 4. |
Michele ist da
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1:36
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| 5. |
Mama Mama
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3:52
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| 6. |
Kamerasong
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2:29
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| 7. |
Zwischen den Bäumen
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3:55
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| 8. |
Zweige und Sonne
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0:12
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| 9. |
Revolutionslied
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1:51
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| 10. |
Der letzte Brief
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1:25
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| 11. |
Probleme
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2:12
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| 12. |
Flop Pop
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3:32
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| 13. |
Memographie
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11:45
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| 14. |
Apokalypse
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10:30
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| 15. |
Hexapussy
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16:51
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| Gesamtlaufzeit | 70:20 |
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Rezensionen

The Inner Space? Dem krautrockerfahrenen Leser wird bei diesem Bandnamen sicher eines einfallen: das Inner-Space-Studio in Köln, der Ort, an dem die Krautrocklegende Can die meisten ihrer Alben aufgenommen hat. Und da läge dieser Leser auch ganz richtig. Bei The Inner Space handelte es sich im Grunde auch um Can, oder The Can.
1968 taten sich in Köln Holger Czukay (Bass) und David Johnson (Querflöte) zusammen, um ein Bandprojekt zu starten. Bald fanden die beiden in Michael Karoli (Gitarre), Irmin Schmidt (Orgel) und Jacki Liebezeit (Schlagzeug) weitere Mitstreiter. Der erste Name der Band war Inner Space, oder The Inner Space. Erst Ende desselben Jahres schloss sich mit Malcolm Mooney ein Sänger der Gruppe an, die im Dezember 1968 ihren Namen in The Can änderte. Wenig später verließ Johnson das Projekt, und die erste klassische Can-Besetzung war geboren.
Vorher, im Oktober 1968, spielten The Inner Space den Soundtrack für Peter F. Schneiders Polit-Liebes-Sexfilm "Agilok & Blubbio" ein. Da geht es offenbar (den Film habe ich natürlich nicht gesehen) um zwei "Revolutionäre", eben Agilok und Blubbio, die irgendwo in der Waldeseinsamkeit in einer Hütte hausen und planen jemanden namens "Nr. 1" zu entführen. Da taucht die dralle Michaela auf, was dazu führt, dass die beiden ihre revolutionären Pläne erst einmal auf Eis legen und sich irdischeren Dingen zuwenden. Die Rolle der Michaela wurde von Rosy Rosy verkörpert, die als Rosemarie Heinekel geboren wurde und Ende der 60er, zusammen mit Uschi Obermaier, die weibliche Ikone der deutschen Untergrundkultur war. Sie ziert übrigens mit ihrer Oberweite das Cover des hier zu rezensierenden Albums.
Zu diesem Gegenkultur-Film haben The Inner Space also die Musik gemacht. Nur zwei Stücke davon sind bisher auf Tonträger erschienen. Das Titelstück und "Kamerasong" wurden von der deutschen Abteilung des Labels Vogue 1968 auf einer (heute sehr seltenen) Single veröffentlicht. Das spanische Label Wah Wah Records (die vornehmlich Psychedelisches und Krautiges auf LP neu auflegen) hat nun erstmals das gesamte Material von "Agilok & Blubbio" auf Vinyl und CD veröffentlicht.
Etwas unklar ist, wer hier zu hören ist und dabei welches Instrument spielt. Die obige Besetzungsliste ist im Beiheft der CD zu finden. Da würde Michael Karoli fehlen, dessen typisches Gitarrenspiel allerdings klar auszumachen ist (vor allem im langen "Apokalypse"). Zudem gehörte er damals mit Sicherheit zur Besetzung von The Inner Space. Die Irmin Schmidt zugeordneten Instrumente sind seltsam. Gitarre und Flöte? Für die Flöte, die auf "Agilok & Blubbio" recht häufig eingesetzt wird, war ja eigentlich David Johnson zuständig. Allerdings ist hier auch kaum etwas von einer Orgel zu vernehmen, dem eigentlichen Stamminstrument Schmidts. Wie auch immer, ich vermute, dass hier Johnson, Czukay, Karoli, Schmidt und Liebezeit zu hören sind, wobei nicht so ganz klar ist, was Schmidt neben seinem Gesangsauftritt im Titelstück in instrumentaler Hinsicht beigetragen hat. Produziert und abgemischt wurde das Ganze von Johnsson und Schmidt.
Die Musik klingt über weite Strecken nach einer Art von Proto-Can. Das Titelstück erinnert mit seinen monoton dahinrumpelnden Rhythmik, Karolis typischem verzerrten Gitarrensägen, dem flink dahinhüpfenden Bass und auch den leicht verstimmt-schwachbrüstigen Gesang an das ein Jahr spätere erschienen Can-Debüt, oder einige der Stücke von "Delay 1968". Einzig die Flöte und eine kurz auftauschende Mundharmonika passen nicht ganz ins Schema. Auch das lange "Apokalypse" klingt sehr nach Can, nach einem langen Can-Jam von Bass, Schlagzeug und E-Gitarre, in den ab und zu jemand schräg hineinflötet. Auch die anderen kürzeren, oft recht fragmentarisch wirkenden Nummern weisen mitunter schon Can-Merkmale auf, bewegen sich aber mitunter in sehr freiformatige Gefilde einerseits, in songorientiertere Rockstücke andererseits. Mit dem schon erwähnten "Kamerasong" (ein psychedelisches, noch sehr nach den 60er Jahren klingendes Liedchen mit ganz ordentlichem, deutschem Gesang von Rosy) und dem kurzen "Revolutionslied" (welches genau so klingt, und betextet ist, wie man sich da bei einem deutschen Revolutionslied aus den späten 60ern so vorstellt) gibt es neben dem Titeltrack noch zwei weitere Gesangsnummern.
Mit "Memographie" und "Hexapussy" gibt es auf der CD noch zwei Bonusnummern, die der Vinylversion von Wah Wah fehlen. Beides sind umfangreiche, deutlich zu lange ausgedehnte, recht freie Durcheinander an Klang, die in Gänze zu goutieren nicht so ganz einfach ist. In "Memographie", welches auch Teil des "Agilok & Blubbio"-Soundtracks ist, tauchen allerdings noch deutliche Songfragmente auf. "Hexapussy", ein Stück von einem mir sonst völlig unbekannten Album Irmin Schmidts namens "Für Mogli" (über das auch im Beiheft nichts weiter verraten wird) bietet dann nur noch freie Klänge (Bassgeknarze, Saxophontröten, Orgelfiepen ... etc.). Die beteiligten Musiker sind im Beiheft nirgends genannt.
"Agilok & Blubbio" ist für den Can-Adepten natürlich sehr interessant und auch in musikalischer Hinsicht durchaus lohnend. Wer zudem krautig-psychedelische Obskuritäten vom Ende der 60er-Jahre schätzt, der kann hier auch zugreifen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.8.2010 |
| Letzte Änderung: |
11.12.2011 |
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