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SikTh

The Trees Are Dead & Dried Out Wait For Something Wild

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Mathrock; Progmetal
Label: Gut Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Dan Weller Guitar, Piano
Pin Guitar
James Leach Bass
Mikee W. Goodman Vocals, Words, Synths
Justin Hill Vocals
Dan 'Loord' Foord Drums/Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Scent of the Obscene 4.37
2. Pussyfoot 3.25
3. Hold My Finger 3.44
4. Skies of Millennium Night 4.42
5. Emerson (Pt.1) 1.47
6. Peep Show 4.10
7. Wait for Something Wild 5.28
8. Tupelo 7.37
9. Can't We All Dream? 8.49
10. Emerson (Pt.2) 1.53
11. How May I Help You? 3.39
12. (If You Weren't So) Perfect 3.36
13. Such the Fool 3.43
14. When Will the Forest Speak...? 3.23
Gesamtlaufzeit60:33


Rezensionen


Von: Florian Dietmaier @


Zur falschen Zeit am falschen Ort? Im Netzzeitalter liegt alles nah und fern zugleich. So kann ich z.B. nie richtig abschätzen, wie viel Erfolg eine Band in ihrer jeweiligen Zielgruppe hatte. Es kommt halt immer darauf an, wo man sucht. SikTh scheinen zumindest im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt zu sein, wie sie es m.E. nach verdient hätten. Denn die Briten spielten einen hervorragenden Mix aus Progmetal und Mathcore, der mir im Vergleich zu ähnlich gearteten Bands wie z.B. Between the Buried and Me deshalb besser gefällt, weil er konzentrierter vorgetragen wird. Progmetal funktioniert natürlich auch in Langform, Mathcore dagegen eher selten. Und wenn man die beiden Stile mixt, läuft man Gefahr, dass sich der Mathcore Aspekt sehr schnell abnützt und der Song daran auseinanderbricht.

Dieses Problem besteht auf The Trees Are Dead… nicht. Schon das Eröffnungsquartett ist unglaublich kompakt. Jedes der vier Stücke bietet hektisches Getrommel, heftiges Geriffe und filigranes Getappe der Saiten und, nach mehreren Hördurchläufen, auch widerhakende Melodien. Was ebenfalls sofort auffällt ist der ungewöhnliche Gesang. Goodman und Hill haben beide gute und wandlungsfähige Stimmen, die sowohl clean wie auch schreiend überzeugen können. Die Sänger werden aber nicht nur zum langweiligen Harmonisieren missbraucht, sondern durchaus interessant eingesetzt. Im Booklet hat jeder Sänger seine eigene Farbe in den langen Texten, sodass man den dialogartigen Aufbau des Gesangs besser nachvollziehen kann. Am Besten wird das in How My I Help You? umgesetzt. Der auskunftsfreudige Goodman schreibt dazu in den Liner Notes:

„The lyrics for what follows are drawn from a chapter in a book I’m writing. I wanted to use more voices/accents in a song, and since the music here is so frantic & wild, it seemed like the perfect chance to bring this plan to life; however, the only way to truly make the characters work was to set them inside a fictional story! So I worked out the story, then all of the characters were brought to life, and so was the aforementioned chapter…”

Wenn man so wie SikTh so viel Text in so wenig Musik einbaut, kann das alles schon mal unangenehm hektisch werden. Nicht umsonst hatte sich die Band in einer früheren Eigenbezeichnung in die, wohl ziemlich leere, Scatcore Schublade eingeordnet. Ich finde aber, dass sie immer rechtzeitig die Bremse ziehen und das Tempo drosseln.

Am Ende wieder mein alter Kritikpunkt an eigentlich allem: Zu lang ist das Ganze geworden. Hauptsächlich drei Schnittpunkte hätte ich der Band vorgeschlagen. Erstens: Das Nick Cave Cover Tupelo. Wenn schon ein Cover eines so ungewöhnlichen Künstlers wie Nick Cave, dann wenigstens was komplett Anderes. Stattdessen spielt die Band den Song fast 1:1 nach und auch der harmonisierende Gesang von Goodman und Hill wirkt sehr aufgesetzt. Zweitens: Das zu sehr in die Länge gezogene, an Tupelo anschließende Can’t We All Dream? Und drittens: Das abschließende Goodman Gedicht When Will The Forest Speak…?, das sich einfach nicht in den Gesamtsound des Albums einfügen will, was die beiden zuvor Genannten trotz allem tun.

Wie dem auch sei: Progmetal und vor allem Mathcore Freunde müssen hier unbedingt reinhören. Aber vielleicht predige ich ja auch schon zu Gläubigen?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.9.2010
Letzte Änderung: 3.9.2010
Wertung: 11/15

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