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Pavor

Furioso

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Armin Rave Guitar
Michael Pelkowsky Drums
Claudius Schwartz Vocals
Rainer Landfermann Bass

Tracklist

Disc 1
1. Inflictor Of Grimness 9.31
2. Perplexer: Perdition Projectile 5.52
3. Wroth Volcanic Vent 5.32
4. Furioso 6.22
5. A Schizoid Uglifier 6.16
6. Crucified Hopes 7.04
7. Inconsistent ClayBlood Totemist 8.31
8. Dilettante's Dilemma 2.48
Gesamtlaufzeit51:56


Rezensionen


Von: Florian Dietmaier @


Nicht nur Rezensionen sind übervoll von Kompara- und Superlativen und sinnentleerten Onomatopoetika. Auch Bands und ihre Labels neigen dazu zu übertreiben oder, zum gleichen Zweck, nur scheinbar ehrlicher, zu untertreiben. Das Schlimme daran ist, dass das meist nicht, wie in Rezensionen, aus Begeisterung, sondern aus Verlegenheit geschieht. Werbesprech eben. Eine besonders übertrieben selbstbewusste Flucht nach vorne ergreifen in dieser Hinsicht Pavor. Im Booklet ihres erst zweiten Albums in der fast zwanzigjährigen Bandgeschichte steht: „To all wimps, dilettantes, kiddies, fakes and other boring lowlifes out there that keep making fools of themselves by trying to evil, brutal or even musically relevant: STAY AT HOME AND PRACTISE!!“

Wie gesagt, das Selbstbewusstsein kann im Verkaufsmodus schon mal verzerrt werden. Ich denke aber, dass Pavor sich durchaus zu Recht so selbstbewusst und elitär geben dürfen. Alle Stücke auf Furioso sind virtuos, abwechslungsreich und, nach einigen Hören, auch als eigenständig und unverwechselbar erkennbar.

Besonders die Saiteninstrumente dürfen zeigen, was sie können. Gitarrist Armin Rave greift in seinem begleitenden Spiel nicht nur auf Powerchords zurück, sondern spielt zum großen Teil Singlenote Riffs. Seine Soli sind mal metaltypisches Masturbieren des Gitarrenhalses, mal gefühlvolleres Streicheln desselben. Von beiden Seiten seines Spiels kann man sich im Titelstück Furioso überzeugen. Apropos Masturbieren: Bassist Rainer Landfermann ist unglaublich. Nicht immer songdienlich aber jedes Mal faszinierend, wie er aus den tiefen Lagen aufsteigt und seinem Sechssaiter filigrane Soli entlockt. Beste Möglichkeit all seine Facetten zu hören ist Inconsistent ClayBlood Totemist. Das Schlagzeug sticht nicht hervor, erledigt seinen Job aber solide. Einzig schwächeres Glied ist m.E. Sänger Claudius Schwartz. Obwohl er ein beeindruckendes, und glaubt man dem Booklet, effektunbelastetes Organ besitzt, ist er mir zu monoton. Als Kontrast zu den hyperaktiven Saiten ist das aber irgendwie auch in Ordnung.

Alle Nummern nehmen viele Abzweigungen, ohne allerdings ins überzogen Absurde abzubiegen. Also keine Flamenco- oder Funkanwandlungen. Nur Jazz ist wohl als Einfluss nicht abzustreiten. Zum einen in den Soli von Bassist Landfermann, zum anderen in der losen Makro- und Mikrostruktur der Stücke. Es wirkt alles frei und doch weiß man nach einigen Durchläufen, dass alles fest an seinem Platz sitzt. Vielleicht meint die Band das mit dem im Booklet erwähnten Dilemma, das in der Musik von Dilettante’s Dilemma versteckt sein soll. Dass ich es bis heute nicht lösen konnte, sollte mich eigentlich von der Besprechung des Albums ausschließen. Trotzdem empfehle ich es allen Prog-Death-Freunden uneingeschränkt, und hoffe darauf, dass man bald was Neues von der besten deutschen Band des Genres hört.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.9.2010
Letzte Änderung: 8.9.2010
Wertung: 13/15

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