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Pure Reason Revolution

Hammer and Anvil

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Independent / Alternative; Moderne Electronica; New Artrock; sonstiges
Label: Superball Music
Durchschnittswertung: 9.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jon Courtney vocals, guitar, keyboards, programming
Chloe Alper vocals, keyboards, bass
Jamie Willcox guitar, keyboards, vocals
Paul Clover drums

Tracklist

Disc 1
1. Fight Fire 4:31
2. Black Mourning 5:03
3. Patriach 4:20
4. Last Man, Last Round 4:48
5. Valour 4:48
6. Over The Top 4:44
7. Never Divide 4:50
8. Blitzkrieg 5:37
9. Open Insurrection 7:23
10. Armistice 6:16
Gesamtlaufzeit52:20


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Das ist durchaus eine schwierige Rezension... denn vielleicht bin ich einfach nicht kompetent für die Beurteilung dieses Albums und welcher Rezensent gibt sowas schon gerne zu? Ich habe zwar eine gewisse Schwäche für New Romantics-Bands (insbesondere Ultravox mit Midge Ure) und ausgewählte 80er Jahre-Acts (wie z.B. Duran Duran, Frankie Goes To Hollywood, Alphaville oder - jüngst wiedererwacht – Propaganda), aber ansonsten sind mir Synthie-Pop, Trance-Beats, EBM und so weiter eher fremd. Aber irgendwie scheint es hier vor allem darum zu gehen.

Mit „The Dark Third“ haben sich Pure Reason Revolution einen vorderen Platz als Hoffnungsträger für einen modernen Progressive Rock erspielt, mit dem Nachfolger „Amor Vincit Omina“ haben sie allerdings dem Genre und vermutlich auch den Erwartungen der meisten Fans und Kritiker gehörig vors Schienbein getreten. Nun, ich war auch kein großer Freund dieser Entwicklung, schon weil „Amor Vincit Omnia“ nicht nur wegen der veränderten Gewichtung seiner musikalischen Anteile, sondern vor allem wegen der uninspiriert wirkenden Umsetzung derselben, ein eher schwaches Werk darstellt.

Schlechte Vorzeichen für „Hammer and Anvil“, welches den eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetzt. Und ehrlich gesagt, nach dem Opener „Fight Fire“ ist man mit elektronischen Stampfbeats und endlosem Einhämmern des „Refrains“ auch gleich richtig bedient. Ich muss da eher an Prodigy denken, denn an Rockmusik. Aber – Überraschung! - danach wird es anders, vielleicht sogar besser. Gleich der zweite Track - „Black Mourning“ - klingt wie eine Synthese aus den 'alten' und die 'neuen' PPR. Die immer noch etwas penetranten Beats werden mit einer wuinderschönen, ohrwurmigen Melodie und sehr hübschen Gesangsarrangements konterkariert. Und zusammen ergibt das schöne Musik, allerdings (natürlich) noch keinen Progressive Rock (was keine Wertung an sich darstellt, aber auf diesen Seiten geht es nunmal normalerweise darum, daher sei dieser Hinweis erlaubt).

Und so geht es weiter, mal dominieren ruhigere Töne, dann vor allem mit wunderschönem Gesang die Musik, mal werden wieder krachigere Beats ausgepackt und das Ganze nähert sich wieder eher dem Dancefloor oder einer Techno-Party. Ständiges Geplucker, Gesirre, Geflirre bestimmt das Klangbild. Durchaus interessant, diese Verschmelzung von Harmonien, wie sie auch von den Beach Boys stammen könnten, und Synthie-Klängen, wie sie vielleicht eher aus der Ecke Depeche Mode & Co. erwartet werden könnten. Allerdings merke ich auch, wie sie ein gewisser Gleichklang breit macht, der die Songs ein bisschen vorbeiplätschern lässt.

Mit „Blitzkrieg“ lässt dann nochmals ein eigenwilliges Experiment, eine Art Techno-Sample-Klangcollage, aufhorchen oder erschrecken, je nachdem (hier steigen dann auch die letzten verbliebenen Prog-Heads aus). Mit „Open Insurrection“ folgt dann allerdings noch der in meinen Ohren gelungenste Track, der die alte und neue Welt nahezu perfekt verbindet. Und zum Abschluss gibt es mit „Amistice“ eine Art Reminiszenz an „The Dark Third“, die allerdings arg getragen und kitschig gerät.

„Hammer and Anvil“ (zwischen Amboss und Hammer fühlt man sich hier in der Tat desöfteren) ist sicherlich kein Progressive Rock-Album und will vermutlich auch gar keines sein. Dazu trägt schon die weitgehende Abwesenheit typischer Rockelemente, wie z.B. Gitarren-Einsätze, bei. Pech für Pure Reason Revolution, dass sie immer noch eher in der inzwischen falschen Szene (siehe auch all die Rezensionen auf Metal-Seiten im Netz) wahrgenommen werden. Progressive Rock-Fans kann dieses Album keinesfalls empfohlen werden, die Zeiten von „The Dark Third“ sind definitiv vorbei (floydige und psychedelische Passagen sind höchstens noch als homöopathische Spuren im Hintergrund wahrnehmbar). Wer allerdings neben Progressive Rock noch andere musikalische Steckenpferde pflegt und mit den angedeuteten stilistischen Richtungen etwas anfangen kann, der könnte hier richtig gut unterhalten werden. Die Stilverschmelzung, die sich schon auf „Amor Vincit Omnia“ angedeutet hat, gelingt Pure Reason Revolution auf „Hammer and Anvil“ auf jeden Fall viel besser und organischer.

Ach ja: Neben der normalen Nur-CD-Ausgabe erscheint das Album auch als Special Edition mit DVD, die wohl Liveaufnahmen von PRR enthält.

Anspieltipp(s): "Fight Fire" (für das Schock-Moment), "Last Man, Last Round" (als exemplarischer Track)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2010
Letzte Änderung: 17.10.2010
Wertung: 9/15
...eigentlich ein Album, dass sich den Bewertungsmassstäben der BBS ein Stück weit entzieht...

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Mit Hammer and Anvil gehen Pure Reason Revolution weiter ihren Weg weg vom New Artrock. Während auf Amor Vincit Omnia 80er-Synthie-Sounds in den New Artrock?Kontext irgendwie reizvoll eingebaut worden waren, geht es hier noch ein Stück weiter Richtung wuchtigem z.T. aggressivem Synthie-Pop. Hammer and Anvil mit seiner Kriegsthematik wirkt straighter und härter als alle bisherigen Alben der Band.

Dabei geht mir der nervige Opener Fight Fire ganz schön auf den Sack. Das ist - wie die meisten Songs des Albums - gradliniger gestrickt als noch Vieles auf dem Vorgänger. Danach kommt eine -bunte melodie- und rhythmusstarke Mischung aus (düsterem) Synthiepop, noisigem Industrial und Resten von New Artrock-Atmosphäre, also irgendwas zwischen Porcupine Tree, Nine Inch Nails, Depeche Mode und Pet Shop Boys. Im Rahmen dieser Seiten ist Pure Reason Revolution 2010 am ehesten wohl noch mit Archive zu vergleichen, die auch eine ähnliche Entwicklung genommen haben.

Erstaunlicherweise gibt es eine Menge Rezensenten, die Hammer and Anvil musikalisch zwischen The Dark Third und Amor vincit Omnia einordnen. Nach meinem Empfinden gibt es aber eine absinkende Progressivitätskurve von The Dark Third über Amor vincit Omnia hin zu Hammer and Anvil. Auf Hammer geht es nämlich - was Rhythmus und Arrangements betrifft - klar weniger komplex zu als noch auf Amor.

Immer wieder liest man über dieses und jenes Album: man muss ihm eine Chance geben, es entfaltet sich erst richtig nach mehrmaligem Hören usw. Ich fürchte, bei den meisten traditionellen Prog-Hörern wird das bei Hammer and Anvil wohl trotzdem nichts bringen. Aber wer, wie ich etwa, den letzten Scheiben von Archive etwas - um nicht zu sagen: eine Menge! - abgewinnen konnte, der sollte es auch mal mit Pure Reason Revolution versuchen.

Anspieltipp(s): Last Man last Round, Open Insurrection
Vergleichbar mit: Archive
Veröffentlicht am: 19.10.2010
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 10/15

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Von: Roland Heil @ (Rezension 3 von 3)


In letzter Zeit ist - zum wiederholten Male - die Frage allenthalben in der Expertenszene (oder die sich dafür hält) zu vernehmen: Ist das noch/schon Prog oder nicht? Dazu gesellt sich aktuell das Statement, dass sich der Progbegriff "unheimlich erweitert" habe. Kann man ja machen, wenn es einem hilft. Aber Beliebigkeit ist kein dauerhaftes Mittel für Erfolg. Die Schublade, auf der PROG steht, ist eingestandenermaßen schon verd... groß. Jetzt aber hinzugehen und jede Mucke, die über 5 Minuten andauert und mehr als 3 Akkorde umfasst als "Prog" zu bezeichnen, überfrachtet auf Dauer den Begriff und wird mittel- und langfristig diese "Strategie" als billigen Marketingtrick entlarven.

Was hat das mit PRR und diesem Album zu tun? Die Band ist mit DARK THIRD stark in der Welt des Rock gestartet und wurde gleich in die des Prog verortet. Das durchaus zu Recht, weil sie es mit ihrem Debut schaffte Genres wie Industrial, Pop und Riffrock mit Melodien zu verbinden. Und dies mit einer Leichtigkeit und Spielfreude. Sie schienen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Im Jahre 2009 folgte dann der Tiefgang mit "Amor Vincit Omnia", einem Album, das all dies vermissen ließ, was das Debut versprochen hatte. Man vollzog eine Wende in die '80er mit uninspirierten, einfachen Songs, die sehr angestrengt, bemüht und dennoch kraftlos klangen.

Im Jahre darauf erschien vorliegendes Werk "Hammer and Anvil". Nach dem Intro "Fight fire", das den Hörer mit einfacher Struktur, aber voller Power und lärmig anspringt, versuchen sie wieder in die Spur des 1.Albums zu gelangen, was hier und da zwar gelingt. Aber es fehlt die Leichtigkeit des Erstlings und die Spielfreude. Das Bemühen kann man ihnen nicht absprechen. Auch vermisst man die großen Bögen und damit die Spannung. Was geblieben ist, sind die Stimmen und Refrains, die auch wie im Vorgänger in den '80ern ihre Wurzeln haben ("Black Mourning"). "Patriarch" plätschert vor sich hin mit nettem Poprefrain. So zieht es sich weiter durch die 80er, zwar modern aufgemöbelt, aber das Geschehen bleibt rückwärts gewandt. Das ist komplett - zugegebenermaßen - gut hörbar arrangiert und unterhaltsam. Die fehlende Komplexität der Kompositionen allerdings reicht nicht für die Progschublade. Dafür ist das musikalische Material recht leichtgewichtig. Moderne Studiogimmiks und Powerdrums wie in "Open Insurrection" reißen das Ruder auch nicht mehr in Richtung Prog.

2011 war dann Schluss mit dem Unternehmen Pure Reason Revolution. Man löste sich auf aus Gründen, die von außen eh nicht zu beurteilen sind. Jon Courtney zog's nach Berlin, wo er mit einer amerikanischen Sängerin das Projekt "Bullet Height" aus der Taufe hob und eine CD veröffentlichte (2017).

Ein Debutalbum, das ohne großen Widerspruch als "Progressiv" bezeichnet werden darf und 2 Folgealben, die sich in trip-poppigen Gefilden wiederfinden, bleiben bis dato das Vermächtnis dieser Band. Ist sie deshalb eine Progband? Ich habe starke Zweifel. Dieses Album hier jedenfalls ist kein Prog und bleibt deshalb ohne Wertung als Progalbum. Aber vielleicht ist auch alles ganz anders...

Anspieltipp(s): alles außer Fight fire
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.9.2017
Letzte Änderung: 15.9.2017
Wertung: keine als Popalbum 11

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2005 Cautionary Tales For The Brave 10.00 1
2007 The Dark Third 11.00 2
2008 Live at NEARfest 2007 10.00 1
2009 Amor Vincit Omnia 6.67 3

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