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Poor Genetic Material

Island Noises

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Melodic Rock / AOR; Neoprog; New Artrock
Label: QuiXote Music / Progrock Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stefan Glomb guitar
Philipp Jaehne keyboards
Philip Griffiths vocals
Dominik Steinbacher drums
Dennis Sturm bass

Gastmusiker

Jutta Brandl voice
Pia Darmstaedter flute
Martin Griffiths recitation
Martin Lengsfeld piano

Tracklist

Disc 1
1. roarers 5:39
2. a dance so strange 4:44
3. brave new world 3:57
4. let them beware 5:52
5. caliban's dream 6:09
6. island noises 19:55
Gesamtlaufzeit46:16
Disc 2
1. banquet of illusions 5:50
2. assassins and sleepers 5:48
3. in a state of grace 6:22
4. fountain of innocence 8:38
5. sycorax 4:32
6. ariel 2:42
7. drowning the book 9:04
8. dreamstuff 8:34
Gesamtlaufzeit51:30


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Ich habe tatsächlich schon ein paar Mal zu dieser Rezension angesetzt und dann wurde nichts daraus... weil ich nämlich nur noch der Musik gelauscht und darüber das Schreiben schlicht vergessen habe. Damit kann ich das Fazit denn auch gleich vorweg nehmen: Mit "Island Noises" ist Poor Genetic Material ein wirklich hervorragendes Album gelungen. Sicherlich ein, wenn nicht der Höhepunkt in der Diskografie der Südwest-Deutschen.

Nach dem Jahreszeiten-Zyklus und einer kleinen Verschnaufpause in Form des 2007er Albums "Paradise Out Of Time" holen Poor Genetic Material nun zum großen Prog-Schlag aus. Ein Konzeptalbum - man lies sich vom Shakespeare Drama "Der Sturm" inspirieren - über zwei CDs, vielmehr geht ja kaum. Über "Der Sturm" erklären sich auch einige der Songtitel, wie "sycorax" (eine Hexe), "ariel" (ein Luftgeist), "caliban's dream" (Caliban ist der Sohn von Sycorax), die sich also auf Mitwirkende der Handlung beziehen. Genauer kenne ich aber dieses Shakespeare-Stück nicht, wer näheres wissen will, findet umfangreiches Material bei Wikipedia.

Poor Genetic Material stehen für elegischen, ausladenden, flächigen, edlen Prog an der Grenze zum "zu Schönen". Sich langsam entwickelnde und trotzdem packende Longtracks, thematische Alben wie aus einem Guss, das sind die Markenzeichen dieser Formation. Diesen ureigenen Stil, der sie zwar irgendwie ein bisschen zwischen allen Stühlen sitzen lässt (zu schön für die Freaks, vielleicht doch ein Tick zu anstrengend für die reinen Melodiker), aber eben auch besonders macht, haben sie auf "Island Noises" perfektioniert und auf die Spitze getrieben. Und da Stephan Glomb neben elegischem, schöngeistigem Spiel durchaus auch mal zupackt und etwas rockiger agiert, ist auch der Rockfaktor höher, als bei den meisten früheren Poor Genetic Material-Alben. So darf moderne, intelligente Rockmusik denn gerne klingen. Philipp Jaehne nutzt sein Tastenarsenal geschickt für den Aufbau von Stimmungen, edlen Flächen, zur Schaffung von Atmosphäre. Dies geschieht so selbstverständlich, dass man die Keys schon gar nicht mehr wahrnimmt und einfach alles zu einem Klangerlebnis verschmilzt. Die Rhythmusfraktion, allen voran Drummer Dominik Steinbacher, sorgen für einen sanften Groove, auf dem die Musik förmlich dahinzuschweben scheint.

Phil Griffiths immer etwas 'opernhafter' Gesang passt perfekt zu der sehr atmosphärischen und stimmungsvollen Musik. Er gefällt mir bei Poor Genetic Material eigentlich meist besser als mit seiner Stammformation Alias Eye. Daneben machen vor allem Ur-Mitglied Martin Lengsfeld mit sehr schönen Pianoeinlagen und Flötistin Pia Darmstaedter eine besonders gute Figur als Gastmusiker. Erwähnt werden muss auch noch Martin Griffiths, der Vater von Sänger Phil und als früherer Frontmann von Beggar's Opera wahrlich kein Unbekannter in der Szene, der einige Texte aus "Der Sturm" sehr ergreifend rezitiert und eine Art musikalische Diskussion mit seinem Filius führt. Einen Teil des wiedermal sehr gelungenen Artworks hat er darüberhinaus auch beigesteuert.

Neben dem guten Gesang wird "Island Noises" von vielen hervorragenden Instrumentalpassagen geprägt. Stellvertretend sei - als wirklich der Höhepunkt des Albums - der fast 20minütige Titeltrack erwähnt, der es wirklich in sich hat. Eine überwiegend instrumentale Achterbahnfahrt, die in Aufbau und Dynamik zuweilen an die guten Longtracks der modernen Genesis wie "Second Home By The Sea", "Domino" oder "Driving The Last Spike" erinnert. Neben ihren typischen Edel-Prog gönnen sich Poor Genetic Material auch mal Ausflüge in Poppiges ("brave new world") oder in sanft jazzige Gefilde ("ariel"). Das unterstreicht nur noch die Farbigkeit und den Detailreichtum des Albums. Und das Schöne ist, alles hier klingt natürlich, nicht totkomprimiert, sondern mit einer 'echten' Dynamik.

Musste es gleich ein Doppel-Album sein? Was heißt schon "müssen"... ich finde keine Längen, keine Überflüssigkeiten auf dem Album, alles klingt, als müsste es so sein und auch an genau dieser Stelle. Vielleicht musste es also eben doch genau dieses Doppel-Album sein. Wer sich also von melodischem Schönklang nicht gleich in die Flucht schlagen lässt, findet mit "Island Noises" ein Meisterwerk dieser Stilart, dieses Genres.

Anspieltipp(s): eigentlich ja so ein "In-einem-Hören-Werk", aber "roarers", "let them beware", "fountain of innocence" und natürlich der Titeltrack könnten Einstiegspunkte sein...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.12.2010
Letzte Änderung: 20.4.2013
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Poor Genetic Material

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Free to random Vol. 1 10.50 2
2000 Free to random Vol. 2: Modern Myths 10.00 1
2001 Summerland 9.75 4
2002 Leap into Fall 10.00 2
2003 Winter's Edge 11.67 3
2005 Free To Random 10.00 1
2006 Spring Tidings 10.67 3
2007 Paradise Out Of Time 10.50 2
2013 A Day In June 12.00 1
2016 Absence 13.00 1

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