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Geysir

Geysir (EP)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (VÖ 19.11.2010)
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog; RIO / Avant; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jenny Thiele Gesang & Piano
Frank Brempel Violine,Komposition,Arrangement,Mix,Mastering
Thomas Mühlhoff Gitarre
Immanuel Schulte-Ontrop Bass
Benni Koch Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Wortlos 5.24
2. Reflexion 4.40
3. Gründe 3.01
4. Großstadt 5.19
Gesamtlaufzeit18:24


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Der Komponist, Geiger und Geysir-Mastermind Frank Brempel hat Klassik- und Jazz-Geige gelernt. Der Gute spielt auch noch in einer Badz genannten Band, die sich für Improvisation, Jazz, Klassik und Weltmusik interessiert. Diese Offenheit und Vielseitigket, zusammen mit Interesse für tiefgründige deutschprachige Texte konnte Brempel auf beeindruckende Weise in seiner Version des Progressive Rock umsetzen. Das heisst nicht, dass die vorliegende EP viel Klassik und Jazz in Reinkultur bieten würde. Diese schimmern aber immer wieder durch.

Das Fundament von "Wortlos" erinnert mich an "Army of me" von Björk, aber Geysir haben dazu Eigenes zu bieten. Darunter eine erstklassige Fusion-Geige, im Hintergrund elektronische Spielereien und eine kompetente Sängerin, die den von ihr geschriebenen deutschen Text überzeugend darbietet und sich zudem mit ihrer Sopranstimme im wortlosen Dialog mit der Geige befindet, während sie die Texte mit der "Rockstimme" singt. Das 5-minütige Stück wird von einem leider sehr kurzen Outro beschlossen, das mit einer virtuos-feurigen Geige aufwartet.

Die sich mit den temperamentvollen Zuspitzungen abwechselnden melancholischen Teile von "Reflexion" weisen dann in Richtung lyrische Ballade, die bei der Tiefgründigkeit von Geysir eher die Qualitäten von gesungener Dichtung aufweist. Die Texte von "Gründe" stammen von dem österreichischen Dichter Erich Fried ("Weil das alles nicht hilft/ Sie tun ja doch was sie wollen"...). Sie werden von der Sängerin über dem dramatisch gestalteten Progressive Rock - mit Geige und elektrischer Gitarre in den Hauptrollen - gesprochen und mutieren am Ende zu einem hektischen Dialog mit einer männlichen Stimme.

Der für "Großstadt" verwendete Text wurde von Kurt Tucholsky geschrieben. Das Stück zeigt aber vor allem musikalisch, wozu Geysir fähig sind. Nach einem Klassik-/Kammerrock-Intro für Gitarre, Geige und Sopranstimme und dem Progressive Rock-Mittelteil kommen im weiteren Verlauf zusätzlich einige avantgardistische Momente zum Vorschein, die mich noch frustrierter darüber machen, dass diese ausgezeichnete CD nicht einmal 20 Minuten dauert.

Bemerkenswerte Geiger gab es in der Geschichte des Progressive Rock nicht besonders viele. In diesem Falle kommt mir als Erstes David Cross (ex-King Crimson) in den Sinn. Sollte die David Cross Band mal etwas vielseitiger werden, würde das Ergebnis wahrscheinlich ein wenig Ähnlichkeit mit Geysir aufweisen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.2.2011
Letzte Änderung: 19.2.2011
Wertung: 12/15

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Von: Roland Heil @ (Rezension 2 von 2)


Elektrifizierte Geige ist nun im (Prog-)Rock nix Neues mehr. Eddie Jobson, David Cross (Ex-KC), die Bands EAST OF EDEN, CURVED AIR mit Darryl Wolf - mein Favorit auch und gerade mit seinem WOLF-Projekt - seien hier nur stellvertretend genannt. Sie öffneten den Rock für dieses Instrument. Jerry Goodman im MAHAVISHNU ORCHESTRA kann nicht vergessen werden, obwohl hier eher der Jazz das Fundament war.

Nun (2010) tritt eine Grenzgängerband aus dem Grenzland BRD/NL in die Szene mit dieser knapp 19minütigen EP und offeriert eine Spielart des Rock, den ich als sehr "art"ig bezeichnen will. Es wird Kunst geboten in Text und Musik. Von Künstlern - für Künstler(?). Der Anspruch ist hoch.

Der erste Titel "WORTLOS" beginnt mit einem wie von oben einfallenden schleifenden Geigenton. Uniten angekommen setzt ein Synthie-Bassmotiv den rhythmisch-groovenden Grund, die Drums steigen mit ein, wie auch immer getunte Gitarre - oder ist das auch Violine? - sorgen mit der Geige für das Ambiente, das die nun einsetzende Sopranstimme nach vorne trägt. Die Worte kommen klar und verständlich. Wenn wortlos, dann fügt sich die Stimme in das Geschehen geschmeidig ein. Pianist- und Sängerin Jenny Thiele ist für diesen Text und auch den des folgenden Stückes REFLEXION verantwortlich.

Ab Minute 5:00 drückt die Gitarre - Thomas Mühlhoff - aus, was noch zu sagen bleibt... REFLEXION beginnt mit einfachen Pianotönen, die Spannung steigernden Instrumenteneinstiegen bis die Musik ausbricht in einen bedrohlichen Höhepunkt, der wiederum zurückfällt und ausklingt um wieder zu explodieren. Ausklang in piano. Dann tritt textlich ein Bekannter die Bühne: Erich Frieds Gedicht "Gründe" bildet die Grund(!)lage des Titels GRÜNDE, das in ein Zwiegespräch mündet, an dessen Ende keine/r der/m anderen mehr zuhört. Etwas kurz geraten, man wäre dem gerne noch länger gefolgt. Die Geige trägt den Hauptteil der instrumentalen Begleitung, indem sie das immer gleiche Motiv wiederholt. Eine Metapher unserer Art von Kommunikation?.Die Musik dient dem Text wie ein Katalysator.

GROSSSTADT ist ebenfalls ein Ausschnitt eines größeren Ganzen. Beziehungsweise hat man die erste Strophe des Originals weggelassen (warum eigentlich?). Kurt Tucholsky beschreibt darin im Gang des Menschen durch eine (Groß-)stadt.dessen Verlorenheit. Die Musik findet ihren Ausdruck in spannungsreichen Passagen, angeführt von der Geige Frank Brempels, sehr variabel und expressiv begleitet vom Rest der Band. Genial vorgetragen ist der Text wie in den vorangegangenen Stücken von Sängerin Jenny Thiele. Hier findet der Proggy Breaks, harmonische Wendungen, Soli von Gitarre und Violine. Geschickt spielt man mit den Möglichkeiten des Dynamischen in Tempo wie in der Lautstärke.

Was bleibt als Resumé dieses Debuts? NewArtrock kombiniert mit Alternative - kann ich mal sagen. Das Ganze frisch und lebendig mit Tiefgang präsentiert. Keine leichte Kost zum Nebenbeihören. Es fordert ein Auseinendersetzen. Ein ganz starkes Teil! Man darf gespannt sein auf Weiteres.

Anspieltipp(s): ganze EP
Vergleichbar mit: The Flock, siehe Text
Veröffentlicht am: 6.4.2014
Letzte Änderung: 6.4.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Geysir

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Urworte 12.00 2

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