Destruktive Actions Affect Livings
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Agla Records |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Alfio Costa |
grand piano,mellotron,minimoog,hammond organ,synthesizers and samples |
|
| Davide Guidoni |
percussives,samples |
|
Gastmusiker
| Riccardo Paltanin |
electric fiddle |
| Guglielmo Mariotti |
bass,vocals |
| Ettore Salati |
sitar |
|
| Pensiero Nomade |
oud |
| Alessandro Papotto |
horns |
| Bobo Aiolfi |
bass |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Redroom
|
2.30
|
| 2. |
Anarchrist
|
7.00
|
| 3. |
Noises from an interlude
|
2.07
|
| 4. |
Level 6666
|
5.20
|
| 5. |
The dance of the drastic navels part II
|
16.35
|
| 6. |
Cry hologenic
|
4.07
|
| 7. |
Aglatarium
|
4.15
|
| 8. |
Destruktive actions affect livings
|
10.00
|
| 9. |
Memories of old pictures
|
7.00
|
| Gesamtlaufzeit | 58:54 |
|
|
Rezensionen

Daal ist ein Nebenprojekt des Schlagzeugers Davide Guidoni und des Keyboarders Alfio Costa. Trotz der zahlreichen Verbindungen zu der italienischen Progszene, die sich u.a. in der Liste der Gastmusiker wie Gugliemo Mariotti (The Watch) oder Alessandro Papotto (Banco) niederschlagen, hat die Musik von Daal weitaus mehr zu bieten, als etwa nur traditionellen Retroprog. Vielmehr verbinden die meisten Instrumentals (gesungen wird nur in einem Stück) die geheimnisvoll-atmosphärische Welt der Elektronik- und Ambient-Musik mit Elementen von Retroprog. Oder umgekehrt. Gelegentlich wird das Klangspektrum auch um Jazzrock und Avantgarde erweitert. In Stücken wie "Anarchrist" gelingen die Übergänge zwischen intensivem, leicht schrägem Progressive Rock für Keyboards (darunter auch Mellotron) und Schlagzeug und spartanischen Elektronik-Ambient-Passagen. Auf die "The dance of the drastic navels part 2" eröffnenden Gesangsbeiträge folgen einige Minuten an eigensinnigem Avant-Prog-Elektronik-Rock, bis die dunklen Wolken weiterziehen, um dem vergleichsweise traditionellen Retroprog mit Geigensolos Platz zu machen. "Noises from an interlude" streift Bereiche wie Musique concrete und Dark-Ambient. In "Level 6666" wird finster-unheimlicher Symphoprog geboten, bei dem Klavier, Mellotron und Sitar die wichtigsten Rollen übernehmen.
Die Neigung des Duos einen Soundtrack zu einem Horrorfilm erschaffen zu wollen dürfte auch Freunde der Formation Goblin ansprechen. Allerdings beschäftigt sich "Destruktive Actions Affect Livings" thematisch mir dem Horrorpotential, das uns das tägliche Leben bietet. Darunter mit dem Verlust von uns nahe stehenden Menschen, Kommunikationsproblemen mit denselben, mit den Schwachen wiederfahrende Ungerechtigkeit sowie mit den gar nicht beabsichtigten destruktiven Handlungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn ich die noch auf dem Infozettel ebenso genannten unheilbaren Schmerzen geistiger Art hinzufüge, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Klangwelt von Daal sehr oft depressiv, leicht paranoid und düster anmutet und bestenfalls als schwermütig zu bezeichnen ist.
In "Cry hologenic" wird zusätzlich zu Keyboards, Schlagzeug und Didgeridoo mit cineastischen Klangcollagen gearbeitet. Mit "Aglatarium" wird doch leicht überraschend luftige und nicht besonders originelle Fusion-Musik angestimmt, bei der die Klarinettensolos bestimmend sind. Glücklicherweise kommt nach wenigen Minuten keyboardorientierter Retroprog dazu. Der erste Teil des Titeltracks besteht aus disonant-minimalistischen, sich ständig wandelnden Keyboardfiguren, die von Tabla begleitet werden. Darauf folgt ein rhythmusfreier Avant-Jazz-Teil für Blasinstrumente, elektronische Effekte und Perkussion, der bald von leicht paranoid wirkendem Teil für Klarinette, Sequencer und Samples abgelöst wird. "Memories of old pictures" bringt noch eine Überraschung: Daal werden in dem Stück für Piano und Klarinette zum Abschluss der CD noch richtig romantisch. Dieses hält das Duo aber nur drei Minuten lang durch. Danach wird daraus im Mittelteil von "Memories" atmosphärischer Elektronik-Rock, ein Soundtrack für Seltsames und Unheimliches.
Was Daal auf ihrem Zweitwerk da bieten, ist für meine Begriffe eine sehr kreative und originelle Verbindung von Progressive Rock und Elektronik, bei der Schöngeistiges und Romantisches zu absoluten Ausnahmeerscheinungen gehören.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
3.4.2011 |
| Letzte Änderung: |
3.4.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|