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Long Distance Calling

Satellite Bay

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: instrumental; New Artrock; Postrock; Spacerock
Label: Viva Hate Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

David Jordan guitar
Florian Füntmann guitar
Jan Hoffmann bass
Janosch Rathmer drums
Reimut Van Bonn electronics

Gastmusiker

Peter Dolving voice (6)

Tracklist

Disc 1
1. Jungfernflug 10:36
2. Fire In The Mountain 7:28
3. Aurora 8:42
4. Horizon 5:54
5. The Very Last Day 10:23
6. Built Without Hands 8:13
7. Swallow The Water 7:26
Gesamtlaufzeit58:42


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


"Jungfernflug" heißt der erste Titel auf dem Album-Debüt "Satellite Bay" (zuvor gab es schon eine EP) von Long Distance Calling. Viel stimmiger kann ein Debüt ja wohl nicht beginnen. Und stimmig ist hier überhaupt vieles. Wenn ich Long Distance Calling mit dem Debüt bereits kennengelernt hätte (was ich eben leider nicht habe), würde ich was von "tollem Beginn" und "Hoffnung für die Zukunft" schreiben. Nun der Beginn ist auch nach Jahren immer noch toll, und die Zukunft hat längst bewiesen, dass diese deutsche Band aus dem beschaulichen Münster eine veritable Größe der instrumentalen Rockmusik geworden ist.

Long Distance Calling wollen keine Postrock-Band sein. Nun, Elemente dieser Musikrichtung, seien es gelegentliche Gitarren-Wall of Sounds oder langsam zu Creszendi anschwellende Klangkörper, sind in der Musik von Long Distance Calling sicherlich enthalten. Aber die Münsteraner bleiben eine Stufe erdiger als die großen Genrevorbilder. Die Gitarren umkreisen sich mit verschlungenen Linien und brechen immer mal wieder in aggressive, fast metallische, Riffs aus. Schwebende Elektronik umgarnt den harten Rock und Sphären-Geräusche entführen in spacige Weiten. Wenn der Klangsee allzu ruhig werden zu droht, sorgt das aktive Schlagzeug wieder für ordentlich Wellengang. Long Distance Calling schieben keine Klangmassen durch die Gegend und bauen keine Soundkathedralen, sondern agieren eher filigran und kreieren besondere Stimmungen. Wahrscheinlich sind hier eher Fans von Oceansize (R.I.P.) & Co. begeistert, als ausgewiesene Godspeed You! Black Emperor-Freaks.

Long Distance Calling lassen ihrer Musik viel Zeit sich zu entwickeln und zelebrieren dann zeitlosen, schwebenden Instrumentalrock. Leichte Brisen, majestätische Flüge über grandiose Weiten und heftige Turbulenzen lösen einander ab. Nicht Komplexität und Vertracktheit sondern Atmosphäre und ja, immer wieder, echter Rock sind die Eckpfeiler der Musik. Long Distance Calling sind die deutschen Mogwai? Mag sein, aber vor allem sind sie eben die echten Long Distance Calling und stehen für sich selbst. Und das schon auf ihrem Debüt.

Braucht gute Rockmusik Gesang? Woher denn... die ausgefeilten Instrumentalstücke verstehen es den Hörer zu fesseln. Fast wie um den Beweis zu liefern, gerät der 'Gesangsbeitrag' von Peter Dolving mit düsterem Sprechgesang eher zu einer weiteren instrumentalen Farbe (allerdings bekommt die Musik hier plötzlich so einen leichten Porcupine Tree-Touch, wie aus deren Psychedelic-Phase).

Auch wenn man dem Album hin und wieder die wahrscheinlich noch begrenzten technischen Studiomöglichkeiten (wie ich finde, besonders beim Schlagzeugsound) anhört: Tolles Debüt einer wirklich herausragenden Instrumentalband.

Anspieltipp(s): Jungfernflug, Aurora
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.4.2011
Letzte Änderung: 12.3.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Long Distance Calling

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Avoid The Light 7.50 2
2011 Long Distance Calling 9.67 3
2013 The Flood Inside 10.67 3
2014 Nighthawk 11.00 1
2016 Trips 10.00 3
2018 Boundless 10.00 1

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