SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
21.4.2018
Guru Guru - Rotate!
Sonar - Vortex
Sama Dams - Say It
Holger Czukay - Movies
20.4.2018
HeKz - Invicta
TesseracT - Sonder
19.4.2018
The Grandmothers of Invention - Live in Bremen
Robert John Godfrey - 70th Birthday Concert with The Enid. Live at Union Chapel
RTFACT - Life Is Good
18.4.2018
WorldService Project - Serve
The Pink Mice - in Synthesizer Sound
Dry River - Circo de la Tierra
17.4.2018
Homunculus Res - Della stessa sostanza dei sogni
Forever Twelve - Home
Metaphor - Entertaining Thanatos
16.4.2018
Delusion Squared - Anthropocene
Roxy Music - For Your Pleasure
The Pink Mice - in action
ARCHIV
STATISTIK
24541 Rezensionen zu 16778 Alben von 6534 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Ulver

Wars of the Roses

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Gothic; Independent / Alternative; Postrock
Label: K Scope
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Daniel O'Sullivan
Kristoffer Rygg
Jørn H. Sværen
Tore Ylwizaker

Gastmusiker

Ole Alexander Halstensgård Elektronik
Tomas Pettersen Schlagzeug
Attila Csihar Gesang (3)
Emil Huemer Gitarre (4)
Trond Mjøen Gitarre (1,4,6), Bass (3,4)
Anders Møller Percussion (6)
Steve Noble Schlagzeug (2,7)
Daniel Quill Violine (2,3,5)
Siri Stranger Gesang (3)
Stephen Thrower Klarinette (7)
Alex Ward Klarinette (2,3)
Stian Westerhus Gitarre (2,3,6,7)

Tracklist

Disc 1
1. February MMX 4:10
2. Norwegian Gothic 3:35
3. Providence 8:12
4. September IV 4:40
5. England 3:57
6. Island 6:05
7. Stone Angels 14:53
Gesamtlaufzeit45:32


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Die Rezensionen der Kollegen hatten mich schon seit einiger Zeit neugierig auf die norwegische Formation Ulver gemacht. Zusätzlich gesteigert wurde meine Neugierde durch den Einstieg des britischen Musikers Daniel O'Sullivan, der zuvor Keyboarder der Avant-Progger Guapo war.

Das von zahlreichen Gastmusikern unterstütze Quartett bietet auf Wars of the Roses eine originelle Melange aus Gothic, Wave und Postrock mit einigen wohldosierten avantgardistischen Einschüben. Vom etwas flotteren Auftakt February MMX abgesehen, herrscht meist verhaltenes Tempo vor, schwelgt man in typisch skandinavischer Melancholie. Schon mit dem zweiten Stück Norwegian Gothic geben Ambient-artige elektronische Klangflächen den Ton an, dazu sorgen mäandernde Streicher für eine kammer-postrockige Atmosphäre. Gelegentlich beschränkt sich die Musik gar auf wenige Klangtupfer, so in weiten Teilen von Providence, wo sie Raum lässt für ein Duett von Sänger Kristoffer Rygg und Gastsängerin Siri Stranger.

Durchbrochen wird diese wohlige Melancholie immer wieder von hektischen Passagen, in denen die Musik zeitweise gar in avantgardistische Kammerrock-Gefilde driftet. Diese bilden einen schönen Kontrast zu den vorherrschenden schwelgerischen Klängen. Da kann man verschmerzen, dass manche Stücke, etwa die balladenhaften September IV und England, in ihrer Moll-Seligkeit etwas konventionell wirken.

Höhepunkt des Albums ist das abschließende Stone Angels, das mit einer Viertelstunde Laufzeit auch das mit Abstand längste Stück auf Wars of the Roses ist. Daniel O'Sullivan rezitiert hierin das gleichnamige Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Keith Waldrop. Begleitet wird er im wesentlichen von leisen Orgelklängen, die immer wieder für kurze Zeit von seltsamen, avantgardistischen Ausbrüchen durchsetzt werden; meist ist es ein schrill schnarrendes Holzblasinstrument, das sich plötzlich in den Vordergrund drängt, mit eigenartig neckischem Getröte die melancholische Grundstimmung konterkartiert, um sich alsbald wieder zurückzuziehen. Ein wunderbares Stück Kammer-Postrock! Da hat eindeutig das jüngste Guapo-Album Elixirs seine Spuren hinterlassen.

Den Norwegern ist mit Wars of the Roses eine originelle Mischung aus Gothic, Wave und Avant-Kammerpostrock gelungen. Auch wenn sich die Musik überwiegend im melodischen Bereich bewegt, sorgen die wohldosierten avantgardistischen Ausbrüche für den nötigen "Pep". Und wieder gilt es eine Diskographie zu erarbeiten...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2011
Letzte Änderung: 30.1.2015
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Die Jahre zwischen "Shadows Of The Sun" und "Wars Of The Roses" sind für Ulver offenkundig ereignisreicher verlaufen, als angesichts der untypischen Veröffentlichungsarmut dieser Zeit zu vermuten wäre. Ob das mehr an Dan O'Sullivan, den absolvierten Liveauftritten oder einer generellen Neuorientierung liegt, lässt sich freilich schwer sagen.

Fakt ist aber, dass Ulver hier abermals musikalisches Neuland beschreiten. Derart rockiges Material wie im Opener "February MMX" oder "September IV" gab's für die Band bislang noch nie. Vielleicht ist es aber auch nur eine Sache des Arrangements, denn unter dem wüsten Schlagzeug und den psychedelischen Gitarren ist immer noch das ruhige Düstermaterial aus "Shadows Of The Sun"-Zeiten zu erahnen, bei dem elegische Gesangslinien mit minimalistischer Klavierbegleitung und zirpenden Soundeffekten unterlegt werden. Ohne das genannten Rockinstrumentarium klingen die folgenden "Norwegian Gothic" und "Providence" dann auch wesentlich ätherischer und setzt das 2007er-Album logisch schlüssiger fort, wobei gerade die Ausbrüche und der Variantenreichtum den entscheidenden Fortschritt bedeuten. Dieser Fortschritt lässt sich natürlich auch anfechten, könnten doch gerade die Ausbrüche auch als eine Rückbesinnung auf "Blood Inside"-Zeiten gedeutet werden. In seiner Gesamtheit ist "Wars Of The Roses" allerdings wesentlich nachdenklicher und bedächtiger als der streckenweise hyperaktive und eklektische Vor-Vorgänger aus dem Jahr 2005.

Interessant finde ich auch, dass die Musik rundheraus ein gewisses Postrock-Flair verbreitet. Das gilt sowohl für die ruhigen Passagen als auch für die Ausbrüche; immer wieder fühle ich mich an Sigur Rós erinnert. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass immer wieder mal auf kreischende Soundeffekte gesetzt wird, die sehr an die klassische E-Gitarre-Geigenbogen-Kombination der Isländer denken lässt. So weit ist "Wars Of The Roses" also wirklich bemerkenswert ausgefallen.

Zwei größere Klopper hat das Album aber dennoch zu verzeichnen. Zum Einen ist da das minimalistische Ende von "Providence", das keineswegs die übliche Faszination besserer Ambient-Alben bietet. Zum Anderen kann ich "Stone Angels", anders als Kollege Jochen, absolut gar nicht nachvollziehen. Eine Deklamation von irgendeinem Text - ok, das haben Ulver schon mal gemacht. Aber anders als auf "Themes From William Blake's The Marriage Of Heaven And Hell" ist die Begleitung dazu völlig einschläfernd, was wiederum den Text umso aufgesetzter wirken lässt. Ärgerlicherweise kommt hier noch dazu, dass dieses Stück immerhin ein gutes Drittel der Laufzeit von "Wars Of The Roses" einnimmt, weshalb so gesehen nur gute 31 Minuten interessante Musik (die Betonung liegt auf letzterem) vorliegen, was dann wiederum für vier Jahre Abstand zu "Shadows Of The Sun" doch etwas dürftig ist und, für's Protokoll hier, die Wertung leider auch drastisch herunterzieht. Etwas schade, denn abseits davon ist das Album wirklich gut.

Anspieltipp(s): February MMV, England
Vergleichbar mit: "Shadows Of The Sun" mit Einflüssen von Sigur Rós und Muse
Veröffentlicht am: 6.7.2012
Letzte Änderung: 6.7.2012
Wertung: 9/15
"Stone Angels": 6, der Rest: 11-12

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ulver

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 Themes From William Blake's The Marriage of Heaven and Hell 14.00 1
1999 Metamorphosis 8.00 1
2000 Perdition City 8.00 2
2002 Lyckantropen Themes 9.00 1
2003 Svidd Neger 11.00 1
2003 A Quick Fix Of Melancholy 7.00 1
2005 Blood Inside 12.00 2
2007 Shadows of the Sun 9.00 2
2011 The Norwegian National Opera 11.00 1
2012 Childhood's End 11.50 2
2013 Messe I.X-VI.X 12.00 1
2016 ATGCLVLSSCAP 12.00 3
2017 The Assassination of Julius Caesar 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum