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Second Hand

Death May Be Your Santa Claus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971 (CD-Reissue 2008, Sunbeam Records)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Psychedelic
Label: Mushroom / Maximum Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Rob Elliott Vocals
Ken Elliott Organs, Mellotron, Piano, Vocals
George Hart Bass, Violin, Vocals
Kieran O'Connor Drums, Vibes, Assorted Percussion, Noises, Vocals

Gastmusiker

Moggy Mead Guitars
Tony McGill Guitar (Track 10)
Paul Greedus Voclas (Track 10)

Tracklist

Disc 1
1. Death May Be Your Santa Claus 2:37
2. Hangin' on an eyelid 4:19
3. Lucifer and the egg 7:49
4. Somethin' you got 2:57
5. Cyclops 6:30
6. Sic Transit Gloria Mundi 1:01
7. Revelation Ch. 16 Vs. 9-21 3:35
8. Take to the skies 2:04
9. Death May Be Your Santa Claus (reprise) 5:21
10. Funeral   (Bonustrack CD-Reissue) 3:01
11. Dip it out of the bog Fred   (Bonustrack CD-Reissue) 1:38
12. Baby RU anudder monster?   (Bonustrack CD-Reissue) 3:23
Gesamtlaufzeit44:15


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums (siehe "Reality") veränderten sich einige Dinge bei Second Hand. Der gerade gefundene neue Bassist Nick South hatte sich nach dem Ende der Aufnahmesession Alexis Korner angeschlossen. Es dauerte einige Zeit, bis man mit George Hart Ersatz gefunden hatte. "Reality" lag inzwischen wie Blei in den Regalen der Plattenläden (wenn sie die Scheibe überhaupt bestellt hatten, denn die Promotion seitens Polydor war gleich null). Anfang 1969 schipperte die Band daher über den Kanal um auf dem Kontinent Konzerte zu geben und damit dort vielleicht die Nachfrage nach der LP zu steigern. Der Tourstress war aber offenbar für Bob Gibbons zu viel. Nach der Rückkehr nach England verließ er die Band, die damit ohne Gitarristen dastand.

Second Hand machten als Trio weiter, was Ken Elliotts Tasten ganz in den Mittelpunkt der Musik rücken lies. Inzwischen hatte der Produzent und Bandmentor Vic Keary im Norden Londons, gleich gegenüber des legendären Konzerttempels Roundhouse das Chalk Farm Studio eröffnet. Eines Abends liefen diesem im Roundhouse ein paar seltsame Gestalten ("weird guys", wie Keary sich erinnert) über den Weg, die erzählten, das sie gerade einen Film namens "Death May Be Your Santa Claus" drehen würden und noch Darsteller und - besonders wichtig - jemanden für die Filmmusik suchen würden. Wenig später waren Second Hand engagiert.

"Death May Be Your Santa Claus" (der Film) wurde 1969 beim Edinburgh Film Festival gezeigt, erregte offenbar kaum Aufsehen und verschwand dann unbemerkt in den Tiefen der Filmhistorie. "Death May Be Your Santa Claus" (das Album) erschien als zweite LP von Second Hand erst im April 1971. Da Keary kein Plattenlabel für das Album interessieren konnte, gründete er kurzerhand selber eines. "Death May Be Your Santa Claus" wurde schließlich auf dem Mushroom-Label von Kearys Firma Maximum Music veröffentlicht (und ist heutzutage im Vinyloriginal eine sehr seltene Rarität).

Für "Death May Be Your Santa Claus" hatten Second Hand natürlich keine neuen Stücke komponiert, sondern einen Teil der Nummern auf Tonträger gebannt, die die Band seit erscheinen von "Reality auch bei Konzerten zum besten gab. Ken Elliotts Bruder Rob wurde als Sänger engagiert und in Moggy Mead fand man einen Gastgitarristen.

"Freaky" ist eine Vokabel, die man im Zusammenhang mit "Death May Be Your Santa Claus" häufig findet. Eine ziemlich eigenartige Mischung setzen uns Second Hand auf ihrem Zweitling in der Tat auch vor. Tasteninstrumente beherrschen das Klangbild, oft klassisch-progressives Georgel, häufig stark effektverfremdet, aber auch ein Mellotron und Piano- und E-Pianoklänge. Dazu kommt der verzerrte Bass Harts (ab und zu steuert er auch ein paar quietschende Violineneinlagen bei) und das ausgesprochen abwechslungsreiche Getrommel O'Connors. Zudem sorgt er für unzählige perkussive Sounds, Geklapper und Geplinge, was in der Besetzungsliste als "assorted percussion and noises" aufgeführt ist. Und dann sind da noch diverse, meist ziemlich durchgeknallte Vokaleinalgen zu vermelden, mitunter auch im Chor vorgetragen.

Erdiger Rock und spätpsychedelische Songs treffen hier auf sakrale Orgelgebilde, jazziges Geklimper, elektronische Soundgespinste, wirre Tonbandeinspielungen, filigrane Vibraphonläufe, schrägen Krach, seltsame Sounds, Rumpeln, Zischen und Fiepen, mächtige Mellotronschübe, elegisches bis scheppes Geflöte, flächige Mellotronstreicher, flottes symphonisch-klangvolles Georgel, abgefahrene Klangcollagen (man höre "Sic Transit Gloria Mundi"), unförmige Soundwolken und allerlei bizarre Vokaleinlagen. Das Ergebnis ist eine sehr eigene und ausgesprochen abwechslungsreiche Mischung aus Psychedelik, Pop, Prog, Avantgardistisch-Experimentellem und Jazzig-Rockigem (so als hätte die Edgar Broughton Band mit ELP und den Ummagumma-Floyd eine LP aufgenommen), die das Album zu einem frühen, wenn auch etwas obskuren Progklassiker macht.

Drei Bonustracks sind auf dem exzellenten CD-Reissue von Sunbeam Records zu finden. "Funeral" war ursprünglich das erste Stück von "Death May Be Your Santa Claus". Für die zweite Pressung entschied die Band allerdings, dass das mit Streichern und Blechbläsern aufgemotzte Nummer nicht zum Rest des Albums passt (was der Rezensent bestätigen möchte) und ersetzten es durch das neu eingespielte Titelstück. Hier taucht die Nummer daher als Zugabe auf. Worum es sich bei den letzten beiden Stücken handelt, ist dem ansonsten sehr umfangreichen Beihefttext nicht zu entnehmen. Etwas poppiger geht es hier zu (vielleicht war das eine Single?), ansonsten bieten "Dip it out of the bog Fred" und "Baby RU anudder monster?" ein ähnlich bizarres Gemenge wie die eigentlichen Albumtracks.

Wer die psychedelisch-experimentellen, wirklich progressiven Rockklangschöpfungen der späten 60er und frühen 70er Jahre schätzt, der sollte sich "Death May Be Your Santa Claus" dringend zulegen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.6.2011
Letzte Änderung: 15.6.2011
Wertung: 12/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Reality 9.00 1

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