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King Of Agogik

From A to A

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Progmetal; RetroProg
Label: Saustark Records
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Hans Jörg Schmitz drums,keyboards,guitar,bass
Dago Wilms guitars
Michael Elzer 12string Chapman Stick
Michael Kreutz bass
Erik Vaxjo Mellotron
Gary Farmer fretless bass
Peter Simon oboe and flutes
Ralph Chambers saxophon
Alanda Scapes voice
Wendy Hirst voice
Gernot Jonas voice

Tracklist

Disc 1
1. 12 B.C. 5.00
2. From A... 21.36
3. Moonboys 0.55
4. Bongen 4.39
5. Capricorn 1.31
6. Early bird and the Edible Dormouse 4.44
7. Personal jungle 6.40
8. Free Water 6.05
9. "A" Theme 1.08
10. Tanks on High Street 4.18
11. Blue Tears 2.50
12. ...to A 11.24
13. NOW 6.36
Gesamtlaufzeit77:26


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Hans Jörg "King of Agogik" Schmitz aus Andernach scheint sich mit jeder neuen Scheibe musikalisch weiterzuentwickeln und reifer zu werden. Reifer, weil seine Virtuosität als Schlagzeuger nicht mehr so unverschämt im Mittelpunkt des Geschehens steht, auch wenn einige heftige Schlagzeugfiguren ausgerechnet im Opener "12 B.C." diese Befürchtung (oder Hoffnung) wecken könnten. Nein, man sollte sich die ganzen 77 Minuten anhören, um den ständigen Wechsel zwischen symphonischem Retroprog, Progmetal, World Music und Fusionprog richtig einschätzen zu könnnen. Als World Music kommen auch orientalische und keltische Elemente zur Geltung. Dem Ganzen haftet nicht selten etwas von guter Filmmusik an.

"Personal Jungle" setzt anfangs verstärkt auf World Music und Naturgeräusche, wobei die dramatische Entwicklung des Stückes für mich ein Sinnbild für Umgang der Menschheit mit der Natur darstellt. Die letzten 10-20 Sekunden von "Personal Jungle" erstaunen mich mit einer zuvor kaum gehörten Musik, die man vielleicht als Avant-Elektronik-Rock bezeichnen könnte.

Wenn der Oboist zum solistischen Einsatz gebeten wird oder ein Duett für akustische Gitarre und Flöte erklingt sind wir auch mitten in absolut schlagzeugfreier Romantik. "Free Water" verbindet Funk-Prog - so ähnlich aus dem Japan/King Crimson-Umfeld bekannt - mit einigen wohldosierten Solos, die klanglich nur schwer einzuordnen sind.

Seine Schlagzeugkünste stellt H.J. Schmitz auf "From A to A" der enorm kurzweiligen und vielseitigen instrumentalen Musik nur zur Verfügung, ohne sich ständig selbst beweisen zu müssen. Vielmehr trägt die Virtuosität des Herrn Schmitz als roter Faden dazu bei, dass selbst in epischen Passagen die Aufmerksamkeit des rockorientierten Hörers nicht nachlässt. Frühen so gern eingesetzten humorigen Zitate haben inzwischen Seltenheitswert erreicht. Bei mir sind nur zwei von dieser Sorte hängengebliebenen: einmal von Genesis aus dem Jahre 1972 und dann noch von "Popcorn", einem instrumentalen Synthie-Pop-Hit aus der 70ern. Das von inzwischen subtilem musikalischem Humor (zum Vergleich sollte man sich das Erstwerk von King of Agogik anhören) strotzende "...to A" klingt wie eine farbenfrohe und gutgelaunte Rückkehr eines Weltreisenden in seine Heimat. In diesem Fall nach Andernach.

Zwar ist "From A to A" thematisch "nur" den Geschehnissen aller Art in und um Andernach gewidmet, aber der Hörer bekommt nicht etwa die Volksmusik aus der Region zu hören, sondern den musikalischen Horizont eines weltoffenen Andernachers skizziert. Die zeitliche Reise geht von "12 B.C" bis "NOW", auch wenn das nicht unbedingt musikalisch zu verstehen ist.

Dem nebenbei Keyboards und Gitarren spielenden Schlagzeuger gelingt es zusammen mit seinen Gästen den Eindruck einer Band zu vermitteln, die - neben selten gewordenen Schlagzeugattacken - durch die Gitarren-, Flöten-, Oboen-, Chapman Stick-, und Keyboardbeiträge sehr bunt rüberkommt. Die enorm kreative und energetische Schlagzeugbegleitung verleiht der Musik die nötige Energie.

Darüberhinaus zeichnet sich die Scheibe durch Mut zu ungewohnten Klängen und selten gehörten Klangkombinationen aus. Selbst bei den eingeschränkten Fähigkeiten als Keyboarder könnte man Schmitz eine interessante Fortführung der Keith Emerson-Tradition eines ganz besonders stolzen Synthesizerspiels bescheinigen.

"From A to A" sollte eigentlich den Freunden des Progmetal und des symphonischen Prog gleichermaßen gefallen, vorausgesetzt man kommt auch ohne Texte und Gesang gut aus. Mein Gesamteindruck ist, H.J. Schmitz gelingt zunehmend etwas heutzutage sehr Seltenes: aus bekannten und neuen Zutaten etwas Eigenes zu kreieren.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.7.2011
Letzte Änderung: 22.7.2011
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


"Aus bekannten und neuen Zutaten etwas Eigenes zu kreieren". Der Schlusssatz meines Vorredners trifft es wunderbar. Retro-Prog und Progmetal sind ja nun wahrlich keine neuen Erscheinungen, und so tummeln sich allzu viele Abziehbilder von Szenegrößen in dieses Genres. Was Trommler Hans Jörg Schmitz mit From A to A geschaffen hat, spielt das alles locker an die Wand.

Klingen die ersten Takte von 12 B.C. noch trügerisch ruhig, kracht es einem alsbald heftigst um die Ohren. Mit From A... folgt ein wahrer Parforceritt durch die symphonischen und metallischen Spielarten des Progressive Rock. Harte Riffs wechseln mit kraftvollen Sympho-Passagen, die beweisen, dass Bombast nicht zwangsläufig hohl sein muss, und als kleiner Gag wird zwischendurch kurz der 70er-Synthiepop-Hit Popcorn zitiert. Und weht mal ein paar Sekunden der Geist der alten Genesis durch die Musik, sei es in Form eines Hackett-Gedächtnissolos der Gitarre oder Banks'scher Tastenklänge, prügeln ein paar brettharte Riffs alsbald den Schönklang weg.

Mit gleicher Energie geht es weiter, nur ab und an geben kurze, ruhigere Stücke Gelegenheit zum Atemholen. Dabei wird in den folgenden Stücken eine gelungene Melange kreiert, in die auch Elemente von Neoklassik (Bongen), Folk (Early Bird and the Edible Dormouse mit Dudelsackklängen) und Weltmusik (Personal Jungle mit deutlichen Einflüssen asiatischer und afrikanischer Musik) einfließen. Mit ...to A gibt es dann wieder die volle symphonische Breitseite, NOW beendet das Album mit einer Mixtur vertrackt-metallischer und symphonischer Klänge.

Getrieben wird das Ganze von Schmitz' virtuosem Schlagzeugspiel. Dabei verkommt die Musik nie zum Egotrip, man hat stets den Eindruck, dass hier eine Band gleichberechtigter Musiker agiert, auch wenn Schmitz die meisten Instrumente selbst eingespielt hat. Und trotz der stilistischen Vielfalt hat man nicht den Eindruck, einem musikalischen Flickenteppich zu lauschen. Somit ist From A to A wieder ein schöner Beweis dafür, dass auch aus deutschen Landen hochwertiger Progressive Rock kommt. Empfehlenswert!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2011
Letzte Änderung: 7.8.2011
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Vor einigen Jahren ist mir auch mal das Debut von King of Agogik in die Hände gefallen: "Membraphonic Experience" war eine Art Spielwiese, der es aber an Richtung mangelte. Der Hörer fand - je nach eigenem musikalischen Geschmack - hier und da Anknüpfungspunkte, aber als Ganzes überzeugte mich dieses Debut noch nicht. Bei allem Respekt vor dem Musiker interessierte mich der weitere Weg des King erstmal nicht.

Aber es sind fünf Jahre ins Land gegangen und Hans Jörg Schmitz hat sich hörbar weiter entwickelt. Einige Konstanten sind jedoch geblieben: Spaß an vertracktem, zugleich kraftvollem wie virtuosem Schlagzeugspiel, collagenartige Montage der Stücke inkl. des Einbaus kleiner musikalischer Zitate/Samples sowie eine gewisse Vorliebe für etwas süßlich-pathetische Keyboardsounds neben düsteren Gitarren-Riffs. Diese Elemente sind geblieben, aber zugleich in ihrer Stellung in den Stücken heruntergefahren bzw. deutlich besser in das Gesamtbild integriert. Dies sorgt dafür, dass der Sound der Scheibe ausgewogener rüberkommt. Es wirkt bei aller stilistischen Vielfalt auf diesem Album alles einfach nicht mehr so zusammengewürfelt; die kleinen Ideen werden der Gesamtkomposition der Stücke untergeordnet; sie bereichern, aber sie dominieren nicht mehr. "From A to A" ist in der Lage das zu entwickeln, woran es dem Debut noch ziemlich mangelte: Atmosphäre.

Die musikalische Ausrichtung dieses Instrumental-Albums ist dabei ebenfalls eindeutiger geworden: sinfonischer Prog mit einigen düsteren, metallischen Akzenten, der insgesamt genauso retro wie in gutem Sinne zeitgemäß klingt. Dies macht es einfacher, dieses durchaus verspielte Album als Album und nicht nur als Klangwerkstatt zu hören.

Anspieltipp(s): 12 BC, Tanks on High Street
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.8.2011
Letzte Änderung: 23.3.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Of Agogik

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Membranophonic Experience 6.00 3
2008 Aleatorik System 7.75 4
2009 The Rhythmic Drawing Room 10.75 4
2014 Exlex Beats 12.00 2

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