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Mastodon

The Hunter

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Metal
Label: Reprise Records
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Troy Sanders Vocals, Bass
Brent Hinds Guitars, Vocals
Bill Kelliher Guitars
Brann Dailor Drums

Tracklist

Disc 1
1. Black Tongue 3:26
2. Curl of the Burl 3:40
3. Blasteroid 2:35
4. Stargasm 4:40
5. Octopus Has No Friends 3:49
6. All the Heavy Lifting 4:31
7. The Hunter 5:18
8. Dry Bone Valley 4:00
9. Thickening 4:31
10. Creature Lives 4:41
11. Spectrelight 3:10
12. Bedazzled Fingernails 3:08
13. The Sparrow 5:32
Gesamtlaufzeit53:01


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Ist schon interessant, was derzeit in Progmetalbereich so vor sich geht: Dream Theater legen eines der besten Alben ihrer Karriere vor, John Arch ist wieder da, Opeth können vor lauter Prog kaum laufen, Leprous wird dem Metal ebenfalls untreu - und Mastodon, tja Mastodon scheren sich einen Dreck darum. Anstatt mit dem Strom zu schwimmen (ist es ein Strom?!?), gehen die vier Jungs ins Studio und schütteln ein Melosludge-Album aus dem Ärmel, das vor Lässigkeit nur so strotzt.

Nur nicht vor Prog...

Alles gemacht haben wollen sie in diesem Bereich. Na, das sei ihnen zugestanden. "Crack the Skye", Abschluss eines 4-Alben-Zyklus zu den 4 Elementen, war nicht weniger als ein Progmetal-Geniestreich und es wäre strategisch womöglich unklug gewesen, in dieser Richtung weiterzugehen und lediglich noch einen draufzusetzen. Man hätte sich dem Vorwurf ausgesetzt, sich bloß selbst zu kopieren, ein Vorwurf, der meist vorschnell und reflexhaft von Rezensenten gerade aus dem Progbereich kommt, der ja allein durch seinen Namen zur Verstetigung des Voranschreitens verdammt scheint. Aber es ist schon ein bisschen seltsam, dass derzeit überall zu lesen ist, Mastodon hätten mit diesem Album einen mutigen Schritt getan, raus aus dem Progmetal, rein in den Mass-Appeal-Sludge. Darin einen Fortschritt zu sehen, wie es viele Musikjournalisten und nicht zuletzt die Band selbst tun, dazu gehört schon eine ziemlich verquere Sichtweise.

Mastodon also schreiten zurück. Nicht, dass dabei die typischen Trademarks der Band verschwunden wären, keine Sorge. Es gibt immer noch die träge-schwerfälligen Vorhautriffs ("Black Tongue"), die typischen Mastodon-Melodien ("All the Heavy Lifting"), die stark verzerrten Gitarrensounds und das Ausnutzen der verschiedenen Klangfarben ihrer Gesangsstimmen. Aber die Progelemente sind fast vollkommen verschwunden: Rhythmische Spielereien, schnelle Unisonoläufe, epische Songkonstrukte: Fehlanzeige. Lediglich die psychedelischen Anklänge haben sich erhalten, beispielhaft hörbar etwa im floydigen Intro zum pathetischen "Creature Lives", das überhaupt im Ganzen etwas sixtiesig rüberkommt. Hier und da finden sich ein paar einsame Rhythmuswechsel, etwa in "Thickening", aber es bleibt dabei: Der Progmetalfan wird hier wenig finden, was ihm mehr als nur beiläufige Aufmerksamkeit abfordert.

Nun kann man einwenden, dass Mastodon eben kein Progmetal-Album machen wollten und "The Hunter" außerdem eine großartige Mastodon- und darüber hinaus Metalscheibe ist. Das mag sein. Aber als Progalbum macht es nun einmal nicht viel her. Die Frage, ob man mit so einem Album ebenso viele Genrebarrieren einreißen kann wie mit "Crack the Skye" und ob Tool auch auf "The Hunter" aufmerksam geworden wären, ob es also letztlich wirklich ein so mutiges ALbum ist, muss erlaubt sein.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2011
Letzte Änderung: 20.10.2011
Wertung: 7/15
Nett, aber nicht mehr

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 2)


Der Tenor der Meinungen, die ich im Vorfeld über dieses Album zu hören bekam, lautete: Back to the Roots, Mastodon werden wieder roher, weg von den progressiven Elementen von 'Crack the Skye'. Da mir dieses Vorgänger-Album nun sehr am Herzen lag, war ich fast schon enttäuscht, noch bevor ich auch nur einen Ton des Albums gehört habe. Dementsprechend ist auch einige Zeit ins Land gegangen, bis es schließlich soweit war. Irgendwann wollte ich es dann doch genauer wissen. Schon nach den ersten Stücken wurde mir klar, dass meine Befürchtungen absolut unbegründet waren.

Das Album beginnt in der Tat laut, hart, schnell, wie man Mastodon von früher kennt. Viel DoubleBass, großartige Riffs und und Soli, dazu der rauhe, aber dennoch auf seine Art melodische Gesang von Brent Hinds brennen in dem kurzen Opener 'Black Tongue' und auch den folgenden Songs ein regelrechtes Feuerwerk ab. Doch man merkt, dass das vorangegange progressivlastige Album Spuren hinterlassen hat. Trotz aller Rauheit bleibt eine gewisse Kontrolle. Die Energie, die die Band in die Songs steckt, ist nicht wild und ungezügelt, sondern wirkt, bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel 'Blasteroid', gerichtet und kanalisiert. Es gibt sogar einige synthetische Effekte oder orgelhafte Klänge, wie in 'Stargasm'.

Die Songs sind kürzer und nicht mehr so schwer in ihrer Struktur wie beim Vorgänger. Man verlässt sich auf Kraft als Ausdrucksform, und der Plan geht voll auf. Immer wieder wechselnde verzwickte Riffs mischen sich mit schnellem Schlagzeug, um dann wieder von schweren Hooklines abgelöst zu werden. Und über allem dominiert Brent Hinds' Stimme. Ähnlich wie beim letzten Album wird weniger geschrien, was Hinds einmal als Folge seines Krankenhausaufenthalts benannt hat; zu viel Geschrei verursacht ihm offenbar starke Kopfschmerzen. Doch das tut der Power des Albums keinen Abbruch, auch wenn die Jungs aus Atlanta mit dem Titelsong des Albums einen kleinen Gang zurückschalten. Gleich im Anschluss geben Sie wieder Gas. Besonders hervorzuheben sind dabei noch 'Thickening' und das überragende 'Bedazzled Fingernails', wo sie sich voll ins Zeug legen.

In dreizehn Songs toben sich Mastodon auf diesem Album richtig aus, ohne dabei jedoch komplett die Beherrschung zu verlieren. 'The Hunter' ist kein Rückschritt, sondern einer nach vorne, ohne dabei aber den Blick über die Schulter zu scheuen. In der Tat ist es nicht mehr von so vielen progressiven Elementen durchzogen, wirkt intuitiver und weniger geplant. Es ist bei weitem nicht das Meisterwerk wie der Vorgänger, aber dennoch ein sehr gutes Album. Wenn die Gruppe in diesem Sinn weiter Musik machen, kann man noch einige großartige Platten erwarten.

Anspieltipp(s): 'Bedazzled Fingernails'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2012
Letzte Änderung: 18.7.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mastodon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Remission 10.00 2
2004 Leviathan 11.00 1
2006 Blood Mountain 7.00 1
2009 Crack the Skye 10.50 2
2011 Live At The Aragon 10.00 1

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