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Renaissance

Scheherazade And Other Stories

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Klassischer Prog
Label: BTM Records - RCA
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jon Camp bass, pedals, vocals
Michael Dunford acoustic guitar, vocals
Annie Haslam lead vocals
Terrence Sullivan drums, percussion, backing vocals
John Tout keyboards, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Trip To The Fair 10:51
2. The Vultures Fly High 3:04
3. Ocean Gypsy 7:05
4. Song Of Sheherazade

1. Fanfare
2. The Betrayal
3. The Sultan
4. Love Theme
5. The Young Prince And Princess As Told By Sheherazade
6. Festival Preparations
7. Fugue For The Sultan
8. The Festival
9. Finale

24:37
Gesamtlaufzeit45:37


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


"Renaissance" waren eine der wenigen Gruppen der Prog-Hochzeit, die - in beiden vollkommen verschiedenen Inkarnationen - eine weibliche Lead-Sängerin hatten, hier Annie Haslam mit ihrem klaren Sopran. Eine weitere Besonderheit dieser Platte ist der komplette Verzicht auf elektrische Gitarren, und das, obwohl Gitarrist Michael Dunford der Hauptkomponist der Stücke ist. Dieser beschränkt sich im wesentlichen auf ganz dezente Begleitungsaufgaben. Stattdessen steht John Touts exaktes, klassisch geschultes Klavier-Spiel im Vordergrund.

Überhaupt optieren "Renaissance" nicht für die agressivere, rockigere Keyboard-Prog-Variante à la "Emerson, Lake & Palmer", sondern die Stücke sind folkiger, immer sehr harmonisch, fließend mit vielen schönen Melodien, die reichlich Raum für Annie Haslams Sangeskünste lassen. Der Grundsound ist recht akustisch; obwohl der ein oder andere Synthie-Sound vorkommt, so doch nie in sonderlich exponierter Funktion.

Gleich das erste Stück "Trip To The Fair" beginnt fast wie ein romantisches Klavier-Konzert, bevor es mit leichen Kirmes-Sounds das Thema seines Titels aufnimmt. "The Vultures Fly High" ist ein etwas bewegterer, kurzer Song, wieder mit viel Klavier und Cembalo, und "Ocean Gypsy" wird etwas symphonischer mit langsamen, hymnischen Melodien und wieder einem ausgedehnten Klavierpart.

Die ganze zweite Hälfte der Platte gehört "Renaissance'" freier Interpretation von Rimsky-Korsakoffs "Scheherazade", inklusive kompletten Symphonieorchester, das sehr gut in den Gruppensound integriert wird. Hier könnte sich Rick Wakeman mal eine oder zwei Scheiben abschneiden. Die Suite "Song Of Scheherazade" ist sehr abwechslungsreich, von der Bläserfanfare über treibende sowie balladeske Stücke mit eingängigen, aber nie billigen Melodien, orchestrale Zwischenspiele, einem fugenartigen Teil bis hin zum Bombast-Finale. Motive und Melodien werden vorgestellt und später in einem andern Kontext wieder aufgenommen: so soll symphonischer Prog sein. Vielleicht klingt der ein oder andere Teil ein bißchen sehr filmmusikmäßig, aber was soll's: diese Platte ist einfach schön.

Anspieltipp(s): Trip To The Fair
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2002
Letzte Änderung: 31.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Renaissance, das ist eine Kunstepoche des 15. und 16. Jahrhunderts und steht in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts für eine progressive Rockband aus England, deren oberstes Ziel es gewesen zu sein scheint, wunderschöne Melodien zu entwickeln. Musikalische Harmonien zu kreieren, in denen der Hörer ganz aufgehen kann. Genau das ist den Engländern auch mit ihrem sechsten Album gelungen. „Scheherazade And Other Stories“ wurde 1975 veröffentlicht und gilt bei vielen Renaissance-Kennern und -Liebhabern als das beste Album der Band. Ob dem tatsächlich so ist, dies sei mal so dahingestellt. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass in der Besetzung Annie Haslam, Michael Dunford, John Tout, Jon Camp und Terence Sullivan die besten Alben der Band entstanden sind und diese Zusammensetzung gab es bereits vor „Scheherazade“ und auch noch danach. Die in dieser Konstellation entstandenen Alben haben alle ihren ganz eigenen Reiz. Hauptsächlich dafür verantwortlich, zumindest für den musikalischen Teil, zeigt sich Michael Dunford, der einfach das Gespür für die Harmonie schlechthin zu haben scheint. Alles wirkt, was der Gitarrist der Band, der zunächst nur der Songschreiber und noch nicht einmal festes Mitglied von Renaissance war, komponiert. Alles wirkt sehr eindrucksvoll.

Wie auf allen Platten, die um diese Zeit, Mitte der 70er Jahre von Renaissance veröffentlicht wurden, so hört man auch auf „Scheherazade And Other Stories“ sehr melodischen und harmonischen Progressive Rock. Jedes Lied, wirklich jeder einzelne Akkord ist hier überaus eingängig. Da ist zum einen der Gesang Annie Haslams, wie immer hell, klar und sehr eindringlich. Dort gibt es das wahrlich begeisternde Pianospiel des John Tout und häufig ausgedehnte Orchestereinsätze, die die einzelnen Lieder zu sehr komplexen Arrangements anschwellen lassen. Jedes Stück ist angefüllt mit weichen Harmonien, richtig rockige Ansätze gibt es nicht, worauf nicht nur das Fehlen einer E-Gitarre hinweist.

Trotzdem ist das, was auf dem Album zu hören ist wahrlich kein Soft Rock, sondern genau diese Sparte der Rockmusik, die Renaissance für sich besetzt haben: Melodiösen, harmonischen und progressiven Rock. Hier gibt es Rhythmus- und Tempowechsel, gerade und ungerade Takte, ausgedehnte Solo-Abschnitte, etwas skurrile Texte und vor allem sehr viel melodiöse Musik, die meist nicht nach der Devise Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain funktioniert, sondern sehr viel komplexer in ihrem Aufbau ist. Aus vielen verschiedenen Teilen setzt sich ein Gesamtbild zusammen, ein Hörerlebnis, welches viele verschiedene Ideen in sich vereint, diese verbindet und zu einem großen Ganzen werden lässt.

Fazit: Was ist das beste Renaissance-Album? Keine Ahnung, aber „Scheherazade And Other Stories“ gehört sicherlich mit unter die Top drei bis vier Platten der Band. Die Alben, die in der Zeit Mitte der 70ewr Jahre und in dieser Besetzung entstanden sind, schenken sich da alle nichts, sind alle sehr überzeugend. Renaissance macht die andere, die weichere Seite der progressiven Musik aus. Bei Renaissance wird nicht experimentiert, bei Renaissance wird im Wohlklang geschwelgt. Und das auch auf „Scheherazade And Other Stories“ richtig gut.

Am 20. November 2012 ist Michael Dunford leider verstorben. Ein weiteres Renaissance-Album soll angeblich kurz vor seinem Tod noch fertiggestellt worden sein und demnächst auch veröffentlicht werden. Danke an diesen tollen Songschreiber für viele schöne Stunden beim Musikhören.

Anspieltipp(s): Trip To The Fair, Song Of Scheherazade
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.1.2013
Letzte Änderung: 21.2.2013
Wertung: 11/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 3)


Vorab die Anmerkung, dass mir die remasterte Version des Albums aus dem Jahre 2006 vorliegt.

Scheherazade, die wundervolle Geschichte (oder wohl eher Legende) vom Sieg weiblicher Klugheit (oder gar Raffinesse?) über männlichen Zorn (oder insbesondere blinden Machtdünkel) und über emotionale Ungerechtigkeit im Allgemeinen.

Wer hätte wohl gerade dieses klassische Thema besser bearbeiten und musikalisch umsetzen können als eine Band, die sowohl der klassischen Musik nahe steht, als auch progressive Ausrichtung hat wie - in dieser Kombination - kaum eine zweite Band mit Vokalistin. Renaissance und Annie Haslam, das ist für dieses Thema die perfekte Konstellation. Perlendes Piano mit äußerst fein abgestimmtem Orchestereinsatz bilden den Unterbau für Haslams Stimme, die genau die intelligente Coolness, gepaart mit weiblicher Wärme, ausstrahlt, welche die gute Scheherazade beim Erzählen ihrer Geschichten aus 1000 und einer Nacht gehabt haben muss.

Die wunderbare glasklare, stets leicht distinguiert klingende Stimme der Annie Haslam prägt auch die übrigen Songs auf diesem Album, das sicher zu den besten der Band zu zählen ist, hat es doch keinen einzigen schwachen Song. Krönender Abschluss ist natürlich das hymnische Finale des Titeltracks, das für Gänsehaut sorgt.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.3.2017
Letzte Änderung: 19.3.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Renaissance

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Renaissance 10.50 2
1971 Illusion 9.67 3
1972 Prologue 12.00 1
1973 Ashes are burning 10.50 2
1974 Turn of the Cards 11.00 2
1976 Live at Carnegie Hall 11.50 2
1977 Novella 10.50 4
1978 A Song For All Seasons 10.00 1
1979 Azure d'or 7.67 3
1982 Camera Camera 3.67 3
1983 Time Line 2.33 3
1994 The Other Woman 7.00 1
1995 Da Capo - 1
1997 Songs from the Renaissance Days 1.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 2 11.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 1 11.00 1
2000 'Unplugged' - 'Live' at The Academy of Music, Philadelphia USA 7.00 1
2001 Tuscany 7.00 2
2002 In the land of the rising sun 9.00 1
2006 British Tour '76 11.00 1
2008 Song of Scheherezade (DVD) 11.00 1
2010 The Mystic and the Muse 11.00 2
2010 Kings & Queens 10.00 1
2013 Grandine il Vento 10.33 3
2014 Symphony of Light 11.00 1
2015 DeLane Lea Studios 1973 9.00 1
2016 Live at the Union Chapel 12.00 1

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