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Goetz Steeger

User

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; sonstiges
Label: Plattenbau
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Goetz Steeger Stimme, Instrumente, Produktion

Gastmusiker

Siri Keil Stimme (Track 6)

Tracklist

Disc 1
1. User 5:40
2. Der Letzte Lebende Akku 5:30
3. Idiotenvorspiel 1:26
4. Tal Der Idioten 4:11
5. Riesenkrabben Im Keller Des Erzbischofes 3:16
6. Nordseeinternat Almost Revisited 9:31
7. Fenster 3:18
8. Tschüs Zeitung 1:28
9. Vom Himmel Gefallen 2:18
10. Akku Reloaded 0:32
11. Taumelnder Glüclspilz 9:18
12. Episode 1 1:41
13. Klara Und Jörn 11:27
14. Neulich In Der Kurmuschel 0:37
15. Ende Der Geschichte 4:23
Gesamtlaufzeit64:36


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Der in Wien aufgewachsene Goetz Steeger lebt offenbar schon seit den 80er Jahren in Hamburg, wohin es ihn angelegentlich eines Schlagzeugstudiums verschlagen hatte. Dort kennt man ihn vor allem als Moderator des "Popkochers" des NDR und als Kopf oder Mitglied diverser lokaler Bands, zuletzt der Formation Rotes Haus. Nun hat Steeger ganz im Alleingang ein Album eingespielt, welches 2011 unter dem Titel "User" veröffentlicht wurde.

Steeger bezeichnet die Musik auf seiner Scheibe selbst als "Prop", einer selbstkonstruierten Mischung aus Pop und Prog. Damit trifft er den Nagel auf dem Kopf, denn "User" ist in der Tat ein buntes Gemenge an eingänglicheren Songs (mit deutschen Texten) und komplexerem, durchaus angeschrägtem Instrumentalrock. Pop, Deutschrock, Postrock, Kammerrock, Jazziges, Freiformatiges, Jazzrock bzw. Canterburyartiges und Elektronisch-Klangcollagiertes reihen sich hier aneinander und ergeben ein stimmiges Ganzes. Nach den ersten Tönen des einleitenden Titelstückes musste ich erst einmal an Robert Wyatt denken. Steeger hat eine ganz andere, tiefere Stimme, doch diese getragen-jazzige, leicht traurig-melancholische Stimmung und die seltsam eingängliche, aber doch irgendwie schräge Musik ist recht ähnlich zu den ruhigeren Songs des Briten.

Wyatt und Songorientiert-Canterburyartiges ist auch im weiteren Verlauf des Albums ein ganz brauchbarer Vergleich, wobei Steegers Musik aber auch oft in modern-kammermusikalische (kammerprogressive), progressiv-jazzrockige oder gar experimentell-avantgardistische Gefilde gerät. Mitunter erinnert das Ganze auch an die Artrockalben des Austroamerikaners Michael Mantler. Daneben oder darin eingewoben sind immer wieder einfachere Songabschnitte, die allerdings auch aufwändig und abwechslungsreich instrumentiert sind. Überhaupt ist es beeindruckend, welch farbige und klangvolle Musik Steeger hier ganz alleine (nur in "Nordseeinternat Revisited" ist eine Gaststimme zu hören) produziert hat. Ein Piano steht recht dominant im Mix, dazu kommen Gitarren, allerlei Perkussion (immer wieder auch Vibraphon- und Glockenspielartiges), flächige Tastensounds, E-Piano, Orgelartiges und Elektronisches. Und natürlich Steegers Stimme.

Letzteres ist nun auch das Einzige, was beim Rezensenten leichtes Unbehagen erzeugt. Es wird sehr viel Gesungen und Gesprochen auf "User", fast durchweg in Deutsch (so dass man sozusagen "gezwungen" wird zuzuhören), und es ist klar, dass Steeger der textliche Inhalt ebenso wichtig ist wie die Musik. Das kann für jemanden, der - wie der Rezensent - Texte in der Musik weitestgehend ignoriert und die Stimme schlicht als weiteres Instrument ansieht, bisweilen etwas anstrengend werden. Zum Glück vermeidet Steeger jegliche Plattheiten und textet fast ebenso anspruchsvoll wie er komponiert. Daher kann ich nur jedem, der Canterburyartiges, komplexen Artrock, klangvollen Jazzrock und angeschrägten Kammerprog schätzt empfehlen sich diesen norddeutschen "Singer-Songwriter-Avantprog" einmal anzuhören!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2011
Letzte Änderung: 11.12.2011
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goetz Steeger

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2016 Nutzlose Zeugen 11.00 1

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