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Gran Turismo Veloce

Di Carne, Di Anima

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: HardRock; Jazzrock / Fusion; Moderne Electronica; RetroProg
Label: Lizard Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Claudio Filippeschi vocals, piano, keyboards
Flavio Timpanaro bass, backing vocals
Stefano Magini drums
Massimo Dolce weird ideas, loop programming, guitar, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Anec retrorsum 0:22
2. Sorgente sonora 4:16
3. Misera Venere 5:19
4. Quantocamia 7:36
5. L'artisto 4:30
6. L'estremo viaggiatore 4:40
7. La paura 4:55
8. Misera Venere   (reprise) 3:34
9. L'indice e l'occhio   (eigentlich ca. 5:20, dann Pause und hidden track ab ca. 7:00) 8:32
Gesamtlaufzeit43:44


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Italien ist ja eines dieser erstaunlichen Länder, in denen Prog-Bands anscheinend besonders gut gedeihen. Woran das liegen mag, ist schwer erklärlich, zumal auch diesen Bands selten großer kommerzieller Erfolg beschieden ist. Aber vielleicht ist es die Motivation durch die zahlreichen Vorbilder herausragender Bands aus den 70ern, vielleicht auch eine bessere Ausbildung von Musikern (durchweg sind italienische Musiker gute Handwerker) oder sind es die rührigen Labels, die immer wieder neue Talente fördern? Wie auch immer, schon wieder ist mit Gran Turismo Veloce eine neue Band am Start. Mit "Di Carne, Di Anima" legt die 2008 gegründete Formation 2011 ihr Debütalbum vor, nachdem sie zuvor ein Demo veröffentlicht hatte.

Gran Turismo Veloce - der Name stellt übrigens eine Hommage an die großen italienischen Sportwagen der 70er Jahre dar, die sozusagen zeitgleich mit dem italienischen Progressive Rock über die Grenzen Italiens hinaus bekannt wurden - verleugnen das musikalische Erbe denn auch keineswegs. Aber sie kopieren keines ihrer Vorbilder, vielmehr nehmen sie den klassischen Italo-Prog-Sound als Inspiration für moderne, symphonische Rockmusik. Keyboard und Gitarre treiben gleichberechtigt die Songs voran. Kraftvolle Synthie-Leads und vor allem immer wieder in den Vordergrund gestelltes perlendes Piano bilden einen reizvollen Kontrast zur durchaus heftig riffenden Gitarre, die auch immer wieder kreative Solo-Parts hat. Tastenmann Claudio Filippeschi und Gitarrist Massimo Dolce prägen ganz eindeutig dieses Album. Die Rhythmusfraktion sorgt moderat vertrackt für ordentlich Drive und Groove.

Die Italiener spannen große Melodiebögen, spielen mit Laut-Leise-Dynamik, gönnen sich auch mal ruhigere Stellen und reichern ihre Musik mit jazzigen Elementen und allerlei elektronischem Gezirpe an (vielleicht sind hier die "weird ideas" versteckt, für die Gitarrist Dolce verantwortlich ist?). So entsteht ein erstaunlich eigenständiger Klangmix, der den klassischen Italio-Prog organisch in die Neuzeit befördert. Abgerundet wird das ganze vom ebenso variablen wie angenehmen Gesang von Keyboarder Filippeschi. Die Wiederaufnahme von "Misera Venere" überrascht mit einem wunderschönen Flötensolo, von dem man gar nicht glauben mag, dass das synthetischen Ursprungs sein soll, andrerseits bekennt sich hier niemand zur Flöte als Instrument. Den schalen Abschluss-"Gag" mit Hidden Track, in dem dann noch ein bisschen gejazzt wird, hätten sich die Italiener allerdings sparen können.

Die moderne, druckvolle Produktion, das flotte, variable Spiel der Band sorgt für ein sehr unterhaltsames Album, welches so ein bisschen wie die italienische Antwort auf Nemo klingt (nur um mal einen Vergleich zu bringen).

Anspieltipp(s): Sorgente sonora, Misera Venere (reprise)
Vergleichbar mit: siehe Text: klassischer Italoprog, gespielt von Nemo :)
Veröffentlicht am: 31.12.2011
Letzte Änderung: 5.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Die Musiker von Gran Turismo Veloce traten vor ein paar Jahren mal live auf dem Loreleyfelsen auf und dabei trugen sie so komische rote Monteursanzüge, die ebenfalls auf dem Innencover dieser CD abgebildet sind. Das hat mich damals irritiert, denn es erinnerte mich an die Band Devo aus dem New York der 70'er Jahre, die nun wirklich nicht mein Fall waren. Doch schnell wurde klar, dass die Musiker der Italiener mit denen der Amis zum Glück nichts zu tun hatten.

Sie beherrschen ihre Instrumente und die gemeinsamen Kompositionen sind durchaus gelungen. GTV spielen einen moderaten, melodiösen und keyboardlastigen Prog. Dieser vermischt sich auch mal mit typisch italienischen Chansoneinlagen. So klingt die Stimme schon mal nach Paolo Conte oder Angelo Branduardi. Lupenreiner Prog ist das natürlich dann nicht doch auch ohne lange Soloeinlagen, außer in wenigen Abschnitten, klingt alles erwachsen. Zwar dominieren die eher ruhigen Parts wie in SORGENTE SONORA (leider mit einem etwas abrupten Schluss), MISERA VENERO (sehr melodiös), L'ARTISTA (schöne Ballade) oder LA PAURA mit seinen E-Sounds.

Doch sorgen immer wieder schnellere Passagen für die nötige Aufmerksamkeit. So hat QUANTOCAMIA nicht nur schöne artifizielle Streicher zu bieten, sondern auch noch einen gehörigen Schuss Prog. Die Streicher, genau wie die manchmal hörbare Flöte aus der Dose, klingen übrigens erstaunlich echt. Das hat Thomas absolut richtig in seiner Rezi bemerkt. Und L'ESTREMO VIAGGIATORE bietet neben vielen Tempowechseln auch noch eine richtig fett klingende Orgel.

Das etwas pathetische L'INDICE E L'OCCHIO beendet das Album nach rund 43 Minuten. Ein schönes Album für den moderaten Proghörer, dazu noch in einer sehr musikalischen Sprache.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: einigen italienischen Progbands der 70er bis heute
Veröffentlicht am: 15.11.2017
Letzte Änderung: 15.11.2017
Wertung: 9/15
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