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Netherland Dwarf

Moi Moi

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassikrock / Adaptionen; RetroProg
Label: Musea Parallele
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

unbekannt Keyboards
Hans Lundin Synthesizer solo on 7

Tracklist

Disc 1
1. Alone in the Blizzard Dawn 10.25
2. Ruslan and Ludmilla - Overture 5.28
3. Salad Bowl 6.24
4. Messiah HWV 56 Part II No. 44 - Hallelujah 4.14
5. netherland dwarf 2.32
6. moi moi 1.21
7. Samson and Delilah-Bacchanale 7.21
8. alone in the Twilight Orange 6.16
9. Symphony No.104 In D Major "London"-IV.Finale.Spiritoso 6.39
Gesamtlaufzeit50:40


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Netherland Dwarf (zu Deutsch: Farbenzwerg) ist eine verbreitete Kaninchenart. So nennt sich auch ein Soloprojekt eines japanischen Keyboarders, der anonym bleiben möchte. Mit dem Projektnamen möchte der Musiker den freundlichen und lustigen Charakter seiner Musik verdeutlichen. Mit dem Titel seines Debütwerkes will der Künstler die finnische Begrüßung "moi moi" an die Hörer richten.

Die wichtigsten Inspirationen heissen für ihn Electric Light Orchestra, Vangelis, Collegium Musicum, Ekseption, Emerson, Lake & Palmer und Bo Hansson. Die CD beinhaltet fünf eigene Kompositionen sowie vier Klassik-Adaptationen. Die bekannteste dürfte "Messiah HWV 56 Part II No. 44 - Hallelujah" sein. Diese hat schon ein Herr Wakeman in seinem Soloteil bei Yes-Konzerten verwurstet. Also eine perfekte Vorlage für in Klassik-Bombast verliebte Tastenspieler. Aber der japanische Farbenzwerg ist nie verkrampft bombastisch. Nein, er ist mit Leidenschaft humorvoll und locker bombastisch. Mit dem zehnminütigen "Alone in the Blizzard Dawn" liefert er einen Beweis dafür, dass er auch anders kann. Es ist eine atmosphärische Retroprog-Nummer, die von übereinandergelegten Keyboardspuren lebt und von echt anmutender Schlagzeugbegleitung profitiert. In ihrer Art erinnert sie am ehesten an skandinavischen Retroprog.

Bei "Russian und Ludmilla-Overture" handelt es sich um eine bombastisch-humorvolle, farbenfrohe Adaptation eines Themas von M.I.Glinka. Die quirlige Art des Keyboarders ist weit entfernt von den vergleichsweise steifen Darbietungen der meisten bekannten Prog-Keyboarder. Man braucht auch hier kein Schlagzeug aus der Dose zu befürchten. Es war eindeutig ein echter Schlagzeuger zugegen. Auch ein Flötenspieler wurde eingeladen. Oder von der Festplatte abgerufen.

Das (wie das meiste auf Moi Moi) temporeiche und dichte "Salad Bowl" hat etwas von einer Begegnung zwischen Gamelan- und Fusion-Musik. Das kurze "Netherland Dwarf" verbreitet Pop-Appeal beim klassisch inspirierten Retroprog. Die mit Fusion- und Elektronik-Elementen durchsetzte, temperamentvolle, aber nicht überladen wirkende Adaptation von "Samson and Delilah" von C-C. Saint-Saens lässt klassikorientierte Prog-Künstler wie Mr.Wakeman blass erscheinen. Dem Dwarf aus Japan könnte nur der junge K.Emerson einigermassen das Wasser reichen.

"Moi Moi" ist bestens dazu geeignet die meisten Vorurteile über Klassik-Adaptationen in der Welt des Progressive Rock abzubauen. Mit Humor und Pop-Appeal versehen, frisch und temperamentvoll präsentiert sich Netherland Dwarf auf seinem Debütwerk. Es bleibt nur zu hoffen, dass es kein Scherz ist, von einem mehr oder weniger bekannten Prog-Keyboarder ausgeheckt. Vielleicht weiss der auf "Samson und Delilah" gastierende Kaipa-Tastenmann Hans Lundin mehr?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.1.2012
Letzte Änderung: 22.1.2012
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Mit "Moi Moi" liegt mal wieder ein Instrumentalalbum vor, noch dazu von einem japanischen Keyboarder. Wie beispielsweise bei "Innervisions" von Tadashi Goto und mit einem ähnlichen Overkill an modern-schneidenden Sounds. Die Aufteilung des Albums in Adaptionen und Eigenkompositionen erinnert mich wiederum ein bisschen an das letztjährige Soloalbum "Metalusion" von Glen Drover, wobei dessen jazzige Kante hier wohl gegen Klassikeinflüsse ausgetauscht wurde.

Wie sieht das mit den Eigenkompositionen aus? "Alone In The Blizzard" ist eigentlich nicht gerade abwechslungsreich, aber trippig und stimmungsvoll. Auf Dauer geht das Stück dann aber doch etwas auf den Zeiger, weil die Begleitung doch zu monoton wird und die Solosounds gegen Ende buchstäblich an den Nerven sägen. Die halbe Länge hätte es wohl auch getan. "Salad Bowl" verknüpft eine Latino-artige Begleitung mit krummen Takten, aber auch hier bleibt der Hintergrund konstant derselbe. "Netherland Dwarf" ist dann nicht zuletzt aufgrund seiner Kürze bemerkenswert ausgefallen, sondern weist sogar strukturierende Elemente auf. Die Melodieführung erinnert entfernt etwas an Focus-Nummern, eine Assoziation, die natürlich auch am Namen liegen kann. "Moi Moi" ist noch knapper, aber geht als nettes Zwischenspiel durch. "Alone In the Twilight Orange" nimmt zum Abschluss den Faden "Alone In The Blizzard" wieder auf, ist aber glücklicherweise kürzer.

Bis hierhin war "Moi Moi" so gesehen wohl etwas eintönig, ergo liegt der Grund zum Anhören dieses Albums vornehmlich in den Adaptionen. Und die machen richtig Spaß. Zwar ist die verspielte "Ruslan And Ludmila Overture" im Original mitunter noch quirliger und schneller ausgefallen, aber Mr. X demonstriert hier insbesondere eine geschmackvolle Wahl der Sounds, die das Stück auf "Moi Moi" zu einer standesgemäßen Angelegenheit machen. Hiernach steckt die "Hallelujah"-Adaption etwas zurück, da insbesondere der Keyboard-Chor etwas eintönig ausfällt. "Samson And Delilah" schlägt dann aber wieder mehr in die "Ruslan And Ludmila"-Kerbe und sorgt mit seinen orientalischen Melodien für besondere Abwechslung. Zudem bietet die interessante, etwas zurückhaltendere Melodieführung genug Stoff für weitere Überraschungen. Den Abschluss bildet hier die Haydn-Adaption, die zwar wieder auf die "Hallelujah"-Chorsounds setzt, ansonsten aber farbenfroher klingt und zudem ähnlich verspielt wie "Ruslan And Ludmila" ist. Auch hier also ein gelungener Abschluss.

Insgesamt ist "Moi Moi" damit eine gut hörbare Sache, die bei niemandem wirklich anecken sollte. Der große Trumpf des Albums sind dabei die ziemlich locker geratenen Adaptionen, denn die Eigenkompositionen sind zwar erträglich, wirken allerdings auch etwas farblos und kommen ohne große Spannungsbögen aus. Viel mehr bleibt zu diesem Album somit auch nicht zu sagen, womit zumindest das Reinhören schon empfohlen sei.

Anspieltipp(s): Ruslan and Ludmila Overture, Samson and Delilah Bacchanale
Vergleichbar mit: Mit einer Mischung aus den zitierten Tadashi Goto und Glen Drover sollte es eigentlich schon getan sein
Veröffentlicht am: 19.9.2012
Letzte Änderung: 19.9.2012
Wertung: 10/15
Eigenkompositionen 8, Adaptionen 12

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