End of Innocence
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
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| Jim Halfpenny |
Keyboards und Komposition von "Plane Theme" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
End of Innocence
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45:47
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| Gesamtlaufzeit | 45:47 |
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Rezensionen

Was am 11. September 2001 in den USA geschah, muss man niemandem mehr erklären. Die Ereignisse in New York, Washington und Shanksville haben nicht nur eine ganze Nation aufgerüttelt und gleich mehrere Kriege ausgelöst, sie haben auch eine ganze Reihe von Künstlern dazu bewogen, sich auf ihre Weise mit den Terroranschlägen auseinanderzusetzen.
Unter diesen Künstlern findet sich ein Name, den man bei diesem Thema wohl nicht erwartet hätte: Tony Kaye. Der ehemalige Yes-Keyboarder war nach seinem (freiwilligen?) Ausstieg 1995 kaum noch öffentlich in Erscheinung getreten, bis Billy Sherwood, ein anderer ehemaliger Yes-Musiker, ihn für seine Bands Circa: und Yoso reaktivierte.
Nachdem der Plan für ein Solowerk Kayes Ende der achtziger scheiterte, erscheint nun aus heiterem Himmel gleich ein 45minütiges Solowerk. Und das zu diesem Thema! Nun, ganz so überraschend ist das nicht. Kaye lebt seit den späten 70er Jahren in den USA, und seinen Plan, 9/11 musikalisch zu verarbeiten, hat er schon seit längerem angekündigt. Dabei hat er auch immer wieder die rechtlichen Schwierigkeiten angesprochen, denen er sich bei der Konzeption gegenübersah: "End of Innocence" war von Anfang an als Musikfilm geplant, der Bilder der Ereignisse vom 11. September 2001 und seiner Folgen mit Musik verbinden sollte. Die geschätzten Kosten für die Rechte an diesen Bildern waren es schließlich, die Kaye dazu bewogen, das Projekt kostenlos online zu veröffentlichen. Eine geplante DVD wäre viel zu teuer geworden: Hätte Kaye sie verkaufen wollen, hätte er für die Rechte bezahlen müssen, und wenn nicht, wäre er auf den Produktionskosten sitzengeblieben. So kommt es, dass "End of Innocence" das erste YouTube-Video ist, das auf den Babyblauen Seiten rezensiert wird: Es ist - ganz offiziell - Tony Kayes erstes Soloalbum.
Zu sehen sind Filme und Fotos, die sich uns allen mittlerweile eingebrannt haben: Der Sonnenaufgang am Morgen des 11. September, die von Minoru Yamasaki und Emery Roth & Sons errichteten Zwillingstürme, der Anschlag, die Lichtersäulen, die Begräbniszeremonien, und die umstrittenen Konsequenzen, die George W. Bush aus seiner Reinterpretation der Anschläge als kriegerische Handlung zog: Die Kriege im Iran und in Afghanistan. Für den kritischen Europäer mag es dabei interessant sein, zu erfahren, dass eine kritische Haltung Amerika gegenüber dabei nicht eingenommen wird. Die vergebliche Suche nach den angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak, die Folterungen im Gefängnis Abu-Ghuraib oder die völkerrechtlich zweifelhaften Internierungen in Guantanamo Bay lässt Kaye außen vor. Stattdessen inszeniert er die Amerikaner als von jubelnden Kindern umringte Befreier.
Die Musik, die Tony Kaye dem hinzufügt, reagiert auf diese Bilder: Immer dramatisch kommentiert sie, was der Betrachter sieht. Breite Keyboardflächen am Anfang werden durch ahnungsvolle Dissonanzen gestört, die Ehrungen der Toten werden mit pathetischen Tönen unterlegt, der Irakkrieg schließlich wird von treibendem Schlagzeug begleitet.
"End of Innocence" ist dabei in Abschnitte eingeteilt, die relativ klar gegeneinander abgegrenzt sind. Kayes Film erzählt die Geschichte von 9/11 in Form von Episoden und ebenso episodisch ist die Musik. Der Sound ist orchestral, aber selbstverständlich entstammen sämtliche Instrumente den Keyboards und Synthesizern Kayes. Dabei entsteht der Eindruck eines großen orchestral-elektronischen Werks, das zwar nicht durchgehend ein gleichbleibend hohes Niveau halten kann, vor dem Hintergrund aktuellerer Veröffentlichungen von Kayes Bands Circa: und Yoso jedoch überraschend qualitätvoll ausgefallen ist. Dem Murks, den Yes zur Zeit veranstalten, ist "End of Innocence" ohnehin überlegen.
Tony Kaye ist ein zu Unrecht übersehener Yes-Musiker. Hier bietet sich eine Gelegenheit, den Mann wiederzuentdecken.
| Anspieltipp(s): |
http://www.youtube.com/watch?v=Y01psRc7W2s&context=C3001caeADOEgsToPDskJjSWjG3EjaTJ6fH5ao9zjs |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
27.1.2012 |
| Letzte Änderung: |
27.1.2012 |
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