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Airs

Airs - A Rock Opera

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (2. März)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Metal; Neoprog; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Brockmann Gitarre, Bass, Keyboards
George Andrade Texte, Konzept

Gastmusiker

Gordon Tittsworth Gesang
Tilman Eckelt Gesang
Cornelius Kappabani Gesang
Floor Kraaijvanger Gesang
Antila Thomson Gesang
Jochen Ohl Schlagzeug
Dave Meros Bass (auf "Annabelle" und "Flight II")
Alan Morse Gitarre (auf "Flight II")
Phil Robertson Schlagzeug (auf "Ground II")
Paul Adrian Villareal Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Fateful Days   ("Now I Know") 7:37
2. Grounded   ("Now I Know") 5:28
3. Kites   ("Now I Know") 3:17
4. Flight   ("Now I Know") 6:37
5. Current Events

1. Winds Of Change 1:20
2. Heirs 1:45
3. Winds Of Change II 1:25
4. Errs 0:53

  ("Current Events")
5:23
6. History   ("Book Of Airs") 1:22
7. Heritage   ("Book Of Airs") 4:38
8. Experiments   ("Book Of Airs") 3:11
9. Floating   ("Book Of Airs") 1:32
10. Annabelle   ("The Flyer") 5:02
11. The Center   ("The Flyer") 4:40
12. Fateful Days II   ("The Flyer") 1:17
13. Hannah   ("The Flyer") 4:00
14. The Great Salt Pond   ("Airs") 5:52
15. Grounded II   ("Airs") 5:11
16. Kites II   ("Airs") 2:14
17. Flight II   ("Airs") 5:00
18. Owen   ("Owen") 1:39
Gesamtlaufzeit74:00


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Auf dem Label von "Airs - A Rock Opera" steht nicht nur der Projektname, sondern auch "Music by Steve Brockman - Story by George Andrade". George Andrade war doch gleich wer? Nein, nicht etwa ein vergessener Rockheld der 70er, sondern unter anderem der Autor hinter dem Projekt The Anabasis und ihrem letztjährigen Album "Back From Being Gone". Das hatte bei mir unterm Strich zwar leichtes Entsetzen verursacht, was aber wohl eher an der ziemlich öden Musik denn am Textkonzept dahinter lag.

Mit "Airs" jedenfalls liegt nun erneut ein Konzeptalbum vor. Ungefährer Inhalt soll das Leben und Leiden der Bewohner einer kleinen Insel im Atlantik sein, mit markanten Eckpunkten wie "Tragischer Unfall", "Gefängnisaufenthalt" und "Niedergang des Familienunternehmens". Fragt mich nicht, denn eigentlich schenke ich der genauen Story von solchen Alben eh nicht meine ganze Aufmerksamkeit, noch dazu heute, wo scheinbar eine ganze Industrie für Rock-, Metal- und sonstige Opern zu existieren scheint. Möglicherweise begehe ich da einen Fehler, denn scheinbar hat sich Andrade mit dem Booklet so einige Mühe gegeben. Allerdings sollte ich hier ja auch in erster Linie die Musik beurteilen. Die versammelten Gäste von Brockmann und Andrade sind jedenfalls eher der zweiten Liga zuzuordnen, am nennenswertesten scheinen wohl Gordon Tittsworth (Images of Eden) und Paul Adrian Villareal (Sun Caged), und mit kurzen Gastauftritten sonstiger Prominenz wie Alan Morse und Dave Meros (Spock's Beard) geht man ja auch gerne hausieren.

Wie klingt "Airs" nun? Im Großen und Ganzen fügt sich das Album eigentlich ganz gut in die Reihe der bisherigen "Opern"-Projekte ein. Es gibt also überwiegend am melodischen Hardrock und Progmetal orientierte Rocknummern und dazwischen viele ruhigere Zwischenstücke, in denen mit Klavier, Keyboard und Akustikgitarre je nach Ansicht des Hörers entweder Pathos oder Atmosphäre geschaffen wird. Erstgenannte Kategorie beherrschen der für praktisch alles verantwortliche Brockmann und seine Gäste ganz passabel. Nummern wie "Grounded" oder "Heritage" ziehen ganz gut rein. Grob vergleichbar ist das ganze deshalb natürlich mit Klassikern von Ayreon bis Savatage, aber auch an neuere Projekte wie Flaming Row. Was die Zwischenspiele angeht, muss auf Albenlänge dennoch Entwarnung gegeben werden, denn auf "Airs" gibt es anstelle von Kitsch doch eher ätherische Stücke ("Fateful Days II") oder durchaus patente Instrumentals ("Floating", "Flight II").

Was gibt es nun zu bemängeln? Nun, wie schon immer wieder angedeutet wurde, ist "Airs" ein Produkt aus der zweiten Reihe. Deshalb muss man immer wieder mit recht hausbacken klingenden Arrangements und Gesangseinsätzen leben. Zu ersterem Punkt ist zu sagen, dass einige Arrangements nicht die nötige Power entwickeln und die instrumentale Leistung beim Solieren auch etwas an Glanz vermissen lässt. Was das angeht, lässt sich "Experiments" als Beispiel anführen, dessen interessante Rhythmik in der ausschließlichen Interpretation durch Steve Brockmann doch etwas schlapp klingt. Oder die eher schwächlichen Keyboard-Streicher aus "Annabelle". Allerdings kommt so auf "Airs" ab und an auch der von mir durchaus geschätzte Amateur-Charme auf, was beispielsweise das kurze barocke Instrumental "History" zeigt. Bezogen auf den Gesang fallen insbesondere der töneschleifende Cornelius Kappabani, der zuweilen ziemlich schiefe Paul Adrian Villareal oder die eher ausdruckslose Floor Kraaijvanger negativ auf. Beispielsweise wird "Owen" von diesen Herrschaften geradezu zersungen. Dem gegenüber stehen die fast ausnahmslos überzeugenden Gordon Tittsworth, Jan Hoving und Antila Thomsen, sodass "Airs" im gesanglichen Bereich unterm Strich doch noch als "passabel" zu bezeichnen ist.

Was das Album letztlich aber wirklich stark macht, ist die Tatsache, dass die Songs selbst recht abwechslungsreich und spannend geraten sind. Gerade dieser Punkt macht Nummern wie das mit Reggae-artigen Einwürfen und Savatage-Piano aufwartende "Heritage" im Albenkontext so sinnvoll. Und auch kleinere Details sind auf "Airs" hervorhebenswert, was mir ebenfalls gut gefällt. Hierzu zähle ich z.B. das stilvolle E-Piano in "Flight" oder die rhythmischen Schiebereien in "Current Events", den "Unterwasser"-Bass in "Floating" oder die gelungene Delay-Gitarre in "Hannah".

Unterm Strich ist "Airs - A Rock Opera" also ein durchaus gelungenes Album. Zwar wird hier nichts so wirklich neu gemacht, und die musikalische Aufmachung ist stellenweise etwas billig geraten (siehe oben), allerdings hat Steve Brockmann genügend gute Einfälle gehabt, um ein musikalisch und konzeptionell schlüssiges Album zu schreiben. Hier schließt sich auch der Kreis zum Einstieg: Alle negativen Punkte, die mir damals bei The Anabasis sauer aufgestoßen sind, werden hier vermieden. Die Musik ist fast durchgängig spannend und interessant geraten, lediglich ab und an muss man mit ein paar schwächeren Gesangseinsätzen oder schwachbrüstigen Sounds leben. Insofern blicke ich für Steve Brockmann ganz hoffnungsvoll in die Zukunft, denn mit einer entsprechend opulenten Aufmachung wäre hier ein echter Knaller drin.

Anspieltipp(s): Heritage, Flight, Annabelle
Vergleichbar mit: Flaming Row, Ayreon
Veröffentlicht am: 23.3.2012
Letzte Änderung: 31.3.2012
Wertung: 9/15
Ein gutes Konzeptwerk mit etwas biederer Aufmachung und ein paar Schwächen

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