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Wassermanns Fiebertraum

Brandung

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Postrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Gitarre
Christian Gitarre
Reinhard Bass
Peter Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Flackerndes Sonnenlicht 2:33
2. Herzdämmerung 3:16
3. Traumwandler 3:39
4. Jetzt oder nie 3:32
5. Du in meinem Blut 4:43
6. Kinderspiel 3:55
7. Zerkratzte Luft 5:00
8. Wassermann 4:52
9. Innere Getriebenheit 5:08
Gesamtlaufzeit36:38


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


"Flackerndes Sonnenlicht", "Herzdämmerung", "Zerkratzte Luft" - manchmal muss man doch dankbar sein, mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen zu sein. Das demonstriert das Debüt der Postrock-Formation Wassermanns Fiebertraum aus dem bayerisch-österreichischen Grenzgebiet zwar nicht zum ersten Mal, aber dafür umso überzeugender und übrigens überwiegend instrumental.

Was das benannte Genre betrifft, gehen Wassermanns Fiebertraum natürlich in die Indie- und Jam-mäßig gespeiste Schule von Explosions In The Sky & Co., was ich persönlich eigentlich schade finde, denn es wäre auch mal wieder Zeit für orchestrale Visionen à la Godspeed You! Black Emperor. Allerdings bearbeitet das Quartett sein Terrain doch überwiegend kraftvoll und dynamisch, sodass man hier gerne hinhört. Sicherlich einen guten Teil trägt dazu die Tatsache bei, dass die Stücke überwiegend kurz sind. Minutenlanges Gegniedel und Auswalzen von Themen kann somit also schon rein zeitlich kaum vorkommen, vielmehr verstehen es Wassermanns Fiebertraum somit, wie beispielsweise letztes Jahr die Kroaten Storms, innerhalb von drei bis vier Minuten auf den Punkt zu kommen.

Und als wäre hier mal wieder der Punkt "Kompression" der Fall, ist es dann auch so, dass die Stücke ein gewisses Aggressionslevel selten unterschreiten. Hierfür sprechen beispielsweise die Breitwandattacken an den jeweiligen Klimaxen (sorry, mein Lateinbuch habe ich verlegt) von "Flackerndes Sonnenlicht" oder dem treffend betitelten "Jetzt oder nie". Und sollte sich mal in einzelnen Passagen, beispielsweise dem Intro von "Du in meinem Blut", die vielen Genreklischees entsprechende Schluffigkeit einschleichen, folgt meist in Form vom nächsten gelungenen Ausbruch die passende Antwort. Und ja, der Altprogger sollte sich auch darüber freuen, dass immer mal wieder krumme Takte angerissen werden, beispielsweise in "Traumwandler", "Flackerndes Sonnenlicht" oder den Powerparts des angesprochenen "Du in meinem Blut".

Was "Brandung" aber erst so wirklich hörenswert macht, ist das gelungene Zusammenspiel des Vierers. Zeitweilig, beispielsweise im flotten "Innere Getriebenheit", könnte man glatt Vergleiche zu Stoner/Sludge-Kapellen wie Rotor ziehen, so cool und locker kommt die Musik hier teilweise aus den Lautsprechern/Kopfhörern/Autoradios oder PA-Anlagen. Und wenn das nicht ausreicht, finden sich immer noch einige andere stilistische Querverweise auf dem Album. Da wären beispielsweise das nach Black-Metal-Hörspielen klingende Geflüster zu Ambient-Sounds in "Herzdämmerung", das gelungene Math-Riffing in "Kinderspiel" (a propos, das ist auch ein guter Wink zum Anfang dieses Absatzes) oder der generelle Düstersound in "Wassermann".

Alles in allem komme ich zu keinem geringeren Fazit als dem, dass Wassermanns Fiebertraums (uff!) Debütalbum ein in höchstem Maße überzeugendes Werk ist. Die gängigsten Postrock-Ingredenzien werden nicht umgangen, sondern ziemlich gekonnt verwendet, um daraus spannende, einfallsreiche und eruptive Musik zu schaffen. Somit ist "Brandung" also eine riesige Überraschung und ein ziemliches Jahreshighlight.

Bezogen werden kann "Brandung" vorrangig über die Bandcamp-Seite von Wassermanns Fiebertraum, obwohl mindestens auch eine Cardsleeve-Version existiert. Möglicherweise kann diese auf den hoffentlich ebenso hörenswerten Konzerten erstanden werden.

Anspieltipp(s): Jetzt oder nie, Kinderspiel, Du in meinem Blut
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2012
Letzte Änderung: 3.5.2012
Wertung: 13/15
Zielstrebiger Postrock mit, nun ja, Eiern

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wassermanns Fiebertraum

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2013 Tauche die Welt in Farben 11.00 1

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