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The Slowmovies

Egocaine / Hits 1920 / 1933

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Postrock; RIO / Avant
Label: Lizard Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

A Basso
B Violino, Tastiere, Diamonica
C Sax, Feedback
D Basso, Clarinetto, Operatore Tecnico
E Batteria, Percussioni, Tromba

Gastmusiker

Fabio Berretti Chitarra electrica

Tracklist

Disc 1
1. Free message 6:38
2. Mark Sandman groovy funeral 8:04
3. Downtown Judy 3:16
4. Cold train 2:05
5. Egocaine 7:22
6. Jeroboam of Oz 5:04
7. Beefcake 8:03
8. A rainy night in Solar Plexus 5:30
9. Secons hand life 6:03
10. ... (Theme from TSM Phantom) 3:50
Gesamtlaufzeit55:55


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


The Slowmovies kommen (kamen?) aus Sizilien, aus der Gegend zwischen Catania und Syrakus, oder direkt aus einer der beiden Städte. Ihr bis dato (vermutlich) einziges Album wurde um die Jahreswende 1999-2000 in Catania eingespielt und 2001 unter dem seltsamen Titel "Egocaine / Hits 1920 / 1933" von Lizard Records veröffentlicht. Danach ward nicht mehr allzu viel von der Band gehört. Die Myspace-Seite der Formation wurde schon seit Längerem nicht mehr aktualisiert. Vermutlich existiert die Gruppe nicht mehr.

Allzu großen Wert darauf, dass man weiss wer auf "Egocaine / Hits 1920 / 1933" zu hören ist, legt die Band offenbar nicht. Die fünf Musiker firmieren nur als A, B, C, D und E im Beiheft. Einer von ihnen heißt aber offenbar Francesco Di Gracia und lebt (lebte zum Veröffentlichungszeitpunkt) in Syrakus. Er ist jedenfalls als Kontaktperson angegeben ... vielleicht war er auch der Manager der Band. Allerdings macht das alles nicht den Eindruck, als hätten The Slowmovies einen Manager (gehabt). Dazu kommt noch der namentlich genannte Gastgitarrist Fabio Berretti.

Zur Musik! Diese ist nämlich ziemlich klasse! The Slowmovies machen eine Art von Kammerpostrock, der in der Tat eher gemächlich und mit einem gewissen filmmusikartigen Charakter aus den Boxen gleitet. Zumindest erlauben es diese Klänge einen eigenen Film vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen.

Violine, diverse Tasteninstrumente, Sax, Klarinette, Posaune, Bass, Gitarre und Schlagzeug kommen auf "Egocaine / Hits 1920 / 1933" zum Einsatz und erzeugen ein dichtes, meist eher elegisch dahin schreitendes Gemenge welches irgendwo im Grenzgebiet von Postrock und Kammerprog beheimatet ist. Gewisse, aber nie wirklich deutlich ausgeprägte repetitiv-minimalistische Strukturen (Keyboards, Bass, Schlagzeug) treffen hier auf ein klassik-inspiriertes Gefüge der akustischen Instrumente (Violine, Bläser, Piano), bisweilen angereichert mit E-Gitarrenspuren und glockenspiel- und vibraphonartigen Klängen. Eingewoben werden zudem immer wieder jazzige Spuren (vor allem vom Sax), kürzere Freispieleinlagen, ein paar Tonbandeinspielungen mit Stimmen und Geräuschen, düster-hallender Darkjazz, kurze elektronische Wolken, etwas zeuhliger Jazzprog (man höre das Titelstück) und verhaltenes RIO-Gefrickel.

Das Ergebnis ist ein sehr farbiges und dichtes, eher melancholisch-düsteres Album, das vielleicht nur ein wenig darunter leidet, dass es ab und zu etwas flotter und druckvoller aus den Boxen sprudeln könnte. Aber das "slow" ist (war) ja offenbar Teil des Konzepts. Wer Kammerrockiges im Postrockgewand schätzt, der sollte in "Egocaine / Hits 1920 / 1933" dringend einmal reinhören!

Ach ja: Das letzte Stück ist in der Tat eine Phantomnummer. Fast vier Minuten kann man nichts hören. Eine wirklich gelungene Coverversion von Cages "4'33''"!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2012
Letzte Änderung: 3.6.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


"Vermutlich existiert die Gruppe nicht mehr." Immer schade, wenn man über eine interessante Band so etwas lesen muss! Denn die Sizilianer The Slowmovies gehören zu den wenigen Bands des Postrock-Genres, die sich nicht an den übermächtigen Vorbildern GYBE orientieren, sondern ihre ganz eigenständige Version des Genres liefern. Dazu trägt nicht nur die ungewöhnliche Instrumentierung bei, die kaum Gitarre (nur sporadisch von einem Gastmusiker beigesteuert), dafür aber Violine und verschiedene Holzblasinstrumente umfasst, sondern auch der originelle Aufbau der fast komplett instrumentalen Musik.

Da vereinigt sich kammermusikalisch-postrockiges mit jazzigen Klängen und einigen RIO-Einflüssen zu einer kantig-komplexen, aber dennoch gut hörbaren Mixtur. Meist geben das dynamische Kratzen der Violine oder das Getröte des Saxophons den Ton an, aber letzten Endes steht kein Instrument besonders im Vordergrund, im allgemeinen herrscht gleichberechtigtes Zusammenspiel. Abgerundet wird das Ganze durch gelegentliche elektronische Einsprengsel sowie sparsam verwendete Stimmeinspielungen. Die Musik gleitet zwar in eher gemächlichem bis allenfalls mittlerem Tempo aus den Boxen, aber die seltsam-verqueren Melodien begeistern auch so.

Die Slowmovies bieten auf ihren "Hits" (?!) eine ganz eigenständige Variante eines jazzigen Kammer-Postrocks. Hoffentlich machen sie lediglich eine etwas ausgedehntere Kreativpause, es wäre wirklich zu schade, wenn das schon alles von dieser bemerkenswerten Formation gewesen wäre!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.8.2012
Letzte Änderung: 12.8.2012
Wertung: 11/15

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