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Astra

The Black Chord

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; RetroProg
Label: Rise Above Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Richard Vaughan guitar, mellotron, minimoog, rogue moog, sound effects
Conor Riley vocals, mellotron, minimoog, rogue moog, arp odyssey, oberheim 2 voice, crumar orchestrator, hammond organ, grand piano
Brian Ellis electric & acoustic guitars
Stuart Slater bass
David Hurley drums, percussion, flute

Tracklist

Disc 1
1. Cocoon 8:43
2. The Black Chord 14:58
3. Quake Meat 6:40
4. Drift 4:37
5. Bull Torpis 2:55
6. Barefoot In The Head 9:13
Gesamtlaufzeit47:06


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Was soll man sagen... der trockene Fakt ist zunächst: Die Amerikaner Astra haben mit „The Black Chord“ einen Nachfolger zum – zumindest auf diesen Seiten – kontrovers diskutierten Debütalbum „The Weirding“ vorgelegt. „The Weirding“ kenne ich nur vom „gelegentlich mal reinhören“, aus irgendwelchen Gründen hat es nicht den Weg in meine Sammlung gefunden, also werde ich mich mit detaillierten Vergleichen nicht weiter aufhalten.

Wenn man auch vom Genre „Progressive Rock“ außer Vergangenheitsbezug auch ein Minimum an Weiterentwicklung, eigenen Ideen, musikalische Revolution, eine gewisse Herausforderung in der Musik erwartet, dann kann man sich diese Rezension und auch „The Black Chord“ glatt schenken. Wer hingegen gerne mal geistige Zeitreisen in die goldenen 70er Jahre unternimmt, wer sich schon immer mal gefragt hat, warum wird solche Musik wie damals eigentlich nicht mehr gemacht oder wer Glass Hammer-Alben mit einem seligen Lächeln hört, für den dürfte es hier schon deutlich interessanter werden.

Es gibt ja durchaus die Ansicht, dass sich Progressive Rock, das Genre, heutzutage vor allem auch durch einen Rückbezug auf eben die Entstehungszeit in den 70er Jahren (des letzten Jahrhunderts) legitimieren muss. Diesen Standpunkt vertreten Astra sozusagen extrem. „The Black Chord“ könnte in jeder Hinsicht ein vergessenes Werk aus eben den 70ern sein. Vor allem dann wenn es damals eine Band namens Mahavishnu-King of Graaf Generator, say Yes to the Genesis of Floyd gegeben hätte (womit ich hoffentlich alle Dejà-Vus in einen fiktiven Bandnamen packen konnte).

Sanfte Keyboard-Schwingungen, sanfte pulsierende Rhythmen, langsam anschwellende Gitarren-Klänge führen den Hörer im instrumentalen Opener „Cocoon“ in das Album. Der Songtitel könnte wohl nicht passender gewählt sein, den der Hörer wird förmlich eingesponnen. Nachdem der Song Fahrt aufgenommen hat, geht es nahtlos in den Titel-Longtrack über. „The Black Chord“ ist ein Monster aus wirbeligen Moogklängen, Hammond-Ausflügen, flirrenden Gitarren mit diesem leicht bluesigen Floyd-Touch, grummelndem Bass und solidem Schlagzeug-Fundament. Erstmals tritt hier auch leicht verzerrter, psychedelischer Gesang hinzu. Letztlich wird diese Mischung mit „Quake Meat“ fortgeführt, wobei hier die Gitarren etwas härter zupacken und so ein Schuss Hawkwind durch die Arrangements weht. Danach hat das Album seine besten Passagen hinter sich, aber wenn im kurzen „Drift“ eine Hommage an den klassischen Italoprog daherkommt und im abschließenden „Barefoot In The Head“ nochmals großes Retro-Prog-Kopf-Kino aufgefahren wird, dann bleibt „The Black Chord“ immer noch sehr unterhaltsam.

Letztlich ist auch dieses Astra-Album eine musikalische Zeitreise der besonderen Art. Man kann das für lächerliches musikalisches Disneyland halten oder man gibt sich der schwelgerischen Nostalgie ganz hin und wird dann sicherlich reich mit gelungenen Melodien, großen Gesten und farbigen Arrangements, eben ganz in der Tradition der „Altvorderen“ bedient. Und bei aller Orientierung an Vorbildern, man muss so eine Mixtur natürlich auch erstmal hinbekommen und dann auch noch einspielen (können). Mir ist dieses Album in seiner Art sehr sympathisch und ich lasse mich auch gerne mal auf so eine Zeitreise mitnehmen (in Vergnügungsparks gehe ich ja auch ab und zu gerne).

Anspieltipp(s): einfach vorne anfangen...
Vergleichbar mit: den goldenen 70er Jahren wiederbelebt
Veröffentlicht am: 17.6.2012
Letzte Änderung: 17.6.2012
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Der Zweitling der Kalifornier Astra bietet wiederum einen retrogetränkten Mix aus psychedelischem Hardrock und symphonischem Progock, der mit "Cocoon" in schleppenden Gitarrenriffs und breitflächig-sphärischen Synthieteppichen eröffnet wird. Derart "stoned" klang keine der 70er Jahre Progbands und wollte wohl auch nicht so klingen. Nektar tendierten zu Beginn ansatzweise in diese Richtung, zeigten sich aber doch meist songorientierter, ohne derart an der Psychedelic-Schraube wie die Band aus San Diego zu drehen. Hier werden verzwirbelt-quirlige Rockriffs mit einer Kombination aus wabernden sowie elegant-symphonischen Tastensounds im hypnotisch-spacigen Soundgeflecht bis zum Exzess auf die Spitze getrieben. Das hätte keine Band in den 70er Jahren gewagt, aus Angst die geneigte Hörerschaft zu verprellen.

Astra zeigen sich seit ihrem Debüt dazu berufen, ohne jegliche Zugeständnisse mit ihrem kriechenden Retrosound genau in diese bislang nicht geschlossene Lücke zu stoßen. Der von den zeitgenössischen Bands jeweils gelegte Grundstein wird in versessener Detailverliebtheit aufgegriffen und unverblümt in den eigenen Soundkosmos überführt. Der musikalische Entwicklungsprozess hält sich bewusst in Grenzen und ordnet sich dem verschlungen-nebulösen Retro-Psychedelic-Prog unter. Die Frage nach der musikalischen Innovation bzw. Identität wird mit einem breiten Grinsen erwidert, als ob bereits der Hörgenuss bekifft macht und die Sinne des geneigten Hörers bewusst benebelt. Ja, ohne jeden Zweifel lassen sich im Verlauf des Albums die verschiedensten Versatzstücke bekannter Bands der ganz großen Ära der handgemachten Rockmusik benennen, die im gedehnten "Kiffer-Prog" bewusst auf die Spitze getrieben werden. Der Titeltrack "The Black Chord" hätte in den Siebzigern entweder einen knackigen Hardrock-Song oder ein elegant-symphonisches Keyboardprunk-Epos ergeben. Hier werden diese Ingredienzien in einen psychedelischen Trip-Progrock überführt. Hätten Yes, King Crimson oder Genesis dies gewagt, wären sie wohl gnadenlos in der Luft zerrissen worden. Die Grenzen zwischen symphonisch-elitärem "Artrock", rifflastigem Hardrock und hypnotischem Psychedelic Rock werden auf "The Black Chord" in beinahe schon sakral anmutender Manier beseitigt. Weihevolle Mellotron-Schwaden tragen dazu bei, dass dieses Unternehmen einmal mehr gelungen ist.

Anspieltipp(s): The Black Chord
Vergleichbar mit: Stoner-Prog
Veröffentlicht am: 13.11.2012
Letzte Änderung: 13.11.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Astra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 The Weirding 7.40 5

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