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Altrock Chamber Quartet

Sonata Islands goes RIO

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: instrumental; RIO / Avant
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Emilio Galante Flute, Piccolo
Valerio Cipollone Bass Clarinet, Clarinet
Andrea Pecolo Violin
Bianca Fervidi Cello

Gastmusiker

Massimo Giuntoli Piano (Track 6)

Tracklist

Disc 1
1. Snake eating its tail   (Fred Frith) 1:44
2. Norrgarden Nyvla   (Fred Frith) 3:03
3. Hands of the Juggler   (Fred Frith) 4:44
4. Rethinking Plague   (Emilio Galante) 3:49
5. Presage   (Daniel Denis) 10:21
6. Land Arf   (Massimo Giuntoli) 6:19
7. Brachilogia   (Francesco Zago) 3:08
8. Distillando   (Emilio Galante) 4:11
9. Crossroads   (Tiziano Popoli) 4:37
10. Luoghi che aspettano   (Stefano Zorzanello) 6:44
Gesamtlaufzeit48:40


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Mitunter gibt es ja Band- und Albumnamen, die sagen schon so ziemlich alles über den Inhalt aus. "Sonata Islands goes RIO" des Altrock Chamber Quartet ist so ein Fall. Beim Altrock Chamber Quartet handelt es sich offenbar um vier Musiker des Lombardischen Kammermusik- und Jazzensembles Sonata Islands, die sich einerseits einer akustischen Interpretation "anderer" Rockmusik (Altrock) widmen, andererseits eng mit dem (und der Musik des) Mailänder AltrOck-Labels verbunden sind. "Sonata Islands goes RIO", Anfang Juni 2012 bei AltrOck erschienen, bietet somit ein Kammermusikquartett (in einer Nummer zum Quintett erweitert), das RIO-Artiges für eine kleine Kammermusikbesetzung arrangiert hat.

Flöte, Klarinette, Violine und Cello (einmal - wie gesagt - zuzüglich eines Pianos) spielen auf dieser CD einerseits Arrangements originaler RIO-Komposition (von Fred Frith: "Snake eating ist tail" vom Album "Ragged Atlas" und "Norrgarden Nyvla" und "Hands of the Juggler", beide von "Gravity"; von Unives Zero: "Presage" von "Uzed") andererseits Werke verschiedener Komponisten im verwandten Geist, u.a. von Yugens Francesco Zago. Das Ergebnis ist ein sehr farbiger, akustischer Kammerrock, der sozusagen die Essenz des RIO-Genres beinhaltet und natürlich an ähnliche, wenn auch anders besetzte Produktionen von z.B. Louise Avenue, Aranis, Julverne oder auch Metamorphosis erinnert.

"Sonata Islands goes RIO" ist dabei ziemlich schräg ausgefallen, wirkt (ist) über weite Strecken (wie) ein zeitgenössisches Werk für ein Quartett aus Flöte, Klarinette, Violine und Cello, das nur noch rudimentäre rockmusikalische Strukturen aufweist. Dies belegt vermutlich, dass es sich bei RIO-Verwandtem im Grunde um zeitgenössische Kammermusik handelt, die mit einem Rockinstrumentarium dargeboten wird. Wechselt man dieses aus, verzichtet auf E-Gitarre, Keyboards und Schlagwerk, dann erhält man wieder zeitgenössische Kammermusik. Exemplarisch vorgeführt wird dies anhand der Denis-Komposition "Presages", deren kompositorisches Material kaum verändert wurde, die aber kaum noch wie Rockmusik wirkt, vor allem da die Rhythmusabteilung fehlt. Rocken tut das Ganze allerdings über weite Strecken trotzdem, erzeugen die vier Musiker durchaus rhythmische Strukturen, die von der Rockmusik kommen.

Ich denke, es sollte ziemlich klar sein, welche Zielgruppe dieses Album ansprechen wird. RIO-Liebhaber, Kammerprog-Freaks und AltrOck-Adepten, die keine Aversionen gegen nicht elektrisch verstärkte Instrumente und akustische Kammermusik haben, die liegen hier richtig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.6.2012
Letzte Änderung: 17.6.2012
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Es ist wirklich schon „komisch“, wie stark Musik von der Instrumentierung abhängt. Dank klassischer Instrumentierung wirkt „Sonata...“ nämlich nicht allzu rockig, sondern tatsächlich wie ein modernes Stück Kammermusik. Dies hebt „Sonata...“ auch von manchen Pop-goes-Classic-Projekten ab, die mit großem Orchester Klassikversionen bekannter Hits totgeigen. Dank dem zugrunde liegenden Songmaterial und der geschmackvollen und sparsamen Instrumentierung wirkt das Album dagegen auch künstlerisch recht ansprechend.

Die Musik wirkt auf mich zwar relativ modern (für klassische Verhältnisse), aber doch leicht zugänglich. Hier und da wird es etwas schräg, aber eigentlich klingt die Scheibe für mich wie RIO-Light. Vieles wirkt beschwingt bis burlesk. Manches hat nach meinem Eindruck geradezu etwas Gershwinhaftes. Und auch wenn keine Schlaginstrumente zu hören sind, ist das Ryhthmusgefühl - auch durch allerlei Repetition - deutlich ausgeprägt.

Fans von Bands wie Aranis oder Univers Zero können hier bedenkenlos zuschlagen. Herausragend gute und sehr abwechslungsreiche RIO-Songs werden höchst angenehm auf eine sehr klassische Weise interpretiert.

Anspieltipp(s): Hands of the Juggler, Presage, Brachilogia
Vergleichbar mit: Aranis - nur kompositorisch gehaltvoller
Veröffentlicht am: 29.7.2012
Letzte Änderung: 29.7.2012
Wertung: 11/15

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