Holon : Anamnesis
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Nils Wittrock |
Gitarre/Gesang |
| Ilja Lappin |
Bass/Gesang |
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Gastmusiker
| Katja Barahona de la Fuente |
Gesang auf limerent und datorie |
| Marco Czakowski von Grey |
Gesang auf limerent |
| Edgar Berlies von Betty Oetker |
Gesang auf limerent und absenz |
| Rabea Bollmann, Ida Danzberg, Lili Danzberg, Franziska Gand, Janne Groth, Lisa Hinnersmann, Linda Knauer, Maja Wolniak und Katharina von Fintel |
Gesang auf ligaphob |
| Samuel Mansur von Akela |
Gesang auf mara |
| Anna Dierl (Sopran), Christoph Grasse (Countertenor), Christian Peuser (Tenor) und Dietmar Sander (Bass) |
Gesang zwischen mara und irrath |
| Danika Arndt, Tobias Lietz von Caleya und Tom Mischok von Adolar |
Gesang auf datorie |
| Tim Tautorat |
Geigen |
| Lilit Mkhitaryan |
Bratsche |
| Bernhard Rath |
Celli |
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| Natalie Plöger |
Kontrabass |
| Dominik Hummel |
Posaune |
| Anne Steinkrauß |
Horn |
| Simone Will |
Klarinette |
| Sebastian Müller |
Klavier |
| Hanna Rabe |
Harfe |
| Max Trieder |
Orgel |
| Mark Bessonov |
kleine Trommel, Kastagnetten, Röhrenglocken und Handzimbeln |
| Malika Maminova |
große Trommel, Becken und Klangholz |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
anamnesis
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3:01
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| 2. |
limerent
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4:25
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| 3. |
absenz
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5:55
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| 4. |
agitation
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9:18
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| 5. |
ligaphob
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9:17
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| 6. |
mara
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11:47
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| 7. |
irrath
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6:40
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| 8. |
ira
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7:35
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| 9. |
datorie
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8:21
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| Gesamtlaufzeit | 66:19 |
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Rezensionen

Irgendwie größenwahnsinnig scheinen The Hirsch Effekt definitiv immer noch zu sein, das zeigt schon ein Blick auf die mehr als 30 Personen umfassende Gastmusikerliste. Sind sie aber auch noch so WTF!?! wie auf "Holon : Hiberno"?
Da man The Hirsch Effekt jetzt schon kennt und daher in etwa weiß, was einen erwartet, wäre es ein Leichtes, das neue Album einfach zu verreißen, denn neben dem unfassbaren Debüt kann "Holon: Anamnesis" ja eigentlich nur verlieren. Den möglicherweise (auch) darauf geeichten Texthinweis im Opener und noch einmal ganz am Ende möchte ich allerdings nicht nur zur Kenntnis, sondern in diesem Sinne auch sehr ernst nehmen: "Wer sich jetzt noch umdreht, ist selber schuld / Wer nun noch zurückblickt, hat uns nicht verdient."
Nicht verdient hat die Band auf jeden Fall auch jeder, der sie wegen der deutschen Texte und/oder des Gesangs an sich verschmäht. Man versuche sich mal auszumalen, wo eine Band wie Rush heute stehen würde, wenn man sich Gesang nicht schönhören könnte!? Nicht dass ich Nils Wittrock jetzt unterstellen möchte, wie Geddy Lee zu klingen (das tut er nämlich gar nicht), aber "schönhören" musste ich mir "Holon: Hiberno" ja schließlich auch, nachdem ich zunächst das dringende Gefühl hatte, mit dem, was da aus ihm herauskam, gar nichts anfangen zu können. Der Urknall, der sich dann aber doch noch einstellte, hallt auch zwei Jahre später noch nach, und ungefähr genau so lang war ich mir leider auch ziemlich ziemlich sicher, dass The Hirsch Effekt nicht mehr an dieses Debüt herankommen würden.
Vor diesem Hintergrund zunächst einmal die schlechte Nachricht: die Band hat sich unverschämterweise nicht neu erfunden, und auch bei "Holon: Hiberno" fährt der CD-Schlitten nicht im Takt aus dem Player raus und wieder rein. Stattdessen haben sie ihre abenteuerliche Mischung vom ersten Album im Prinzip einfach nur beibehalten. Langweilig, oder!?
Äh, "einfach nur beibehalten" – als wenn das so einfach wäre!
Sie halten den mit ihrem Erstling vorgelegten immens hohen Standard nicht nur, sondern übertreffen ihn sogar, weil sie einfach noch müheloser, noch souveräner, noch gekonnter und damit irgendwie gefestigter klingen (die Vokabel "erwachsen" sei an dieser Stelle tunlichst vermieden!). Im direkten Vergleich wirkt das Debüt jetzt definitiv ein gutes Stück kleiner, als es sich ursprünglich mal aufgetürmt hatte, denn die wieder sehr ausladenden Arrangements sind auf dem Nachfolger noch einmal eine ganze Ecke bombastischer in Szene gesetzt worden. Schlechter wird "Holon: Hiberno" dadurch aber kurioserweise auch wieder nicht, denn das erste Album der Band steht wie ein Fels in der gewaltigen Brandung, die der Sturm namens "Holon: Anamnesis" entfesselt. Es ist nur so, dass man diesen Fels halt manchmal gar nicht mehr sehen kann. Wenn man nicht wüsste, dass er noch sicher an seinem Platz steht, würde man oft schwören wollen, dass er soeben pulverisiert wurde, doch dann er taucht wieder schemenhaft inmitten der Gischt auf, nur um kurz darauf wieder in den tosenden Brechern zu verschwinden.
Aber genug Seemansgarn gesponnen, hier ein paar Fakten (als ob das da oben keine Fakten wären, pah!): auffällig ist der an manchen Stellen (besonders im ersten Drittel) erhöhte Progmetal-Anteil, aber nichtsdestotrotz käme man nach wie vor wohl eher nicht auf die Idee, The Hirsch Effekt als Progmetal-Band zu bezeichnen. Für orchestral-klassische Einsprengsel sorgt abermals das beeindruckende Gastmusiker-Arsenal, das dieses Mal noch um einiges hochwertiger arrangiert in Szene gesetzt wurde; während man auf dem Erstling die Möglichkeit, Freunde mitspielen zu lassen, einfach nur mitgenommen hat, wurden dieses Mal ganze Partituren erstellt und auch schon mal ein sakraler Ort zum Aufnehmen aufgesucht. Auch gibt es auf "Holon: Anamnesis" natürlich wieder Emo/Screamo- und Mathcore-Passagen, so dass es weiterhin schwerfällt, die Band einer bestimmten Szene zuzuordnen. Dies macht ihre Vermarktung sicherlich nicht unbedingt einfacher, dürfte aber ein Schlüssel zu der Leichtigkeit sein, mit der sich The Hirsch Effekt durch ihre genuine Mischung proggen. Da darf dann wie bei "limerent" zwischen unverschämt rockigem 80er-Riffing und Blastbeats auch schon mal ein lateinamerikanisch angehauchter Part mit Carlos Santana-Gitarre eingeschoben werden. Warum auch nicht – hier wird absolut euphorisch und enthusiastisch Musik gemacht, und wenn The Hirsch Effekt der Meinung waren, dass sie das so machen wollten (und auch konnten), dann haben sie es eben so gemacht (und gekonnt)!
Das könnte man wohl ebenso als größenwahnsinnig bezeichnen, aber ganz so größenwahnsinnig können die Herren Wittrock, Lappin und Wende auch wieder nicht (gewesen) sein, denn um im Notfall ein Korrektiv für die eigene überbordende Kreativität zur Verfügung zu haben und nicht die Orientierung zu verlieren, holten sie sich dieses Mal mit Tim Tautorat und Max Trieder gleich zwei Produzenten mit ins Boot, um nach eigenen Worten "eine Instanz über der Band zu schaffen". Ob diese Instanz wirklich mal mit der Faust auf den Tisch hauen musste, ist mir nicht bekannt; das gemeinsame Ergebnis klingt auf jeden Fall nicht so, als hätten The Hirsch Effekt sich in irgendeiner Form einschränken müssen. Stattdessen klingt die Band sowohl handwerklich als auch kompositorisch leidenschaftlich wie eh und je, auf eine seltsam befreite Art vielleicht sogar noch ein bisschen leidenschaftlicher als vorher. Mit ihren deutschen Texten verhindern sie zwar möglicherweise internationale Beachtung; dass sie auf Deutsch singen, ist gleichwohl ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der drei Hannoveraner und unterstreicht einmal mehr, dass es The Hirsch Effekt vor allem darum geht, ihr eigenes Ding durchzuziehen, ohne es irgendwem außer sich selbst rechtzumachen. An dieser Stelle sei übrigens ausdrücklich empfohlen, sich das Trio live anzutun, denn auf der Bühne wird noch klarer, mit was für einer Ausnahmeband wir es hier zu tun haben. Wer sich dann umdreht, ist wirklich selber schuld!
Eins steht aber absolut fest: noch mal schaffen die drei das nach diesem zweiten Album aber auf jeden Fall echt 100%-ig sicher definitiv überhaupt gar nicht mehr! Als Ansporn gibt es daher "nur" 14 Punkte. Die Luft nach weiter oben ist aber verdammt dünn geworden...
"Holon : Anamnesis" erscheint am 30.08., liegt aber bei Vorbestellung schon zwei Wochen vorher im Briefkasten. Für das sicherlich wieder schicke Doppelvinyl ist abermals Kapitän Platte verantwortlich.
| Anspieltipp(s): |
bitte einfach am Stück hören |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
20.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
19.7.2012 |
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