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The Peeni Waali All Stars

Shab Tab

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Mensch Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alan Kushan Santur, Voice, Lyrics
Fizzè Flutes, Piccolo, Hammond Organ, Accordion, Percussives, Programming, Arrangements

Gastmusiker

Pascal Cuche Kitchen Utensils, Milkpots
Hubert Osterwalder Guitars
Barbara Dennerlein Hammond Organ
Rico Rodriguez Trombone
Steve Gregory Sax
Shirley Hofmann Tuba, Euphonium
Raphael Zweifel Cello
Andri de Brosq Clarinet
Paul Haag Alphorns
Morgan Fischer Keyboards
Roland Schiltknecht Hackbrett
Tobias Morgenstern Accordion
Fritz Ostwald Clarinet
Louis Insenmann Brushes

Tracklist

Disc 1
1. Mother of life 9:42
2. Shab Tab 8:30
3. From Mahabad to St-Saens 5:13
4. Widmung an HaFis 5:48
5. Shaman in Jah Pan (Fukushima Dub) 5:05
6. Five bells over Tokyo 5:34
7. Shabnam 5:33
8. Buddah on the frogs 9:47
9. Ridaan 6:36
10. Nouvelle cuisine orientale 4:34
11. Mass Medium 4:43
Gesamtlaufzeit71:05


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Eigentlich wollte er ja keine CD mehr machen, der Fizzè aus Weite in der Ostschweiz an der Grenze zu Lichtenstein. Aber, dann kam es doch anders. Der Babyblaue Leser mit gutem Gedächtnis kennt Fizzè von "Sha" und "Kulu/Manoeuvres". Weltmusikalisches, Jazzrock, Avantgardistisches und Progressives vermengt der Schweizer meist, der der Neuenburger RIO-Schule entstammt, dem Umfeld von Bands wie Debile Menthol, Nimal und dem Ensemble Rayé. Viel ist er rumgekommen in der (Musik)welt, doch offenbar hat er sich dann irgendwann zur Ruhe gesetzt (zumindest als selbstschaffender Recording Artist, als Produzent, Toningenieur und Gastmusiker war er weiterhin sehr aktiv), war doch das 2006 erschienen "Sha" bis vor Kurzem das letzte musikalische Lebenszeichen von Peeni Waali.

2009 kam dann Alan Kushan, der auf "Sha" schon als akustischer Gast zu hören war (persönlich hatte man sich noch nie getroffen), zu Besuch in die Schweiz. Der persische Santur-Virtuose und Sänger initiierte schnell einige musikalische und kompositorische Arbeiten, die dann bei einem erneuten, ausgedehnten Aufenthalt im Mensch-Studio in Weite ausgebaut und perfektioniert wurden. Und dann war es passiert, Fizzè war infiziert und es entstand ein weiteres Klangwerk, welches erweitert um diverse Gastbeiträge und perfekt produziert als nun wirklich letztes Album (ja ja ... sag niemals nie!) von Peeni Waali Anfang 2012 auf CD veröffentlicht wurde.

Weltmusik gibt es auf "Sha Tab" zu hören, mehr oder weniger. Kushans Santur (die persische Version eines Psalteriums, also eine Art Hackbrett) und sein Gesang bilden die Grundlage der meisten Stücke. Dazu kommen floydig-spacige E-Gitarren, allerlei flächige Sounds und natürliche Geräusche, Vintage-Georgel, Polka-Akkordeon, einiges an Gebläse (Sax, Tuba, Posaune, Alphorn, Flöten und Klezmerklarinetten), Cello, warm brummende bis knackig knurrende Bässe, Maulgetrommel, Schlagzeug, diverse weitere Perkussion und sonst noch so allerlei Geklapper und Geklimper. Mit den Produkten all dieser Klangerzeuger braut Fizzè hier seinen Welt-Artrock oder progressiven Ethno-Jazzrock aus Jazz, Rock, Ambientklängen, Exotischem, Alpenfolklore, Polkakammerrock, Dub, etwas symphonischem Retroprog und verqueren RIO-Reminiszenzen.

Das Ergebnis ist eine ausgesprochen unterhaltsame und farbige Angelegenheit, die zwischen flottem Perserprog (dominiert von den kernig-gefühlvollen "Gehacke" Kushans), eher getragenen Kaffeehausklängen, urigem Akkordeontänzen, von E-Gitarren bzw. Querflöten und Sax getragenen Jazzrockausflügen, tiefgründigen Klangseen mit Ambientgrundlage, orchestralem Ethnokammerprog, kantigerem Wordrock ("Ridaan") und filigranen, dicht vernetzten Instrumentalwechselspielen hin und her schwankt. Zum Abschluss gleitet dann eine getragene Santur-Kammerjazz-Version von Robert Wyatts "Mass Medium" (vom Album "Old Rottenhat") aus den Boxen.

Ein weltumfassendes Gemenge an unkonventionellem, etwas verrücktem, dicht verwobenem, aber durchaus rundem und wunderbar transparent produziertem Klang ist auf "Sha Tab" zu finden, das auf sehr sympathische Art und Weise einen ganz eigenen, locker-eindringlichen Charakter entfaltet. Ich variiere einfach mein Fazit zu "Sha" und wende es hier wieder an: Wer einmal etwas anderes hören möchte, wer exotische und anspruchsvolle Klänge schätzt, der sollte in "Shab Tab" dringend einmal reinhören!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.6.2012
Letzte Änderung: 30.6.2012
Wertung: 12/15

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