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Tetrafusion

Horizons EP

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (Download)
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Mathrock; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Gary Tubbs vocals, keyboards
Brooks Tarkington guitar, vocals
mark Michell bass
J.C. Bryant drums, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Aerosolus 1:00
2. Impetus 5:52
3. Styrofoam Breath 3:00
4. Cloudless 4:41
5. Spider Silk 4:55
6. No One Sleeps 5:35
7. Look Away Pt. 1 2:55
8. Look Away Pt. 2 2:10
Gesamtlaufzeit30:08


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Tetrafusion aus Louisiana starteten ursprünglich als Instrumentalband, dann stieß aber beim zweiten Werk "Altered State" ein Sänger dazu und man fand Gefallen daran. So ist auf dem dritten Werk der Band, einer EP namens „Horizons“, eben auch ein bzw. natürlich der Sänger zu hören.

Tetrafusion haben sich einer stilistischen Mischung aus Progmetal, Mathrock und Jazz-Anleihen – man könnte auch mal wieder die 'djent'-Schublade öffnen - verschrieben. Entsprechend geht es auf „Horizons“ zu. Fette Gitarrenriffs, messerscharfe Soli, brodelnder Bass und außer Rand und Band wütendes Schlagzeug peitschen die Songs voran. Aber, oh Wunder, die Musik wirkt weder hektisch, noch abstoßend hart & heftig. Nein, gelungene, abwechslungsreiche Melodiebögen, die wie Götter über dem instrumentalen Chaos zu thronen scheinen, verwöhnen den Hörer. Hier schaffen Tetrafusion einen selten gehörten Spagat zwischen Wahnwitz und Eingängigkeit.

Die Sensation ist allerdings Sänger und Keyboarder Gary Tubbs. Er spielt einige wunderschöne Piano-Parts und sorgt für orchestrales Hintergrundwerk. Aber vor allem sein vollmundiger Klargesang schwebt unwirklich über dem musikalischen Geschehen. Also hier kotzt sich mal kein Brüllwürfel aus, nein ein hervorragender Sänger mit Soul in der Stimme veredelt die Songs. Und das Schönste ist, dass Tubbs die instrumentalen Abfahrten seiner Kollegen niemals ausbremst, wie das so oft bei Gesangslinien geschieht. So wie der Spagat zwischen wildem Musizieren und Melodie klappt, so besteht auch Tubbs diese Herausforderung mit Bravour.

Tetrafusion schaffen mit „Horizons“ Ungewöhnliches. Bitte mehr davon!

Die EP ist als physische CD in kleiner Auflage für Vorbesteller erschienen und im Moment als „pay-what-you-want“-Download (man muss also auch gar nichts bezahlen, wenn man nicht will) über die Bandseite erhältlich.

Anspieltipp(s): Impetus, Look Away Pt.1/2 ...man kann auf Bandcamp komplett dem Album lauschen
Vergleichbar mit: Canvas Solaris mit Gesang
Veröffentlicht am: 3.7.2012
Letzte Änderung: 3.7.2012
Wertung: 11/15
...noch ein bisschen Luft nach oben lassen...

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Es scheint mein Schicksal zu sein, hinter Thomas her zu rezensieren und Dinge zu schreiben wie "recht hat er" oder "finde ich auch". Das geht meistens bis hin zur Note.

Diesmal allerdings....

...ist es genauso.

"Horizons" konnte, als EP, bestenfalls ein Kleinod werden - und wurde es auch! Tetrafusion zelebrieren hier eine Art sanften Metal, mit Riffs, denen es an Härte zwar nicht gebricht, die aber dennoch nicht von dem Abweisenden, Kratzbärtigen oder gar Ekelerregenden haben, mit dem sich der Metal gerne selbst inszeniert. Die Gitarre kreischt dabei nicht weniger als anderswo, die Drums sind, wie üblich, erbarmungslos auf den Punkt gespielt, auch stehen die oben erwähnten Keyboards nicht gerade im Vordergrund, und dennoch wirkt die Musik zugänglich und - äh - freundlich. Vieles von dieser Wirkung geht auf das Konto von Sänger Gary Tubbs, der wirklich eine tolle Stimme hat - manchmal erinnert sie mich sogar ein wenig an die englischen Pop-Stimmen der Achtziger. Und die Melodien, die er damit vorträgt, sind keine Ware von der Stange, sondern immer leicht ungewöhnlich, unvorhersehbar, dabei immer von fragiler Schönheit.

Der instrumentale Background kombiniert Elemente aus Progmetal, Mathrock und Postrock, ja sogar Zirkusmusik ist zu hören ("Styrofoam Breath"), das heißt, es gibt filigranes Gewebe ebenso wie krachige Riffs, krumme Takte ebenso wie Polymetrik, und das Schöne ist bei alledem, dass Tetrafusion immer wissen, wozu sie diese Mittel einsetzen. Nichts wirkt hier willkürlich, nichts zufällig oder zusammengestückelt wie auf so vielen anderen Veröffentlichungen. Eine Band, die weiß, was sie tut und warum sie es tut, eine Band, die gleich mit ihrer ersten Veröffentlichung ungewöhnlich reife Musik auf die Welt loslässt. Herrlich! Reinhören!

Anspieltipp(s): Impetus, Styrofoam Breath, Look Away Pt. 1
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.8.2012
Letzte Änderung: 1.8.2012
Wertung: 11/15
Luft nach oben, die die Band sicherlich zu nutzen weiß!

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