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Circus Maximus

Nine

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Frontier Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mike Eriksen Vocals
Mats Haugen Guitars
Lasse Finbraten Keyboards
Glen Mollen Bass
Truls Haugen Drums

Tracklist

Disc 1
1. Forging 1:16
2. Architect Of Fortune 10:12
3. Namaste 4:10
4. Games Of Life 5:01
5. Reach Within 4:59
6. I Am 4:20
7. Used 5:01
8. The One 4:08
9. Burn After Reading 8:48
10. Last Goodbye 10:00
Gesamtlaufzeit57:55


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Und da stehen sie wieder in Zweierreihen im Plattenregal und warten auf das, was ihnen gebührt: Traditioneller Progmetal nach Dream-Theater-Prägung erfreut sich landauf, landab weiterhin großer Beliebtheit. Das ist natürlich keine sonderlich neue Erkenntnis, die hier angesichts des neuen Circus-Maximus-Werkes "Nine" zu gewinnen wäre, gibt es Alben dieses Stils doch mittlerweile häufiger als im Monatstakt zu hören.

Und so ist natürlich auch der Stil dieses Albums hier im Großen und Ganzen schnell beschrieben: Theatralischer Gesang zu harten Riffs in Frickelrhythmen, dazu dramatisierende Keyboards und immer wieder mehr oder weniger abgedrehte Instrumentalparts eingeschoben. Viele zusätzliche Elemente fügen Circus Maximus diesem Stil eigentlich nicht hinzu, allerdings wird der Rahmen zeitweilig ein bisschen gedehnt, womit auch angrenzende Genres abgedeckt wären: So finden sich beispielsweise in "Architect Of Fortune" oder "Namaste" einige brachiale Math-Riffs, häufiger noch sind allerdings Passagen aus dem Melodic-Rock und -Metal zu hören. Hierzu gehört vor allem der poppige Block von "Game Of Life" bis "I Am", den Metal-Freunde gerne auch mit verschiedener Finnland-Ware unter Beteiligung von Timo Kotipelto (Cain's Offering, Stratovarius) oder Arjen Lucassens Star-One-Projekt in Verbindung bringen dürfen.

Fragt sich also, was die Kompositionen selber so hergeben. Hier hat das genüssliche Hobby des Dream-Theater-Epigonen-Rezensierens schließlich in letzter Zeit immer wieder nahegelegt, das insbesondere eine gute Balance aus abgedrehten Instrumentalparts, auf- bzw. abbauenden Passagen sowie wahlweise hymnischem oder eindringlichem Gesang für die Qualität der jeweiligen Alben von größter Wichtigkeit ist. Beispielsweise sind unlängst Affector aus meiner Sicht mit viel zu langer und zielloser Soloarbeit mehr oder weniger böse auf die Nase gefallen, wohingegen Southern Cross mit dem Track "Poetry" eine von vorne bis hinten astreine Blaupause des klassischen Sounds vorgelegt haben.

Und hier geht also der Daumen sofort nach oben: Wenn Circus Maximus so manches Pfund in die musikalische Waagschale legen, klingt es richtig gut. Druckvolle Passagen wie beispielsweise die erste Strophe und der Refrain von "Namaste" machen Laune, ebenso natürlich die am Anfang und Ende zu findenden Longtracks. Hier ist gerade "Burn After Reading" mit seinem sorgsamen Aufbau und der teilweise an Muse (das hier könnte fast die Metalversion von "Space Dementia" oder "New Born" sein) erinnernden Stimmung herauszuheben. Zumal es im Mittelteil auch instrumental die volle Dröhnung gibt und die Band ein gelungenes Feuerwerk abbrennt, ohne dabei aufgesetzt oder verkrampft zu wirken. Hingegen ist die Stimmung in Passagen von "Last Goodbye" schon etwas zu herzschmerzhaft geraten.

Auch sind die Melodic-Parts aus meiner Sicht etwas schwächer ausgefallen. Beispiel "Game Of Life": Diese fröhlichen Harmonien kann man mit noch so schweren Riffs unterlegen, der nette Mainstream-Poprock (in Prog-Kategorien gemessen: Marillions "Kayleigh") triumphiert am Ende dennoch, was die verbreitete Stimmung angeht. Immerhin, die Kombination von Melodie und Härte ist so gesehen schon bewundernswert. Andererseits sorgen gerade derart leichtgängige Momente für eine gewisse Auflockerung des Stils und auch dafür, dass "Nine" sich schön am Stück hören lässt. Besser gelingt diese Mischung dann auch in "I Am" oder "The One": Allerlei 80er-Pathos à la Jermaine Jackson / Pia Zadora - "When The Rain Begins To Fall" vor einem sehr beweglichen Rhythmus, und schon kann man sich direkt hinter Dream Theaters "Build Me Up, Break Me Down" anstellen.

Unterm Strich ist "Nine" damit in ein gelungenes Progmetal-Werk, dessen besonderes Merkmal abseits vom reinen Abgekupfere darin besteht, immer wieder in Richtung Mainstream zu schielen. Bei letzterem macht es dabei gar keine so schlechte Figur, denn wenn die Stücke im Mittelteil schon etwas abfallen, so sorgen sie doch wie geschrieben für einen schönen Fluss des gesamten Albums. Somit ist "Nine" damit ein überaus gutklassiges Album nicht nur für die AOR-Fans unter den Progmetallern.

Anspieltipp(s): Burn After Reading, Namaste, I Am
Vergleichbar mit: Dream Theater machen Stadionrock à la Bon Jovi
Veröffentlicht am: 6.7.2012
Letzte Änderung: 18.8.2012
Wertung: 11/15
Mittelteil 9-10, die Longtracks sind nochmals besser

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2005 The 1st Chapter 11.00 2

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