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Earthforce

Earthforce

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004 (Aufnahmen von 1977-78)
Besonderheiten/Stil: Folk; Psychedelic; Spacerock
Label: Shroom Productions
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Bayfield Sitar, Guitars, Bass, Voice
Tony Pettitt Harmonium, Synthesizer, Acoustic Guitar, Voice
Alan Shipgood Tabla, Bass
Mick Marsh Drums, Cymbals
James Gleave Synthesizer, E-Piano
Raymond Critchell 12string Guitar, Voice
Jenie Critchell Acoustic Guitar, Voice
John Lathey Acoustic Guitar
Kirsty Anderson Violin
John Bland Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Dawn 7:20
2. Song of the morning 7:24
3. Carnmenyn 4:24
4. Wandering 6:35
5. Keep moving 5:20
6. Carnmenyn (slight return) 1:48
7. Raga 6:35
8. Wild mountain thyme 3:45
9. A solstice song 7:05
10. Jenie's song 3:25
11. Moonrise 6:50
Gesamtlaufzeit60:31


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Das offenbar gerade wieder aktiv gewordene US-Label Shroom Productions, deren wichtigste Tat in proghistorischer Hinsicht die digitale Konservierung der Musik von Hands (bzw. Prism) war, hat(te) sich ja nach eigener Aussage "Texas psychedelic, progressive and blues music past and present" verschrieben und sich auch meist an diese Vorgabe gehalten. Also, zumindest hat man in der Regel ausschließlich Musik von US-Bands veröffentlicht. Wie sich da die Briten von Earthforce in deren Produktkatalog verirren konnten, ist etwas rätselhaft. Aber offenbar wollte man im neuen Jahrtausend den Fokus etwas erweitern, war dann das für lange Zeit letzte Album des Labels eine Kompilation der finnischen Band Kalevala.

Earthforce war ein kurzlebiges Projekt des englischen Gitarristen Steve Bayfield, der seit den frühen 70er Jahren in verschiedenen Bands in und um London tätig gewesen war. Mitte des Jahrzehnts kaufte sich Bayfield eine Sitar, wand sich vom gängigen elektrifizierten Rock ab und gründete Ende 1976 Anfang 1977 mit einigen Gleichgesinnten und alten Weggefährten Earthforce. Man gab mit häufig wechselnder Besetzung verschiedene Konzerte und nahm einiges an Material auf, welches Ende 1977 auf einer Tonbandkassette veröffentlicht wurde. 1978 löste sich die Gruppe auf.

Anfang des neuen Jahrtausends remasterte Bayfield das Earthforce-Material und stellte aus Live- und Studioaufnahmen ein Album zusammen, welches dann 2004 von Shroom Productions (oder Shroomangel Productions, wie man sich inzwischen nannte) veröffentlicht wurde. Die Klangqualität ist etwas durchwachsen, wurde wohl selten unter wirklich professionellen Bedingungen aufgenommen, doch kann man das alles sehr gut hören.

Eine ganz nette, eher entspannt-anderweltige, wenn auch nicht furchtbar originelle oder mitreißende Mischung aus Folkigem, Psychedelischem, Indisch-Exotischem und Spacigem haben Earthforce hier eingespielt, die man je nachdem wo man sich auf dem Album befindet als Free-Folk, Spacerock, Esoterikgeschrammel oder Ragaprog bezeichnen könnte. Die Musik schwankt jedenfalls zwischen indisch-exotischem, krautig-hippiartigen Akustikexkursen mit Sitarbegleitung (z.B. "Dawn" oder "Raga"), Spacigem à la Gong bzw. Hillage ("Moonrise", "A solstice song", "Wandering", "Keep Moving"), leicht freiformatig-freakigen Exkursen (die beiden "Carnmenyn" - mit recht viel Elektronikgehalt) und entspannt-folkig-psychedelischen Songs ("Song of the morning", "Jennie's song", "Wild mountain thyme") hin und her, versehen jeweils mit dem passenden Gesang, oder vermengt diese Stilskizzen. Dabei kommen recht viel Akustikgeklampfe, etwas Bass und Perkussion und gelegentlich elektronische Tasteninstrumente, Violine und E-Gitarre zum Einsatz.

Das Ergebnis ist Musik, die man sich zur Mittsommernachtswende in Stonhenge reinpfeifen könnte. Dabei klingt das alles so, als wäre es Anfang der 70er entstanden, nicht erst Ende des Jahrzehnts. Vermutlich hätte die Band mit dieser Musik ein paar Jahre früher mehr Erfolg gehabt. Andererseits war man für das britische Spacerock-Revival der frühen 80er (siehe z.B. Ozric Tentacles) wiederum zu früh dran.

"Earthforce" ist ein sympathisches, nicht uninteressantes, für die Entstehungszeit schon leicht anachronistisches Zeitdokument das Freunden von Spacig-Folkig-Psychedelischm durchaus zusagen könnte (wenn man gewisse Abstriche in Bezug auf die Klangqualität machen kann). Unbedingt gehört haben muss man die (inzwischen auch kaum noch irgendwo auffindbare) Scheibe aber auch nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.7.2012
Letzte Änderung: 27.11.2012
Wertung: 8/15

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