Off the Shelf
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Castle Music/Sanctuary |
| Durchschnittswertung: |
4/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Keith Emerson |
keyboards (1-15) |
| Neil Ardley |
arrangement (7, 8) |
| Simon Phillips |
drums (4) |
| Cozy Powell |
drums (15) |
| Levon Helm |
Vocals (5) |
| Garth Hudson |
accordeon (5) |
| Pat Travers |
guitar (12, 15) |
| John Doukas |
vocals (15) |
| Ron Asprey |
sax (9, 10) |
| Mo Foster |
bass (12, 15) |
| Aynsley Dunbar |
drums (6) |
| Barbara Thompson |
sax (7, 8) |
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| Jon Hiseman |
drums (7, 8) |
| Henry Lowther |
trumpet (7, 8) |
| Alan Skidmore |
sax (7, 8) |
| Roy Babbington |
bass (7, 8) |
| Ian Wallace |
drums (12) |
| London Philharmonic Orchestra |
(1) |
| John Mayer |
conductor (1) |
| Lee Jackson |
bass (13) |
| Brian Davison |
drums (13) |
| Davey O'List |
guitar (13) |
| Suzie O'List |
conversation (13) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Abaddon's Bolero Orchestral
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8:02
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| 2. |
Pictures At An Exhibit
1. Promenade 2. The Gnome 3. Promenade
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5:00
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| 3. |
And Then January
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5:44
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| 4. |
Rio
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3:50
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| 5. |
Straight Between The Eyes
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2:34
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| 6. |
Don't Be Cruel
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4:15
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| 7. |
Au Privave
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5:23
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| 8. |
Walter L
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5:32
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| 9. |
Rhythm-A-Ning
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5:54
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| 10. |
Asian Pear
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6:40
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| 11. |
Motor Bikin'
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2:39
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| 12. |
America
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5:18
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| 13. |
Lumpy Gravy
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2:09
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| 14. |
Up The Elephant & Round The Castle
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2:26
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| 15. |
Sex & Drugs & Rock & Roll
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3:31
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| Gesamtlaufzeit | 68:57 |
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Rezensionen

„Off the Shelf“ ist wie „Changing States“ und “Hammer it out” eine jener Compilations Emersons, auf der er alles mögliche versammelt, was irgendwo übrig geblieben ist, sonst nirgends untergebracht werden konnte, was aus Platzgründen anderswo fehlt oder auf anderen Wegen nicht mehr erhältlich ist - siehe die lange Reihe der Stilangaben oben. Das ist an sich löblich – allerdings entsteht auf diese Weise natürlich kein einheitliches Album.
„Off the Shelf“ eröffnet mit der Orchesterversion von ELPs “Abaddon's Bolero” aus den 70ern, die bereits von Emersons Solo-Compilation „Changing States“ her bekannt ist. Und auch beim erneuten Hören wird klar: Das Arrangement für Rockband mit unbegrenztem Keyboardarsenal war effizient und stilsicher, frenetisch, aggressiv und roh - die Übersetzung in die Orchesterversion wirkt lediglich bieder und platt. Emerson und John Mayer haben 1975 mehr oder weniger die Originalpartitur genommen und sie auf die Instrumente verteilt, die Emerson auf „Trilogy“ mit seinen Keyboards imitierte… - oder eben auch nicht, denn genau das ist die Erkenntnis, die bereits „Changing States“ermöglichte: Eine Moogflöte ist und bleibt eine Moogflöte, sie ist mit einer echten Flöte nicht gleichzusetzen. Ein Arrangement, das den Moogsynthesizer in den Vordergrund stellt, kann nicht eins zu eins auf ein Orchester übertragen werden, so sehr der Moog sich auch bemüht haben mag, wie ein Orchester zu klingen. Man hätte “Abaddon's Bolero” von Grund auf neu bearbeiten müssen. Dass das London Philharmonic Orchestra darüber hinaus auch noch schlampig und gelangweilt daherspielt, ist ebenso frech wie peinlich und versetzt dem Stück dann natürlich den Todesstoß. Kein guter Einstieg in ein Solo-Album des Meisters.
Es wird nicht besser: „Pictures At An Exhibit“ ist eine Synthesizer-Version von „Promenade“, „The Gnome“ und „Promenade“. Die Version hält sich eng an das von ELP Bekannte, mit dem Unterschied, dass „The Gnome“ nun einen stetigen Rockbeat aus der Drum-Machine verpasst bekommen hat, unter dem der Satz ebenso leidet wie der gesamte Ausschnitt unter seinem ganz grauenhaften, billigen Eso-Sound. Offenbar also ein Demo. Zu welchem Zweck es damals in den 80ern entstanden ist, muss allerdings unklar bleiben.
Mit „And then January“ schlägt das Pendel dann aber in die andere Richtung aus – und wie! Das Stück ist eine von mehreren Klavierminiaturen, wie sie Emerson erst seit Anfang der Achtziger im Programm hatte (vergleichbar sind etwa "Interlude" von "Changing States" oder "Close to Home" von „Black Moon“). Womöglich ist es sogar die erste, denn Emerson berichtet im Booklet im Zusammenhang mit „And then January“ von seiner Scheidung und davon, dass er ein Kandidat für die Filmmusik von „Der Elefantenmensch“ war (um Himmels Willen!). Der Film stammt aus dem Jahr 1980, das Stück ist also vermutlich ebenfalls zu dieser Zeit entstanden. Wie dem auch sei: „And then January“ unterscheidet sich von jenen anderen Klavierminiaturen durch eine (Keyboard-)Orchestrierung Emersons, die er wohl besser weggelassen hätte, denn sie trägt nicht wirklich viel zur Qualität des Stückes bei und klingt ziemlich cheesy. Offenbar also ein weiteres Demo. Dennoch: Wieder einmal bedauert man beim Hören, dass es nie ein Album mit diesen kleinen Klavierstücken gegeben hat.
Es folgt „Rio“: Nein, leider kein avantgardistisches Stück, auch wenn der Titel das vielleicht vermuten lässt, sondern als simpler Latinpop ein weiterer Tiefpunkt des Albums. Da können auch Schlagzeuger Simon Phillips und die Sängerin, angeblich eine Cousine Paul McCartneys, nichts mehr retten: Das Stück besteht, abgesehen von einem (uninteressanten) Klaviersolo Emersons aus einer scheinbar endlos wiederholten Gesangsschleife, die die namentlich ungenannte Cousine mit einer Art Speedy-Gonzales-Stimme vorträgt. Brrr.
“Straight Between The Eyes” stammt vom "Best Revenge"-Soundtrack und erscheint hier vermutlich deshalb, weil es auf der „At The Movies“-Ausgabe des Soundtracks weggelassen wurde. Das Stück ist platter Keyboard-R&B, mäßig gesungen von Levon Helm, dem Hauptdarsteller des Films (und Drummer bei The Band).
“Don't Be Cruel” ist die zweite Coverversion des Albums: Emerson hat den bekannten Elvis-Song erheblich verlangsamt. Ein ungenannter Sänger trägt den Song mit eindringlichem Blues-Feeling vor, Emerson steuert ein schräges Keyboard-Solo bei, das an die Klänge seines Modular Moog erinnert, allerdings wird das Stück von Aynsley Dunbar derart monoton zerklopft, dass es lange nicht den Spaß macht, wie es das durchaus nicht uninteressante Arrangement ermöglichen könnte. Die Aufnahme stammt ebenso wie “Straight Between The Eyes” vom "Best Revenge"-Soundtrack, wurde aber im Film nicht verwendet.
Es folgt die Jazz-Abteilung: „Au Privave“ ist ein Charlie Parker Standard, „Walter L“ ist von Gary Burton. Beide Stücke stammen von den Sessions, bei denen auch die Aufnahmen von “Barrelhouse Shakedown”, “Honky Tonk Train Blues” und „Maple Leaf Rag“ entstanden sind, das war 1975. Zu hören sind hier neben Keith Emerson Barbara Thompson, Jon Hiseman, Henry Lowther, Alan Skidmore und Roy Babbington – nicht weniger als die Creme der damaligen britischen Jazzszene.
„Rhythm-a-Ning“ ist nicht etwa ein Vorort von München, es gehört ebenfalls noch zur Jazzabteilung: Der Klassiker von Thelonious Monk wurde allerdings 1989 zusammen mit dem Saxophonisten Ron Asprey aufgenommen. Spätestens hier fragt man sich, warum Emerson nicht mal seine Interpretationen von Jazz-Klassikern auf einem Album zusammenfasst – anstatt sie auf so inhomogenen Scheiben wie „Off the Shelf“ zu verteilen. Von der gleichen Session stammt auch „Asian Pear”, eine leichtgewichtige Lounge-Ballade, die allerdings ebenso wie „Rhythm-a-Ning“ unter dem sehr billigen Sound von Keyboards und Drum-Machine leidet. Weitere Demos? Wofür? Man weiß es nicht. Immerhin spielt Ron Asprey schön Sopransaxophon.
“Motor Bikin'” ist das Demo für "The Chopper" vom "Nighthawks"-Soundtrack. Hier ist nun endlich einmal Emersons klassischer Prog-Stil zu hören: gerade und ungerade Takte wechseln sich ab, über einem (simplen) staccatohaften Keyboardostinato erklingen die bekannten Keyboardfanfaren, klanglich, wie üblich für Emersons Soundtrack-Phase, etwas dünner als man es von ELP her gewohnt ist. Klasse – besonders die kurze polyrhythmische Passage in der Mitte! Das wollen wir hören.
Es folgen jedoch weitere Outtakes. 1986 wollte Emerson nach dem Ende von Emerson Lake & Powell eine neue Band zusammenstellen und spielte eine Zeit lang mit Pat Travers, Ian Wallace (King Crimson – und viele viele andere) und dem Jazz/Fusion-Bassisten Mo Foster zusammen. Aus der Band wurde nichts, von den Sessions ist allerdings diese Aufnahme des The-Nice-Klassikers „America“ übrig geblieben. Die Version ist ziemlich nahe an der von The Nice, klingt natürlich moderner, ist ansonsten aber recht nichtssagend. Es ist zwar schade, dass aus der eigentlich nicht uninteressanten Besetzung nicht mehr wurde, solche Musik hätte es von ihnen aber nicht gebraucht.
Bleiben wir bei The Nice: Der Zappa-Klassiker „Lumpy Gravy“ wurde 1968 im Umfeld des Albums "Ars Longa Vita Brevis" von der Band für eine John-Peel-Session aufgenommen. Eine witzige Fußnote in der Geschichte von The Nice, die umso mehr eine bleiben muss, als diese Aufnahme bereits anderswo veröffentlicht wurde.
“Up The Elephant & Round The Castle” war eine englische Sitcom, die von 1983 bis 1985 lief. Emerson steuerte die Titelmelodie bei, ein Stride-Piano Stück, wie es sie von ihm so einige gibt. Dieses ist sehr klassisch gehalten - und profitiert dadurch. Einer seiner besten Versuche in diesem Stil.
„Sex & Drugs & Rock & Roll” schließt gnädig ein reichlich inhomogenes und daher nur schwer hörbares Album. Dieses Ian-Dury-Cover entstand ebenfalls während der Sessions von 1986, allerdings in der Besetzung Emerson, Travers, Foster, John Doukas (Gesang) und Cozy Powell (Schlagzeug). Unnötig.
„Off the Shelf“ ist wie „Changing States“ und “Hammer it out” eine jener Compilations Emersons, auf der er alles mögliche versammelt, was irgendwo übrig geblieben ist und sonst nirgends untergebracht werden konnte. Das kann man dem Album eigentlich nicht vorwerfen – vielmehr sollte man kritisieren, dass Emerson die Stücke nicht so zusammenstellt, dass sich stilistisch einheitlichere Alben ergeben: Ein Jazzalbum, ein Piano-Album, ein Rockalbum, das würde Sinn ergeben. So ist „Off the Shelf“ mit Abstand die schlechteste dieser Compilations und sollte nur von Fans, die alles haben müssen, in Betracht gezogen werden.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
19.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
19.7.2012 |
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