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Cloudscape

New Era

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (31. Juli)
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Metal; Progmetal
Label: RoastingHouse Records
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mike Andersson Gesang
Patrik Svärd Gitarre
Stefan Rosqvist Gitarre
Håkan Nylander Bass
Fredrik Joakimsson Schlagzeug, Percussion

Gastmusiker

Daniel Pålsson "Additional Guitars"
Peter Wildoer Gesang ("Share Your Energy")

Tracklist

Disc 1
1. Silver Ending 5:32
2. Share Your Energy 3:49
3. Kingdom Of Sand 3:47
4. Pull The Brake 4:35
5. Seen It All Before 6:41
6. Your Desire 5:41
7. Voyager 9 8:39
8. Simplicity... Huh... 3:47
9. Before Your Eyes 5:41
10. Violet Eve 5:06
11. Into The Unknown 4:55
12. Heroes 4:29
Gesamtlaufzeit62:42


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Im Hause Cloudscape soll vier Jahre nach "Global Drama" also eine neue Ära anbrechen, wenn man dem Albentitel Glauben schenken darf. Das ist aber natürlich nicht so, was im Großbereich des beackerten Feldes allerdings auch nicht verwundern sollte, immerhin betitelte schon Timo Tolkki nach seinem Abschied von Stratovarius das erste Revolution-Renaissance-Album so, ohne dass dieses Werk stilistisch auch nur um ein Iota von klassischem Stoff der Stammband verschieden gewesen wäre.

Also gibt es auch auf "New Era" von Anfang an durchgehend eine grundsätzlich recht leicht konsumierbare Mischung aus Melodic- und Progmetal light, die verwandtschaftlichen Bande zu Evergrey, Pagan's Mind und ähnlich gelagerten Kapellen sind also weiterhin ziemlich ausgeprägt. Gut, hundertprozentig kopiert man den Stil von "Global Drama" dabei nicht. "New Era" vollbringt hier das Kunststück (?), auf der einen Seite den Melodic-Anteil vergrößert und andererseits die Keyboardeinsätze eher in den Hintergrund gestellt zu haben. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu vermerken, dass Mike Andersson immer mal wieder nicht nur Masterplan-verdächtige Gesangslinien raushaut, sondern in diesem Zusammenhang auch die bluesige Belting-Stimme eines Jorn Lande aufsetzt (höre "Silver Ending", "Pull The Brake", "Seen It All Before" und schließlich "Heroes").

Somit lässt sich wohl feststellen, dass Cloudscape nunmehr eindeutig dem Melodic-Bereich zuzuordnen sind und die Progmetal-Bezüge bloß noch als nettes, aber qualitativ nicht herausragendes Stilmerkmal verwenden. Dieser Eindruck erhärtet sich beispielsweise an "Kingdom Of Sand", das als an sich strukturell wie melodisch völlig normale Nummer mit ein paar orientalischen Wendungen, verspieltem Schlagzeug (trotzdem der 4/4-Takt die ganze Zeit gehalten wird) und Dramatikparts (Klavier usw.) angereichert wurde. Oder "Voyager 9", bei dem einige eher lahme Melodien und Instrumentalparts auf Longtracklänge verteilt werden. Das Problem bei diesen Exkursen besteht darin, dass diese Elemente den Sound reichlich aufgeblasen und stellenweise unrund erscheinen lassen. "Pull The Brake" beispielsweise wird mit einem völlig abstrusen Break nach 2:47 völlig zerhackt.

Indes noch etwas störend sind auch die Versuche, die Musik immer wieder mal etwas aggressiver wirken zu lassen, beispielsweise in der Strophe von "Seen It All Before". Wie man sich unschwer vorstellen kann, wird hierzu mal wieder die seit "Train Of Thought" übliche Mischung aus ratternden Riffs, geshoutetem Gesang und möglichst futuristisch zirpenden Keyboards verwendet. Nein, das ist schon lange nicht mehr neu (siehe den Songtitel, hehe), und gut klang es ja eigentlich auch noch nie.

Besser laufen würde es deshalb mit einem reduzierteren Sound, zumal die Musik dann wesentlich natürlicher und weniger bemüht wirkt. Das machen auf "New Era" beispielsweise das recht metallische "Your Desire", und auch die passend betitelte Rocknummer "Simplicity... Huh...". Entsprechend gewinnt das Album in der zweiten Hälfte auch kontinuierlich an Standfestigkeit; die letzten fünf Stücke sind tatsächlich durchgehend gutklassig und können das von "Global Drama" gebotene Niveau tatsächlich halten. Hier sitzen dann interessanterweise auch die Versuche, die Musik etwas komplexer zu gestalten, wie beispielsweise diverse polyrhythmische Einwürfe in "Violet Eve" demonstrieren lassen. Und eines Klischeethemen im Hardrock-/Metal-Bereich schlechthin, nämlich "Wikinger" und "nordische Mythologie", verarbeitet man in "Into The Unknown" auch nicht auf die peinlichste denkbare Weise (ein paar nette Remineszenzen an Black Sabbaths "Valhalla" liefert man gleich mit).

Somit ist es also die zweite Albenhälfte, die "New Era" damit als ganz passable Angelegenheit über die Ziellinie rettet. Unterm Strich fand ich "Global Drama" so gesehen allerdings überzeugender, was nicht nur am konsistenteren Songmaterial lag, sondern auch daran, dass die Produktion heuer nicht mehr so sehr dem Hochglanzanspruch genügt. In den guten Momenten sind die Unterschiede zwischen beiden Alben allerdings marginal, und in dieser Beziehung muss ich Cloudscape schon gute Arbeit bescheinigen.

Anspieltipp(s): Simplicity... Huh..., Violet Eve, Your Desire
Vergleichbar mit: Evergrey, Pagan's Mind, Masterplan
Veröffentlicht am: 20.7.2012
Letzte Änderung: 19.7.2012
Wertung: 8/15
Erste Hälfte: 6-7, zweite: 9-10

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Cloudscape

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Global Drama 9.00 1

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